Deutsche Bahn
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Der neue S-Bahnhof

Das fünfte Empfangsgebäude

2012 hat der Neubau der S-Bahnstation Warschauer Straße begonnen. Zwei neue Bahnsteige entstehen und ein attraktiver neuer Zugang

Der Bahnhof Warschauer Straße ist mit 85.000 Ein-, Aus- und Umsteigern ein wichtiger Knotenpunkt im Berliner Nahverkehrsnetz zwischen U-Bahn, Tram und S-Bahn.  Im direkten Umfeld befinden sich die Wohnquartiere des Stadtteils Friedrichshain,  Büro- und Gewerbeflächen unter anderem der Modebranche und Unterhaltungsindustrie entlang der Spree, die Veranstaltungsarena  02 sowie die Kreuzberger und Friedrichshainer Kneipenszene. Bis 2017 wird der Bahnhof Warschauer Straße neu gebaut.

Ein Blick 125 Jahre zurück

1884 entstand auf der Ostseite der Warschauer Brücke eine Haltestelle der Ostbahn zwischen Lichtenberg-Friedrichsfelde und dem ersten Ostbahnhof am Cüstriner Platz (heute Franz-Mehring-Platz).

1903, am 20. Oktober,  wurde auf der Westseite der Warschauer Brücke ein neuer Bahnsteig mit einem Empfangsgebäude nach Entwürfen des Berliner Architekten Cornelius eingeweiht. Ein Jahr zuvor ging in der Nachbarschaft der U-Bahnhof Warschauer Brücke in Betrieb, so dass ein innerstädtischer Umsteigepunkt entstand.

1924, am 19. Oktober, folgte die dritte Einweihung: Wieder auf der Ostseite der Warschauer Brücke und dieses Mal mit zwei Bahnsteigen  und einem neuen Empfangsgebäude des Reichsbahn-Architekten Richard Brademann. Das Cornelius-Empfangsgebäude von 1903 ist damit zwar überflüssig, verschwindet jedoch erst  aus dem Stadtbild mit der Erneuerung der Warschauer Brücke westlich der alten Straßenbrücke ab 1938.

1945 wird die noch nicht fertige neue Warschauer Brücke Opfer eines Bombentreffers. Auch das Brademann-Empfangsgebäude wird zerstört.

1951 errichtet  die Deutsche Reichsbahn auf der Grundplatte des alten Empfangsgebäudes und unter Nutzung der erhaltenen Teile der Bahnhofszugänge eine schlichte Eingangshalle.

1986, im Dezember, erhielt der Bahnhof Warschauer Straße einen dritten Bahnsteig für die Züge aus den neuen Stadtvierteln im Nordosten Berlins mit einem stählernen Treppenturm als Zugang. Vorausgegangen waren seit 1983 Instandsetzungsarbeiten an der schlechten Bausubstanz  - eine Folge der Kriegsschäden wie auch des schwefelhaltigen Dampfs der Lokomotiven auf den benachbarten Fern- und Rangiergleisen.

2004 wurde ein neuer, provisorischer Zugang zu den Bahnsteigen A und B sowie zum Treppenturm des Bahnsteigs C geschaffen.  Denn der Ersatz des alten Bahnhofszugangs wurde unumgänglich. Trotz einiger Reparaturen und Ersatzbauten war der Zustand des Sanierungsfalles Warschauer Straße inzwischen so schlecht, dass nach diversen Teilsperrungen nun das gesamte Zugangsbauwerk gesperrt und abgerissen werden.  Auf Grundlage der bereits vorhandenen Vorplanungen wurde der 134 Meter lange neue Bahnhofszugang so gebaut, dass er bis zur Fertigstellung eines neuen Bahnhofsgebäudes genutzt werden kann.

2005, im Januar, begann der Abriss des Empfangsgebäudes und der Bahnsteigzugänge.  Parallel  dazu wurde der Neubau geplant. Mit dem Ziel, im Zuge der Umbauarbeiten an den Gleisanlagen zwischen Ostbahnhof und Ostkreuz auch den Bahnhof Warschauer Straße neuzubauen.

