Deutsche Bahn

BIM bei der DB

Den Herausforderungen am Bau begegnet die Deutsche Bahn mit der BIM Methode.

Die Planung, Entwicklung und Ausführung komplexer Großprojekte erfordern die Koordination zahlreicher Beteiligter. Deshalb setzt die Deutsche Bahn nun auf eine neue ganzheitliche Methode. Bei Building Information Modeling (BIM) können alle bei Großprojekten Beteiligten auf eine zentrale Datenquelle zugreifen. Basis hierfür ist ein 3D-Modell, in dem die Einzelplanungen aller Gewerke visualisiert werden. Im Zusammenspiel mit Kostenkalkulationen und terminlichen Entwicklungen erlauben diese Visualisierungen eine zuverlässigere Planung des Bauvorhabens und höhere Transparenz.

Am 29. Juni 2015 wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur der Schlussbericht der „Reformkommission Bau von Großprojekten“ veröffentlicht.

Kern des Berichts ist ein 10-Punkte-Plan, der dazu dienen soll, mehr Kostenwahrheit, Kostentransparenz, Effizienz und Termintreue beim Bau von Großprojekten zu erzielen.

Eine wesentliche Empfehlung richtet sich explizit an die Bauherren - ebenso wie an alle anderen Projektbeteiligten - mit dem Anliegen, digitale Methoden wie Building Information Modeling (BIM) im gesamtem Projektverlauf verstärkt zu nutzen. BIM wird nach Auffassung der Reformkommission in Zukunft wesentlich dazu beitragen, auch in Deutschland Bauprojekte mit geringeren Risiken und einer höheren Kosten- und Terminsicherheit durchzuführen.

Durch die BIM-Einführung will die DB die Digitalisierung in Deutschland aktiv mitgestalten, um insbesondere die Bauherren- und Betreiberinteressen sicherzustellen.

Kein anderer Bauherr in Deutschland investiert in gleichem Ausmaß in Infrastrukturprojekte und betreibt diese wie die DB. Zudem gilt es, den Anschluss an eine international anerkannte Zukunftstechnologie zu gewährleisten.

Zur Verankerung der Methode BIM wurde eine Implementierungsstrategie für das Vorstandsressort Infrastruktur (VR I) definiert.

BIM Strategie

Während der Initalisierung erfolgt der Entwurf einer Vision, anhand derer sich definierte strategische Ziele ableiten lassen. Zur weiteren Implementierung entwickelt jede VR I-Gesellschaft einen Aktionsplan. Begleitet wird diese Phase durch ein erstes Pilotprojekt, welches die praktischen Erkenntnisgewinne in den Aktionsplan zurückspielt.

Die Phase Pilotierung beschreibt die Ausweitung von Pilotprojekten in die Fläche. Dies kann beispielsweise anhand definierter Kriterien, wie der technischen Herausforderung und/oder nach geographischer Lage erfolgen. In dieser Phase ist es wichtig, ein Kernteam mit BIM-Fähigkeiten zu etablieren. Ziel dieses Kernteams ist, den Aktionsplan umzusetzen und die Erkenntnisgewinne der Pilotprojekte in allen Handlungsfeldern zu fixieren.

Mit der Professionalisierung erfolgt der Übergang in den Regelbetrieb. Das bedeutet die Planung aller neuen und komplexen Projekte mit der BIM-Methode. Gleichermaßen werden die Erkenntnisgewinne der Handlungsfelder in den Regelbetrieb überführt. In dieser Phase gilt es sicherzustellen, dass ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess etabliert wird.