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Deutsche Bahn AG 1994 bis 2000

Die Bahnreform

Die ersten Jahre des jungen Unternehmens „Deutsche Bahn AG“ stehen im Zeichen der Bahnreform. Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben und das neue unternehmerische Handeln geben der ehemaligen Behördenbahn ein neues Gesicht.

1994 wird die Deutsche Bahn AG gegründet. Die seit 1989 intensiv geführte Diskussion um Privatisierung und Zusammenführung von Reichsbahn und Bundesbahn kommt zu einem ersten Abschluss. Voraussetzung für die Gründung der Deutschen Bahn war die Zustimmung des Bundestages und des Bundesrates zu der Grundgesetzänderung Art. 87 und die Änderung des Eisenbahngesetzes § 28 zugunsten einer unternehmerisch geführten Aktiengesellschaft. Die Deutsche Bahn wird in das Handelsregister der Stadt Berlin eingetragen. Mit einem Verwaltungsakt am 4. Januar wird die Bundeshauptstadt Konzernsitz des Unternehmens. Heinz Dürr ist erster Vorstandsvorsitzender. 352.000 Mitarbeiter, die aus den unterschiedlichen Kulturen von zwei Wirtschaftssystemen stammen, arbeiten nun unter einem Konzerndach.

1995 werden wichtige Sanierungsstrecken im Rahmen der „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ fertig gestellt. Beispiele sind die Sanierung und Elektrifizierung der Strecke Bebra – Erfurt und der Wiederaufbau der "Berliner Kurve" zur Umfahrung von Bebra.

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1996 tritt das „Regionalisierungsgesetz“ für den Nahverkehr in Kraft. Die Aufgaben- und Ausgabenverantwortung für den Schienennahverkehr geht damit vom Bund auf die Länder über. Diese entscheiden nun eigenverantwortlich, wie viel Mittel sie für die Schienenverkehre einsetzen und bei welchem Anbieter sie welche Leistung bestellen. Im Fernverkehr fährt die zweite Generation des Hochgeschwindigkeitszuges ICE.

1997 legt der neue Vorstandsvorsitzende Johannes Ludewig den Grundstein für den Berliner Hauptbahnhof, der zum zentralen Umsteigepunkt des Berliner Eisenbahnnetzes ausgebaut werden soll. Nach aufwendiger Renovierung wird der Leipziger Hauptbahnhof wieder zugänglich gemacht. Hier und in Frankfurt am Main öffnen die ersten DB Lounges ihre Tore.

1998 wird mit der Verbindung Berlin – Hannover eine weitere wichtige Aus- und Neubaustrecke im Rahmen der „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ eröffnet. Alle Fortschritte der Deutschen Bahn werden in diesem Jahr aber vom tragischen Zugunglück von Eschede am 3. Juni überschattet, bei dem 101 Menschen ums Leben kommen.

1999 wird eine weitere Vorgabe der Bahnreform umgesetzt. Die ehemaligen Geschäftsbereiche Fern-, Nah-, Ladungsverkehr und Fahrweg sowie der nicht gesetzlich vorgesehene Geschäftsbereich Personenbahnhöfe werden als Aktiengesellschaften ausgegliedert. Durch die sogenannte zweite Stufe der Bahnreform wird das Unternehmen gesellschaftsrechtlich als mehrstufiger Konzern von der Deutschen Bahn als Holding geführt. Das Aktienkapital der neuen Gesellschaften hält die Deutsche Bahn, deren Aktien sind Eigentum der Bundesrepublik. Zukunftsweisend ist die Eröffnung des Flughafenbahnhofs Frankfurt am Main, der zum ersten Mal in Deutschland einen Flughafen direkt an das Fernverkehrsnetz anbindet. Fahrscheine kann man mit dem Angebot „Surf&Rail“ erstmals online kaufen.