Ein Blick in den neuen Bahnhof

Bahnhof Warschauer Straße

Das neue Empfangsgebäude von Dörr Ludolf Wimmer Architekten, Berlin, wird täglich von rund 85.000 Ein-, Aus- und Umsteigern passiert. Über eine vier Meter breite Vorplatzplatte gelangt man von der Warschauer Brücke in den Bahnhof. Zudem wird es einen seitlichen Ausgang in Richtung U-Bahnhof geben. Das Land Berlin plant, mit einer rund 28 Meter langen Verlängerung der Fußgängerbrücke vom U-Bahnhof zum Zugang Richtung O2-Arena , eine direkte Verbindung zwischen U- und S-Bahn zu schaffen.

Vom Empfangsgebäude führen  zu jedem der beiden neuen S-Bahnsteige je zwei feste Treppen, eine Fahrtreppe sowie ein Aufzug.  Mit den beiden Aufzügen sind die Bahnsteige stufenlos erreichbar.

Die neuen Bahnsteige der S-Bahn werden – wie am Ostbahnhof bereits heute und am Ostkreuz künftig – Richtungsbahnsteige sein: Von den beiden Gleisen des südlichen Bahnsteiges fahren alle Züge stadtauswärts, von den beiden Gleisen des nördlichen Bahnsteigs fahren alle Züge stadteinwärts. Die 152 Meter langen Bahnsteige sind zu gut der Hälfte überdacht.

Platz ist in dem neuen Empfangsgebäude auch für den Verkauf von Zeitungen oder Reiseproviant . Links und rechts neben dem Eingang von der Warschauer Straße beispielsweise gibt es zwei Flächen für Läden. Diesem Eingang gegenüber, auf der östlichen Giebelseite des Empfangsgebäudes,  ist auf zwei Ebenen Platz für eine gastronomische Einrichtung. Von hier hat man durch die Glasfassade einen guten Blick bis zum Ostkreuz.

Die Ver- und Entsorgung des Empfangsgebäudes erfolgt über einen separaten Zugang im Untergeschoss.  Ein Treppenaufgang bzw. Aufzug verbindet die Versorgungsebene mit der Straßenzufahrt aus Richtung Wriezener Bahnhof über die Straße An der Ostbahn.

Der Bauablauf

Baustelle Warschauer Str.

Ende 2011 begannen die Arbeiten zum Umbau des Bahnhofs Warschauer Straße. Anfang 2012 wurde der S-Bahnverkehr komplett an den alten Bahnsteig A (den ehemaligen Erkner-Bahnsteig) verlegt, um auf der Nordseite Baufreiheit für den Abriss der Bahnsteige B und C zu schaffen.

Seit 2013 fahren die Züge stadteinwärts von der nördliche Bahnsteigkante des neuen nördlichen Bahnsteigs, seit 2014 stadtauswärts von der südlichen Kante dieses Bahnsteiges. 

Bis 2017 entsteht der südliche Bahnsteig neu, an dem künftig die stadtauswärts fahrenden Züge halten.

Mit Verlagerung des S-Bahnbetriebes an den südlichen Bahnsteig im August 2017 besteht Baufreiheit für die endgültige Fertigstellung des zweiten Bahnsteig des Bahnhofs Warschauer Straße (der nördliche Bahnsteig, ehemals Bahnsteig B), der derzeit in einem bauzeitlichen Zustand dem S-Bahnbetrieb dient. Dieser Bahnsteig kann neu erst wieder in Betrieb genommen werden, wenn der regelkonforme Gleisabstand zwischen dem Bahnhof Warschauer Straße und dem Berliner Ostbahnhof hergestellt ist.

Parallel zum Neubau der beidem S-Bahnsteige entsteht das neue Eingangsgebäude über den Gleisen.