Deutsche Bahn
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Von Handschuhen und Pfadfindern

Am 10. August präsentierten elf Start-ups in Berlin ihre Ergebnisse aus 100 Tagen im Start-up-Förderprogramm bei der DB.

XapiX-Mitgründer Christian Umbach präsentiert sein Produkt: einen Werkzeugkasten für Entwickler zur vereinfachten Datenbündelung

Scheinbar im luftleeren Raum gestikuliert Marcus Georgi auf der Bühne im alten Güterbahnhof „Von Greifswald“ in Berlin. Doch der Schein trügt, die Armbewegungen von Georgi sind mit Sinn und Verstand. Der Mitgründer von Kinemic demonstrierte am 10. August seinen Prototypen, der es ermöglicht, technische Geräte mit Gesten zu steuern. Neben Kinemic präsentierten zehn weitere Start-ups, woran sie in den letzten 100 Tagen in der DB mindbox getüftelt haben. Die DB mindbox ist der Coworking-Space in den S-Bahn-Bögen an der Station Jannowitzbrücke in Berlin, wo DB-Mitarbeiter gemeinsam mit Start-ups arbeiten.

Marcus Georgi von Kinemic zeigt, wie man nur mit Gesten arbeiten kann

Kerngeschäft verbessern

Sechs der elf Start-ups, neben Kinemic noch BlunderEco-AdaptiNDTactLexa Texer und Machines with Vision, waren Teilnehmer des DB Accelerators, dem Förderprogramm für Technologien, die Qualitätsverbesserungen im Kerngeschäft der DB zum Ziel haben. Diesmal stand die Förderrunde unter dem Motto „Future of Maintenance“, zu Deutsch „Instandhaltung der Zukunft“. Gesucht wurden Hard- oder Softwarelösungen für Wartungsfreiheit, Reparatur und Instandhaltung. Kinemic zeigte beispielhaft, wie ihre Software Instandhaltungsmitarbeiter der DB bei der Arbeit unterstützen könnte. Mit Hilfe der Gestensteuerung wäre es dann nicht mehr nötig, etwa die Handschuhe auszuziehen, um einen Arbeitsschritt digital zu dokumentieren. Im Winter bei Minusgraden eine Wohltat und noch dazu erhöht sich die Arbeitssicherheit!

So könnte die Arbeit eines Instandhaltungsmitarbeiters mit Kinemic aussehen:  Für Kinemic und die fünf anderen Start-ups ging es darum, die anwesenden Vertreter aus den Geschäftsfeldern vom Nutzen ihrer Idee für die DB zu überzeugen, damit die Zusammenarbeit auch nach ihrer Zeit im DB Accelerator weitergeht.

Lösungen für die vernetzte Stadt

Die anderen fünf Jungunternehmen, AirmadaMyKiMy VoiceNaventik und XapiX, haben in den letzten drei Monaten darauf hingearbeitet, die Vertreter der DB Digital Ventures, die bei der DB für Beteiligungen an Start-ups zuständig ist, von einer Investition in ihr Produkt zu überzeugen. Für das Programm Beyond1435 hatte die DB nach Mobilitäts-, Infrastruktur- und Logistikdienstleistungen für die Stadt von morgen gesucht. Eines der Start-ups, dessen Produkt die Stadt der Zukunft ein Stück näherbringt, ist Naventik. Das Jungunternehmen aus Chemnitz hat ein satellitengestütztes Ortungssystem für autonom betriebene Fahrzeuge auf der Straße entwickelt. Der Pfadfinder lotst Fahrzeuge durch dichten Verkehr, sie bleiben sicher in der Spur – bei jedem Wetter und in jeder Umgebung. Für die DB sind vor allem die verbesserte Navigation und die Anwendungsmöglichkeiten für autonome Shuttles spannend. Welche Start-ups die DB Digital Ventures überzeugen konnte, wird in den nächsten Monaten bekannt gegeben.

Investoren, u.a. von der DB, diskutieren über die Förderung von Start-ups

Beyond1435 wird zur offenen Innovationsplattform

Eröffnet wurde der Abend von DB-Personalvorstand Ulrich Weber, der dabei gleich eine Neuigkeit verkündete. Das Beyond1435-Programm wird zu einer offenen Innovationsplattform mit Partnern aus der Industrie weiterentwickelt. Neben dem Berliner Unternehmen Alba Group werden die Siemens AG und SBB ab dem 1. September Teil von Beyond1435. Ziel ist es, gemeinsam Unternehmen zu fördern, die bereits etabliert sind und innovative Mobilitäts-, Infrastruktur- und Logistikdienstleistungen anbieten.