Deutsche Bahn
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Dobrindt möchte mehr Güterverkehr auf die Schiene bringen

Der Bundesverkehrsminister plant ein umfangreiches Masterprogramm bis 2030.

Mit der Zukunftsoffensive soll der Marktanteil des Schienengüterverkehrs deutlich gesteigert werden. Dahinter steckt das Ziel, Straßen und die Umwelt zu entlasten.

Das sind die zentralen Punkte des Masterplans:

  • Kosten reduzieren
    Der Bund wird im kommenden Jahr die Trassenpreise für den Schienengüterverkehr deutlich senken. Mit Inkrafttreten des Haushalts 2018 stehen dafür 350 Millionen Euro bereit. Der Gütertransport auf der Schiene wird dadurch billiger. Die Freiräume sollen die Unternehmen für Investitionen in Innovationen nutzen.
  • Leistungsfähige Infrastruktur bereitstellen
    Die für den Güterverkehr wichtigen Strecken und Großknotenpunkte im Schienennetz werden aus-, bzw. neu gebaut. Überholgleise ermöglichen dann den Einsatz längerer Güterzüge (740-Meter-Netz).
  • Digitalisierung und Automatisierung vorantreiben
    Durch Digitalisierung, etwa das Online-Buchen von Trassen, wird die Kapazität im Netz gesteigert. Digitale Fahrpläne und Regelwerke oder die digitale Trassenvergabe beschleunigen Betriebsprozesse. Durch (Teil-)-Automatisierung werden Strecken besser ausgelastet und die Leistungsfähigkeit insgesamt erhöht. Der Verkehr wird zuverlässiger und preiswerter. Auf einem digitalen Testfeld im Rangierbahnhof München wird die erste automatisierte und digitalisierte Zugbildungsanlage getestet, etwa zum vollautomatischen Rangieren oder Kuppeln. Das Pilotprojekt soll im Sommer 2017 starten.

    Oliver Wolff,‎ Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)‎, Bundesminister Alexander Dobrindt, DB-Verkehrsvorstand Berthold Hub

Die Deutsche Bahn begrüßt die Vorstöße des Bundesministers. DB-Verkehrsvorstand Berthold Huber: „Mit dem Masterplan werden wir einen erheblichen Innovationsschub auf die Schiene bringen und selber unsere Hausaufgaben erfüllen. Automatisiertes Kuppeln, autonomes Rangieren, mit dem Internet verbundene, intelligente Güterwagen sowie eine bessere Ausbildungslandschaft für unser Personal werden den Schienengüterverkehr deutlich attraktiver machen.“

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Deutschlands Straßen droht ein Verkehrsinfarkt. Die spürbare Absenkung der Trassengebühren wird für eine deutliche Verbesserung der Wettbewerbsposition der Güterbahnen sorgen. Neben dem 740 Meter-Netz, dem Ausbau des Ost-Korridors und der Auflösung von Kapazitätsengpässen in den Großknoten werden wir mit Effekten aus der Digitalisierung die Leistungsfähigkeit des Bahnnetzes steigern.“