Deutsche Bahn
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DB will Prozesse bei Baustellen verbessern

Das neue Lagezentrum Bau sorgt dafür, dass die Auswirkungen auf den Kunden minimiert werden.

Die DB investiert mehr ins Netz - und daher wird mehr gebaut. 2017 werden 7,5 Milliarden Euro in das deutsche Schienennetz investiert.

  • 5,2 Milliarden Euro stehen für die Erneuerung und Instandhaltung von 1.650 Kilometern Gleisen, 1.800 Weichen sowie 4.600 Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik zur Verfügung.
  • Hinzu kommen 2,3 Milliarden Euro für zahlreiche Neu- und Ausbaumaßnahmen.

Bereits im ersten Halbjahr 2017 ist die Zahl der Baumaßnahmen gegenüber dem Vorjahr um etwa 20 Prozent auf zeitweise bis zu 800 Baustellen pro Tag gestiegen und in der Herbstspitze können es auch bis zu 1.000 werden. Deshalb will die DB mit neuen Maßnahmen und Methoden die Prozesse verbessern und die Performance beim Bauen erhöhen.

Lagezentrum Bau: Anwalt der Kunden

Daher hat das neue Lagezentrum Bau, die Spezial-Einheit für das Bauen und Fahren bei der Bahn, am 1. Juli seine Arbeit aufgenommen. Hier laufen alle Maßnahmen zusammen, werden optimiert oder - als Anwalt der Bahnreisenden - teilweise auch verschoben, wenn die Auswirkungen auf die Kunden zu groß erscheinen. Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Das Lagezentrum hat die Aufgabe, die Baustellen für die Zukunft besser durchzuplanen und besser auf den Fahrplan abzustimmen.“

Lagezentrum Bau: Hier laufen alle Maßnahmen zusammen

Mobile Eingreiftruppe vor Ort

Rund 15 Mitarbeiter analysieren, steuern, unterstützen und informieren. Auch eine mobile Eingreiftruppe soll bei besonders brisanten Baumaßnahmen vor Ort bei der Planung und Abwicklung unterstützen und somit die Auswirkungen auf den Kunden minimieren. Hinzu kommen bis Ende des Jahres weit über 100 Mitarbeiter im Netz, die sich mit der Frage beschäftigen, wie baubedingte Verspätungsminuten abgebaut werden können. Dazu arbeitet das Lagezentrum eng mit den Bereichen Fahrplan und Baubetrieb zusammen. 

Effektivität und die Effizienz in der Übersicht

Kurzfristig wirkende Maßnahmen:

  • Die DB prüft, ob Baumaßnahmen durch andere Bauverfahren verkürzt werden können, um so die Belastungen zu reduzieren.
  • Die Fahrpläne werden optimiert und die Baustellen in den Fahrplan eingearbeitet, so dass die Fahrgäste neue verlässliche Fahrtzeiten erhalten.

Langfristig wirkende Maßnahmen:

  • Baumaßnahmen werden noch stärker entlang von Korridoren gebündelt und damit Sperrzeiten vermieden, in denen keine Züge fahren können.
  • Die Bauverfahren werden optimiert: Die Kollegen überprüfen in einem Exzellenz-Programm das Design von Baumaßnahmen, erhöhen die Qualitätssicherung und verbessern durch Computerverfahren die Baumaßnahmen. 

DB verstärkt parallel den Dialog

Zudem wird offen und konstruktiv diskutiert, etwa im Dialogforum „Pünktlichkeit und Qualität“, am Runden Tisch Baustellenmanagement sowie in einem vor kurzem eingerichteten Jour Fixe mit der gesamten Branche, der viermal im Jahr tagt. So schafft die DB mehr Klarheit und Transparenz über die Auswirkungen des Bauens, damit sie und die Eisenbahnunternehmen die Kunden rechtzeitig informieren können.

"Zukunft Bahn": Zielwert sind 81 Prozent im Fernverkehr

Zum Hintergrund: Mit Hochdruck arbeitet die DB für ihr Programm „Zukunft Bahn“ an einer verbesserten Pünktlichkeit. Im vergangenen Jahr ist es gelungen, die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr von 74,4 Prozent auf 78,9 Prozent im Fernverkehr zu steigern. Auch der Nah- und Güterverkehr profitiert von den eingeleiteten Maßnahmen deutlich. Jetzt geht die DB mit dem Lagezentrum einen Schritt weiter und unternimmt noch größere Anstrengungen, um den Zielwert von 81 Prozent im Fernverkehr für dieses Jahr zu erreichen.