Deutsche Bahn
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Wanda und Sibylle können loslegen

Am 6. Oktober fiel der offizielle Startschuss für den letzten großen Tunnel des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm.

Feier zum offiziellen Baubeginn

Die Feier zum Baubeginn des Tunnels.

Die Deutsche Bahn hat heute unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste den offiziellen Baubeginn des Albvorlandtunnels gefeiert. Dabei wurden die beiden Tunnelvortriebsmaschinen „WANDA“ und „Sibylle“ und der Tunnel symbolisch getauft. Der Tunnel heißt während der Bauzeit „Nicole-Tunnel“ und trägt damit den Namen seiner Tunnelpatin, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg. 
Der Albvorlandtunnel wird zu den zehn größten Tunneln in Deutschland gehören und mit bis zu 250 km/h durchfahren werden. Am Ende heißt es: Kürzere Fahrtzeiten für Personenzüge und mehr Kapazitäten für den Güterverkehr.

Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla bei seiner Rede.

„Mit dem Einsatz der beiden Tunnelvortriebsmaschinen werden wir die Vortriebsleistungen auf der Neubaustrecke noch einmal deutlich erhöhen. Wenn der Tunnel fertig ist, wird er als Teil des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm immense verkehrliche Vorteile bringen“, sagte Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur Deutsche Bahn AG.

„Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm ist von europaweiter Bedeutung. Die Strecke ist ein wichtiges Verbindungsstück auf der strategisch wichtigen Ost-West-Schiene und ihr Ausbau wird Zentraleuropa noch enger zusammenwachsen lassen“, sagte Guido Wolf, Minister der Justiz und für Europa des Landes Baden-Württemberg.

Investition von 380 Millionen Euro

Der Bau des Albvorlandtunnels wurde Ende 2015 für rund 380 Millionen Euro an die schweizerische Baufirma Implenia vergeben. Neben dem Bau des Albvorlandtunnels umfasst der Auftrag auch die Herstellung der beiden Anschlüsse der Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm an die bestehende Bahnstrecke Plochingen–Tübingen. Dies ist zum einen die Wendlinger Kurve einschließlich eines 494 Meter langen Tunnels für neue Zugfahrten in der Relation Stuttgart–Tübingen. Zum anderen wird auch die Güterzuganbindung für Züge der Relation Ulm–Plochingen einschließlich eines 173 Meter langen Tunnels unter der Bundesautobahn A8 vom Auftragnehmer gebaut.

Albvorlandtunnel in Zahlen

Der 8.176 Meter lange Albvorlandtunnel besteht aus zwei eingleisigen Tunnelröhren, die alle 500 Meter mit Querschlägen verbunden werden. Der Tunnel wird aus 54.000 Betonfertigteilen, sogenannten Tübbingen, bestehen, die in unmittelbarer Nähe zur Baustelle hergestellt werden. Insgesamt werden etwa 600 Bauarbeiter und rund 80 Ingenieure, Geologen und Kaufleute an der Vollendung der beiden Tunnelröhren arbeiten.

Zwei 120 Meter lange Tunnelvortriebsmaschinen

Die Bauarbeiten für den Tunnel können beginnen.

Die beiden Tunnelvortriebsmaschinen aus dem Hause Herrenknecht sind jeweils rund 120 Meter lang, wiegen rund 2.300 Tonnen und haben einen Durchmesser von 10,82 Meter. Die Antriebsleistung liegt bei 4.400 Kilowatt je Maschine. Für den Vortrieb der beiden 8.176 Meter langen Tunnelröhren werden die beiden Tunnelvortriebsmaschinen rund eineinhalb Jahre brauchen. Die durchschnittliche Vortriebsgeschwindigkeit wird bei rund 20 Metern pro Tag und Maschine liegen. 

WANDA und Sybille bohren sich durch.

Aktueller Stand Neubaustrecke Wendlingen–Ulm 

Für die Neubaustrecke sind inzwischen rund 38 Kilometer und damit über 60 Prozent von insgesamt 61 Kilometern Tunnel gegraben. Die Tunnelverbindung zwischen Ulm und der Albhochfläche ist hergestellt, da Ende des vergangenen Jahres am Albabstiegstunnel in Ulm der Durchschlag gefeiert werden konnte. Der Ausbau der Tunnel mit Innenschalen geht planmäßig voran. Auf der Albhochfläche sind bereits erste Renaturierungsarbeiten angelaufen.
Bei der Filstalbrücke, die Steinbühltunnel und Boßlertunnel verbindet, entstehen derzeit die ersten Pfeiler. Die Filstalbrücke wird nach ihrer Vollendung mit einer Höhe von 85 Metern über Grund die dritthöchste Eisenbahnbrücke in Deutschland sein.