Deutsche Bahn
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Dialog zum Arten-und Naturschutz

8. Fachtagung Naturschutz

Am 28. und 29. März fand die 8. Fachtagung Naturschutz der Deutschen Bahn in Fulda statt. Mit Vertretern aus Wissenschaft, Behörden und Verbänden werden Projekte und Entwicklungen im Natur- und Artenschutz diskutiert.

 In Fulda trafen sich an beiden Tagen der 8. Fachtagung Naturschutz mehr als 300 Teilnehmer. Der überwiegende Teil kam aus den verschiedenen Geschäftsfeldern des Konzerns, die mit dem Thema Naturschutz bei Bau, Rückbau, Instandhaltung oder der Flächenbewirtschaftung Berührung haben. Es waren zudem zahlreiche Behörden- und Ministeriumsvertreter sowie Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Stiftungen und ausländischen Bahnen anwesend. Neben Vorträgen zu rechtlichen und fachlichen Neuerungen im Bereich Natur- und Artenschutz sowie zu naturschutzfachlichen Kompensationsverpflichtungen wurden auch praktische Erfahrungen zum Thema ausgetauscht.

Der erste Tag stand im Zeichen des Vegetationsmanagements. So wurde das Hot Spot-Programm der DB Netz AG vorgestellt, welches die Prävention vor vegetationsbedingten Störungen bei Extremwetterereignissen zum Ziel hat. Eine lebhafte Diskussion entfachte der Vortrag des Referatsleiters aus dem Hessischen Umweltministerium der auf die Berücksichtigung des Artenschutzes bei der Vegetationspflege einging. Das Umweltplanungsbüro Bosch & Partner stellte erste Ergebnisse des Projektes „Ökologische Vegetationspflege an Bahntrassen“ vor, das EBA informierte zum Projekt „Invasive Arten“ des BMVI-Expertennetzwerks und zum Abschluss dokumentierte ein filmischer Beitrag, wie die DB Netz AG unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte neuen Lebensraum für das Auerhuhn im Schwarzwald schafft.

Tag zwei der Veranstaltung war gespickt mit Berichten aus der Praxis. In einem Vortrag wurden die Ergebnisse eines Projektes aus dem Verkehrsministerium zu Biodiversitätsmaßnahmen im Verkehrssektor vorgestellt. Das Projekt „High Speed Two“, welches einen Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes in England plant, gewährte den TeilnehmerInnen einen Blick in den dortigen Umgang mit Umweltfragen, der NABU legte die Gefahren für Vogel durch Stromleitungen dar und die TU München präsentierte erste Auswertungen zum evidenzbasierten Naturschutz mithilfe des IT-Tools FINK. DB-Kollegen und Vertreter von Umweltplanungsbüros berichteten abschließend von Ihren Erfahrungen mit streng geschützten Reptilien und Amphibien auf der Baustelle.

Insgesamt bestand bei den Teilnehmern und Referenten Einigkeit darüber, dass es im Themenfeld Artenschutz sowie Kompensation noch umfassenden Forschungsbedarf gibt. Insbesondere der Austausch von Best Practice und auch der evidenzbasierte Ansatz sollten zukünftig weiter vorangetrieben werden. Mit dem Instrument FINK hat die DB eine gute Grundlage geschaffen, jedoch sollten Möglichkeiten zur Auswertung weiterentwickelt und ausgebaut werden.

Auch auf der Informationsebene besteht noch Handlungsbedarf, insbesondere würde eine effiziente und systematische Bereitstellung von Wissen und gesammelten Erkenntnissen eine wichtige Grundlage für die praktische Arbeit darstellen.

Die Fachtagung bot nicht nur zahlreiche Vorträge von in- und externen Referenten, sondern auch Raum für umfangreiche Diskussionen und die Möglichkeit des fachlichen Austauschs mit Naturschutz-Kollegen aus ganz Deutschland.