Deutsche Bahn

Beteiligungen

Vom Reiseplaner bis zum Adresssystem

Investitionen in die digitale Mobilität

Die Deutsche Bahn Digital Ventures finanziert und entwickelt neue datenbasierte Geschäftsmodelle. Neben dem Technologiefokus auf Big Data, Künstliche Intelligenz (AI) und Internet of Things (IoT) liegt das Hauptaugenmerk auf der Marktveränderungskraft, die Gründer und Technologiepartner zeigen und ihre Fähigkeit, zukunftsweisende Kundenlösungen in den drei Feldern Mobilität, Logistik und Smart City breit zu etablieren. Boris Kühn, einer der beiden Geschäftsführer der DB Digital Ventures: "Wir investieren in Start-ups, die in diesen Bereichen tätig sind, ein digitales Geschäftsmodell sowie ein gewisses disruptives Potenzial haben. Diese Start-ups müssen dabei nicht zwingend eng an unserem Kerngeschäft angesiedelt sein – uns geht es insbesondere auch darum, in Ideen und Innovationen zu investieren, die in etwa fünf bis zehn Jahren für unsere Märkte relevant werden könnten.“ Die Start-ups erhalten nicht nur Venture-Kapital, sondern auch Zugang zu Experten, zu Daten, Kunden und Märkten – kurz: zum gesamten Netzwerk des DB-Konzerns. Das beflügelt letztlich beide Seiten. „Über den Austausch mit Start-ups beschleunigen wir die Innovations- und Wachstumskraft unseres gesamten Unternehmens", ergänzt Boris Kühn.

Zur gezielten Förderung von Start-ups und neuen datenbasierten Geschäftsmodellen stehen seitens der DB Digital Ventures bis Ende 2019 rund 100 Millionen Euro Risikokapital bereit. In diese Start-ups ist die Deutsche Bahn über Minderheitsbeteiligungen investiert: 

Portfolio DB Digital Ventures

Die Mobilitätsplattform Qixxit ist ein neuartiger Reiseplaner, der verschiedene Verkehrsmittel und -anbieter intelligent miteinander verbindet und die besten Routen findet. Qixxit vergleicht Zug, Flug und Bus (Fernbus). So gelangen Reisende clever, bequem, schnell und günstig an ihr Ziel. Qixxit wurde 2012 von der Deutschen Bahn gegründet. Heute arbeitet das internationale Team aus reisebegeisterten Experten in Europas Startup-Hauptstadt Berlin eigenständig am kundenfreundlichsten intermodalen Reiseplaner für Fernverbindungen in Deutschland und Europa.  

Das 2013 gegründete britische Unternehmen what3words hat die Welt in ein Raster aus 57 Milliarden 3x3 Meter großen Quadraten aufgeteilt. Den Koordinaten jedes dieser Quadrate werden einmalige Drei-Wörter-Adressen zugeordnet. Mit Hilfe von what3words können Standorte auf präzise und einfache Art und Weise kommuniziert und gefunden werden. Das bedeutet, dass es für jeden Ort weltweit eine Adresse gibt, selbst dort, wo keine Hausnummer oder Postleitzahl existiert.  Kurierdienste in Europa und den USA nutzen what3words bereits heute, um Waren schneller und punktgenau auszuliefern. In der Logistik will auch die Deutsche Bahn what3words anwenden. Große Potentiale sieht die DB zudem bei der Entwicklung autonomer Fahrzeugflotten in der öffentlichen Mobilität, da what3words eine exakte Navigation ermöglicht.

Die Konzernzentrale der Deutschen Bahn am Potsdamer Platz in Berlin ist das erste Unternehmensgebäude in Deutschland mit einer what3words-Adresse. DB-Chef Dr. Richard Lutz und what3words-CCO Clare Jones haben am 28. August 2017 einen Schriftzug mit der Drei-Wörter-Kombination „lebendig.webseiten.auflösen“ enthüllt. Der Haupteingang des BahnTowers ist über die drei Wörter schnell und einfach auffindbar.

Die 2012 in Berlin gegründete Firma Talixo bringt über eine intelligente Buchungsplattform auf neue Weise Fahrgäste und Fahrzeuge zusammen. Weil Taxi- und Mitfahrdienste weltweit höchst unterschiedlich organisiert und verfügbar sind und die Abrechnung hinterher kleinteilig und kompliziert sein kann, bündelt das Start-up verschiedene Taxi- und Limousinen-Anbieter für die Kunden. Mit Talixo lässt sich ein Taxi oder eine Limousine weltweit genauso leicht buchen wie Hotels oder Flüge. Die Plattform bietet bereits heute Mobilität auf der letzten Meile in 91 Ländern und 560 Städten. Talixo gewährleistet überall auf der Welt gleich hohe Standards bei Qualität und Sicherheit. Buchung und Abrechnung erfolgen über ein einheitliches System.

Das 2011 gegründete Unternehmen Connected Signals aus Oregon im Nordwesten der Vereinigten Staaten beobachtet und analysiert die Rot- und Grünphasen von Ampeln und ist dank der intelligenten Verarbeitung dieser Informationen in der Lage, Verkehre optimal zu steuern - ob für einzelne Autos, autonom fahrende Flotten oder ganze Städte. Das Unternehmen nutzt Echtzeit-Verkehrsdaten und Künstliche Intelligenz, um Fahrzeuge und städtische Infrastruktur zu vernetzen. Dadurch können Staus vermieden und die Unfallgefahr gesenkt werden. Die von Connected Signals aufbereiteten Daten werden in den USA bereits von Automobilherstellern genutzt, um in aktuellen Fahrzeugmodellen die Dauer der jeweiligen Ampelphasen anzuzeigen.  

Das 2014 gegründete deutsche Unternehmen CleverShuttle ist ein Fahrdienst, der innerhalb städtischer Zentren effiziente, günstige und umweltfreundliche Tür-zu-Tür-Mobilität bietet. Der erste in Deutschland behördlich genehmigte Ridesharing-Service bringt Fahrgäste mit ähnlichen Routenwünschen zusammen und ist deshalb bis zu 40% günstiger als ein Taxi. Ein Algorithmus ermöglicht ein intelligentes Pooling und Routing. Die Autos fahren in Berlin, Leipzig und München mit umweltfreundlichem Elektro- oder Hybrid-Antrieb,  Seit dem 8. September 2017 werden in Hamburg erstmals Fahrzeuge mit klimaschonendem Wasserstoff-Antrieb eingesetzt. CleverShuttle ist insbesondere für Bahnkunden attraktiv, die bequem und umweltfreundlich zum Bahnhof oder von dort nach Hause fahren wollen.