Geschwindigkeiten von 300 km/h
Rhein/Main – Rhein/Neckar: Bindeglied im Transeuropäischen Netz
Mit der Neubaustrecke Rhein/Main – Rhein/Neckar entsteht eine leistungsfähige Nord-Südverbindung im Westen Deutschlands. Geschwindigkeiten von 300 Kilometern pro Stunde lassen die Ballungsräume näher zusammenrücken.
Die geplante Neubaustrecke Rhein/Main – Rhein/Neckar von Frankfurt nach Mannheim ist das noch fehlende Bindeglied zwischen den Schnellfahrstrecken Köln – Rhein/Main und Mannheim – Stuttgart. Sie bildet den Lückenschluss im Transeuropäischen Netz (TEN). Zugleich entsteht mit der 85 Kilometer langen Neubaustrecke eine schnelle Verbindung zwischen den Ballungsräumen Rhein/Main und Rhein/Neckar. Die Züge des Fernverkehrs können künftig mit Tempo 300 auf den neuen Gleisen verkehren.
Übersichtskarte Neubaustrecke Rhein/Main - Rhein/Neckar
Investition in ein zukunftsgerechtes Schienennetz
Die positive Entwicklung des Schienenverkehrs wird auch in Zukunft weiter anhalten. Das steigende Verkehrsaufkommen betrifft in erster Linie die heute bereits stark befahrenen Magistralen und Verkehrsknoten in den Ballungszentren. Ein deutlicher Zuwachs wird auf den Nord-Süd-Achsen prognostiziert. Ausgehend von der Netzbelastung in 2004 wird zwischen Rhein/Main und Rhein/Neckar bis 2015 ein Anstieg von rund 30 Prozent erwartet. Die vorhandenen Strecken in diesem Verkehrskorridor, insbesondere die stark frequentierte Riedbahn und die Main-Neckar-Bahn, sind bereits seit Jahren sehr stark ausgelastet. Eine hochwertige Infrastruktur ist daher die Voraussetzung für ein weiteres Wachstum des Schienenverkehrs. Die Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar erfüllt alle Kriterien – darunter strukturelle, ökonomische und ökologische Aspekte – für ein zukunftsgerechtes Netz von morgen.
Der Streckenverlauf
Im Zuge des Raumordnungsverfahrens wurden zwischen 1999 und 2004 zahlreiche Trassenvarianten untersucht. Im hessischen Teil der Strecke haben sich die Beteiligten auf die so genannte Konsenstrasse verständigt: Sie sieht eine durchgehende Hochgeschwindigkeitsstrecke entlang der Autobahnen A5 und A67 sowie eine eingleisige Anbindung des Hauptbahnhofs Darmstadt vor. Im Vergleich zu einer zweigleisigen Linienführung durch Darmstadt wird der Flächenbedarf deutlich reduziert und zugleich die bestehende Infrastruktur sinnvoll genutzt. Dank des durchgehenden Astes der Hauptstrecke wird das Stadtgebiet künftig deutlich entlastet – täglich um mehr als 210 Züge, davon bis zu 40 Güterzüge in der Nacht. Mit dem geplanten Trassenverlauf optimiert die Bahn jedoch nicht nur die Fahr- und Reisezeit. Die Bündelung der Trasse mit bestehenden Verkehrswegen minimiert sowohl die Eingriffe in Natur und Landschaft als auch die Belastungen der Anwohner.
Der aktuelle Planungsstand
Aktuell erarbeitet die DB AG die Planfeststellungsunterlagen für das Genehmigungsverfahren. Diese beschreiben unter anderem den genauen Streckenverlauf und enthalten neben Studien zur Umweltverträglichkeit auch konkrete Maßnahmen des Schallschutzes. Die gesamte Neubaustrecke wird in einzelne Planfeststellungsabschnitte aufgeteilt, die sich in der Regel an den Grenzen der Gebietskörperschaften orientieren. Für den ersten, nördlichsten Abschnitt Frankfurt(Main)-Stadion bis zur Gemeindegrenze zwischen Mörfelden-Walldorf und Erzhausen wurde das Planfeststellungsverfahren bereits Ende 2008 eingeleitet. Die Offenlage der Unterlagen in den betroffenen Kommunen wurde im Mai/Juni 2009 durchgeführt. Die zuständigen Regierungspräsidien in Darmstadt und Karlsruhe führen dann die Anhörungsverfahren durch – hier können Träger öffentlicher Belange, Naturschutzverbände und Privatpersonen Stellung zu den Planungen nehmen und Einwände formulieren. Die abschließenden Berichte der Anhörungsbehörden werden vom Eisenbahn-Bundesamt überprüft, das bei positivem Entscheid die Planfeststellungsbeschlüsse erlässt und damit das Baurecht erteilt.
Der im Anhang folgende Planfeststellungsabschnitt 1 kann bei Bedarf auch als Printexemplar angefordert werden:
kommunikation-netz@deutschebahn.com
Letzte Aktualisierung: 01.02.2012
