Deutsche Bahn
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Sechs Mythen über Bahnhöfe

"Aufzüge funktionieren eher selten als oft" oder "Die DB verkauft alle ihre Bahnhofsgebäude". Es kursieren viele Gerüchte über Bahnhöfe. Wir klären auf.

Sowohl in der Größe als auch in der Sortimentsvielfalt unterscheiden sich Bahnhöfe und Einkaufszentren deutlich. Während Einkaufszentren meist mehr als 40.000 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, umfasst die Fläche beispielsweise im Berliner Hauptbahnhof – einem der größten Bahnhofsgebäude – rund 15.000 Quadratmeter. Und während es in Einkaufsbahnhöfen vielleicht eine Jeans-Marke gibt, werden in Einkaufszentren oft mehr als acht verschiedene angeboten. Stattdessen wird in der Vermietung in den Bahnhöfen auf einen ausgewogenen Branchenmix geachtet. Ziel ist ein kundengerechtes Spektrum international und national agierender Marken:  von der klassischen Reisendenversorgung über verschiedenste Dienstleistungen bis zum Angebot weltweit bekannter und regionaler gastronomischer Spezialitäten.

Im Gegenteil: Das Budget ist in den letzten 10 Jahren um 10 Millionen Euro gestiegen. Jährlich gibt die DB einen hohen zweistelligen Millionenbetrag für Reinigungsleistungen aus. Um den Komfort für Kunden weiter zu steigern, führt die DB Station&Service AG 2017 ein neues Reinigungs­konzept ein. Damit werden Reinigungsabläufe noch konsequenter auf die Kundensicht ausgerichtet, so dass Verschmutzungen schneller und zielgerichteter beseitigt werden können. Auch die Meinung der Reisenden und Besucher wird stärker einbezogen: Die Möglichkeit für Kunden, Verschmutzungen per WhatsApp zu melden, startete im März in Berlin und Hannover als Pilotprojekt und soll nach erfolgreicher Testphase an anderen großen Bahnhöfen geschaffen werden.

Die Deutsche Bahn möchte ihren Kunden das Reisen in jeder Beziehung angenehm und problemlos gestalten. Dazu gehört selbstverständlich die Bereitstellung von Toiletten in den Zügen. Die DB ist jedoch nicht zur Vorhaltung öffentlicher Toiletten in den Bahnhöfen verpflichtet. An den 100 größten und meistfrequentierten Bahnhöfen gibt es aber trotzdem Sanitäranlagen. Diese Toilettenbereiche werden seit Mitte 2016 bis Anfang 2018 schrittweise saniert. Unter­stützung erhält die DB von zwei Partnern: SANIFAIR mit dem gleichnamigen Sanitärkonzept und Hering Sanikonzept mit der Marke rail&fresh. Jede der Sanitäranlagen verfügt künftig über ein behindertengerechtes WC nach DIN-Norm. Zur neuen Ausstattung gehören zum Beispiel ein Wickeltisch sowohl im Damen- als auch im Herrenbereich, berüh­rungslose Armaturen und Desinfektions­mittelspender. Für einige kleinere Stationen erarbeitet die DB Station&Service AG derzeit ein angepasstes Konzept.

Falsch, die Verfügbarkeit von Aufzügen in Bahnhöfen liegt im Durchschnitt in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr bei über 97 Prozent. Falls ein Aufzug eine Störung hat, meldet er sie selbst: Ein Kommunikationsbaustein zur Fernüberwachung erfasst den Anlagenzustand permanent und übermittelt Störungen sofort. So können Servicetechniker schneller beauftragt und die Ausfälle schneller behoben werden. Durch diese Digitalisierung der Aufzüge wird auch die Information für Reisende verbessert: Über die Webseite www.bahnhof.de und die App „DB Bahnhof live“ erhalten Kunden Echtzeitinformationen über die Verfügbarkeit der Aufzüge an einem Bahnhof. Die App ist kostenfrei im Google Play Store und im Apple App Store verfügbar.

Zurzeit betreibt die DB rund 800 Empfangsgebäude. Ein großer Teil dieser Immobilien, die im Schnitt 80 bis 100 Jahre alt sind, stammt aus der Gründerzeit der Bahn mit Dampflokbetrieb. Viele dieser Empfangsgebäude haben die eisenbahnbetriebliche Funktion von einst heute nicht mehr und sind aus heutiger Sicht überdimensioniert und oft nicht wirtschaftlich zu betreiben. Daher werden diese Immobilien seit einigen Jahren nach und nach veräußert. Das Ziel: Über 500 Objekte sollen im Bestand der DB bleiben, die übrigen stehen zum Verkauf oder werden abgerissen. Die von der DB verkauften Gebäude werden übrigens ganz unterschiedlich genutzt. Deutschlandweit zeigen zahlreiche Beispiele, dass mit dem Verkauf neues Leben in die alten Gebäude einziehen kann, etwa mit einem Reisebüro, einem Standesamt, einem Restaurant oder einem Museum.

Die großen Bahnhöfe sind bereits umfangreich modernisiert oder befinden sich in der Planungs- oder Bauphase. Insgesamt sind 77 Prozent der deutschlandweit 5.400 Personenbahnhöfe stufenfrei ausgebaut – damit werden 82 Prozent der Reisenden bereits erreicht. Der barrierefreie Ausbau wird kontinuierlich fortgesetzt. Pro Jahr verbessert die Deutsche Bahn die Barrierefreiheit an rund 100 Bahnhöfen. Insgesamt stellen Bund, Länder und DB seit 2010 pro Jahr durchschnittlich 800 Millionen Euro für die Modernisierung und Instandhaltung von Bahnhöfen inklusive des barrierefreien Ausbaus bereit. Ab 2017 wird dieser Wert erstmals deutlich überschritten: 2017 liegt er bei bundesweit 900 Millionen Euro, in den Folgejahren bei über 1 Milliarde Euro.