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Technikwelt ICE 4

Der ICE 4 - innovative Technik für ein neues Zugkonzept

Das Powercar-Konzept, leichte innengelagerte Laufdrehgestelle und eine neuartige Fahrzeugsteuerung stehen für innovative Technik und die Weiterentwicklung des Systems Bahn. Der ICE 4 ist mit dem neuen europäischen Leit- und Sicherungssystem ETCS ausgerüstet.

Die innovative Technik des ICE 4 zeichnet sich durch eine Vielzahl verlässlicher Systeme mit hoher Redundanz aus. Philosophie ist hier, dass funktional vergleichbare Ressourcen eines technischen Systems vorhanden sind, die möglichst unabhängig voneinander funktionieren. Damit wird eine zuverlässige Technik und ein hochverfügbarer Betrieb gesichert.

Das Powercar-Konzept:

Das modulare Antriebskonzept des ICE 4 basiert auf Powercars mit identischer Traktionstechnik. Diese angetriebenen Wagen verfügen  jeweils über komplette  Traktionsanlagen, die unabhängig von anderen Wagen arbeiten. Die Antriebsanlage - das sind im Wesentlichen Transformator, Traktionsstromrichter, Traktionskühlanlage und vier Fahrmotoren - sind in Unterflurcontainern untergebracht. Durch das Powercar-Konzept wird bei Bedarf eine flexible Zugbildung ermöglicht. 

Fahrzeugsteuerung SIBAS PN:

Im ICE 4 wird die von Siemens neu entwickelte Fahrzeugsteueurng SIBAS PN (Siemens Bahnautomatisierungssystem Profinet) eingesetzt. Jeder Wagen verfügt über einen eigenen Rechner, der ausschließlich die Systeme des jeweiligen Wagens (z.B. Türen oder Klimaanlage) ansteuert. Im führenden Endwagen ist zusätzlich die zugweite Steuerung aktiv. Damit ermöglicht diese innovative Software-Architektur eine flexible Zugkonfiguration: Wagen können problemlos ausgetauscht und neu zusammengestellt werden. Die Software konfiguriert sich wagenweise von selbst. 

Ein weiteres Novum ist das separat von der Zugsteuerung vorhandene Betreibernetzwerk. Dieses Netzwerk erlaubt das Einbringen von digitalen Services für die Fahrgäste, wie zum Beispiel einen leistungsfähigen WLAN-Zugriff oder Entertainment-Angebote. 

Weiterentwickelte Klimaanlage mit zwei redudanten Kreisläufen:

Auch die Klimaanlage des ICE 4 wurde technisch weiterentwickelt. Sie ist in jedem Wagen mit zwei redundanten Kältekreisläufen ausgestattet. Sie arbeitet funktionstüchtig bei einer Umgebungstemperatur von minus 25 Grad bis plus 45 Grad Celsius.

Technik und Umwelt im Einklang:

Der ICE 4 unterstreicht das Ziel der Deutschen Bahn bis 2020 Umweltvorreiter zu werden. So wird für den Zug eine Weiterentwicklung des Laufdrehgestells von Bombardier genutzt, das für den Hochgeschwindigkeitsverkehr optimiert wurde. Es schont Gleise sowie Gleisbett (Oberbau) und zeichnet sich durch sein niedriges Gewicht aus. Im Ergebnis führt dies zu einem niedrigen Energieverbrauch. Zudem reduzieren die modernen Lauf- und Triebdrehgestelle das Gesamtgewicht des ICE 4 um fünf Prozent. Der Energieverbrauch des Zuges ist pro Sitzplatz um bis zu 22 Prozent niedriger als bei einem redesignten ICE 1.

Durch die Verlängerung der Einzelwagen auf knapp 28 Meter ist der ICE 4 bezogen auf die gesamtlänge des Zuges mit 346 Metern und der Anzahl der Sitzplätze mit 830 ein Nutzflächen-Champion. Die Verlängerung ermöglicht unter anderem, dass ein 200 Meter langer Zug aus sieben statt wie bisher beim ICE 3 aus acht Wagen gebildet werden kann. Zudem wurde in den Innenräumen der Reisewagen weitgehend auf Schaltschränke für Steuerungssysteme verzichtet. Damit steht die gesamte Zuglänge den Fahrgästen zur Verfügung.

Ländereinsatz und ETCS-Ausrüstung:

Der ICE 4 ist neben dem Einsatz in Deutschland auch bereit für den Einsatz in der Schweiz und für Österreich. Er ist ausgerüstet mit dem  europäischen Leit- und Sicherungssystem - European Train Control System - (ETCS). Optional können noch weitere Züge für den Einsatz in weitere europäische Länder beschafft werden.