Deutsche Bahn
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Konzernprogramme

„Zukunft Bahn“ wird um drei weitere strategische Konzernprogramme ergänzt

Vollautomatisches Fahren auf der Schiene, Autonomes Fahren auf der Straße und neue Geschäftsmodelle

DB treibt Automatisierung ihrer Züge weiter voran

U-Bahn-Linien und Flughafen-Shuttles weltweit machen es bereits vor: den vollautomatischen Zugbetrieb ohne manuelle Steuerung aus dem Führerstand heraus. In Deutschland gibt es hierfür bereits Beispiele. Die U-Bahn in Nürnberg fährt seit bald zehn Jahren zwei Linien im Regelbetrieb fahrerlos. Auch für die DB stellt sich deshalb die zentrale Frage: Werden durch eine höhere Automatisierung unsere Züge pünktlicher und zuverlässiger, und welche Berufsbilder entwickeln sich dadurch weiter beziehungsweise neu?

Mit drei Pilotprojekten sammelt die DB bereits erste Erfahrungen. Im Technologiemanagement der DB RegioNetz Verkehrs GmbH arbeiten die Kollegen an der Weiterentwicklung des Fahrassistenzsystems „Fassi 4.0“, das die neuesten digitalen Technologien zur Automatisierung des Fahrbetriebs anwendet und bei der Erzgebirgsbahn erstmalig erprobt wird.

DB Cargo hat bereits den ersten Demonstrator einer automatisierten Streckenlok, inklusive Hinderniserkennung, auf einem Testring erfolgreich umgesetzt. Weiterhin wird die Pilotierung einer vollautomatischen Abdrücklok im Rangierbetrieb vorangetrieben. Eine Abdrücklok bewegt Güterwagen in den großen Zugbildungsbahnhöfen über den Ablaufberg.

Die Digitalisierung bietet dabei neue Chancen, die DB-Produkte technologisch weiter voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit des Systems Bahn zu verbessern. Geschwindigkeit ist hier der erfolgsbestimmende Faktor im Wettbewerb um Kunden und Marktanteile. Der Anspruch der DB ist es, selbst Technologieführer zu werden und den Bahnbetrieb weiterzuentwickeln sowie aktiv mitzugestalten. 

Fahrerlose Fahrzeuge werden schon bald Realität auf unseren Straßen sein. Mobilität auf der Straße wird so bequemer, individueller, effizienter und ökologischer. Fahrzeit wird zur gut genutzten Zeit. Dies gilt sowohl für die individuelle Nutzung eines Pkw als auch für Carsharing. Auch die Logistikbranche wird durch fahrerlose Fahrzeuge profitieren: eine höhere Auslastung, automatisierte Flottensteuerung und mehr Flexibilität auf Kunden- und Spediteursseite sind möglich. Zudem werden die Straßen sicherer, denn die meisten Unfälle entstehen heute durch menschliches Versagen. Die DB setzt sich aktiv mit der Frage auseinander, wie sich autonome Fahrzeuge künftig für ihre Kunden im Bereich Mobilität und Logistik nutzen lassen. Es geht nicht mehr nur darum, Fahrgäste von einem Bahnhof zum anderen zu bringen. Vielmehr kann durch autonomes Fahren die Tür-zu-Tür Mobilität für die Kunden in den Fokus gerückt werden. Autonome Autos und Busse eröffnen Möglichkeiten, das Angebot der DB im ländlichen und städtischen Raum sowie auf Fernstrecken weiterzuentwickeln. Autonom fahrende Lkw können sich bereits in wenigen Jahren auf Autobahnen vernetzen und in Kolonnenfahrten (sogenanntes Platooning) durch den Windschatten Kraftstoff sparen. In einer weiteren Ausbaustufe ist das Fahren ganz ohne Fahrer denkbar.

Viele Branchen befinden sich zurzeit im Umbruch. Die Digitalisierung erreicht auch die Märkte der DB und führt dort zu verstärktem Wettbewerb. Ein Beispiel: der Fernbus, der sich ohne digitale Plattformen nicht in solcher Geschwindigkeit durchgesetzt hätte. Aber auch unabhängig davon stehen die Geschäftsmodelle in einem Verteidigungskampf – sei es der Schienenverkehr in Deutschland oder die weltweite Logistik. Die DB hat wertvolle Ressourcen, wie den Zugang zu Millionen Kunden, Standorte in fast allen deutschen Innenstadtlagen und einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Digitalisierung eröffnet der DB vielfältige Chancen, dies für neue Geschäftsmodelle zu nutzen. Abseits von Risiko- und Silo-Denken gilt es mit Start-ups und internen Geschäftsideen umzugehen. Das Programm „Neue Geschäftsmodelle“ schafft strukturelle Voraussetzungen und identifiziert Themen.