Deutsche Bahn
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Naturschutz

Viele Pflanzen und seltene Tiere leben entlang von Bahntrassen und Stromleitungen. Sie finden Platz auf DB-Flächen und -Gebäuden. Diese zu schützen, ist Ziel der DB sowohl beim Betrieb, bei der Planung als auch beim Bau und der Instandhaltung von Bahnanlagen.

Naturschutz von Anfang an

In Deutschland stehen über 470 Tiere und Pflanzen unter strengem Artenschutz. Viele davon, wie die Zauneidechsen oder Fledermausarten, wie das Große Mausohr, siedeln sich gerade an Bahnstrecken oder ungenutzten Gebäuden an, da sie andernorts keinen Lebensraum mehr finden. Eingriffe in die Natur beim Bau oder bei der Instandhaltung unserer Infrastruktur wollen wir möglichst vermeiden. Dort wo Eingriffe unvermeidbar sind, ist es uns besonders wichtig, einen wirksamen Ausgleich oder Ersatz zu schaffen. 

In der Strategie DB2020+ wollen wir aber mehr tun als die rechtlichen Vorschriften einzuhalten. Daher haben wir im Naturschutz drei Themenfelder definiert, an denen wir in den nächsten Jahren verstärkt arbeiten wollen.  


DB-Flächen für die Natur

Traditionell verfügt die DB über viele Flächen, die für den Verkehrsbetrieb nicht mehr benötigt werden. Gemeinsam mit Umweltverbänden prüfen wir, welche davon für Naturschutzzwecke geeignet sind. Diese Flächen wollen wir an die Natur zurückgegeben und Verbänden und Stiftungen zur Verfügung stellen. Vereinbart haben wir das mit den Umweltverbänden NABU, VCD, BUND und DUH. Die ersten sechs Flächen haben wir übergeben.

Im Rahmen des Projekts „Bienen bei der Bahn“ stellen wir Hobby-Imkern seit November 2016 zudem kostenfrei mehrere hundert Flächen für die Aufstellung von Bienenkörben zur Verfügung. Mit dem Projekt wollen wir die Imker unterstützen und dabei helfen, die immer stärker bedrohten Bienen zu schützen.

Vogelschutz an Bahnanlagen

Wenn Vögel mit beiden Flügeln die spannungsführenden Teile von Oberleitungsanlagen und den geerdeten Masten überbrücken, kann es zu einem Kurzschluss kommen. Jährlich kommt es so zu rund 3.700 Störfällen, davon sind 87 % auf Tauben und Rabenvögel zurückzuführen. Weitere 8 % entfallen auf kleine Säugetiere wie Eichhörnchen und Marder und 3,6 % betreffen Greif- und Schreitvögel sowie Eulen. Tiere, die nicht identifiziert wurden, haben wir anteilig gemäß der Häufigkeit den anderen Kategorien zugeordnet. Zum Wohle der Vögel und um Störungen zu vermeiden, wollen wir den Vogelschutz an den Oberleitungen verbessern. Neue Anlagen werden von Anfang an so gestaltet, dass Vögel vor Stromschlägen geschützt werden. Hier diskutieren wir mit Naturschutzverbänden verschiedene Lösungsansätze. Die DB Netz arbeitet an einem Konzept wie die Anzahl der Kurzschlussereignisse durch Vögel deutlich reduziert werden kann. Im Bestandsnetz hat die DB pilotweise Kleintierabweiser installiert um zu prüfen, ob eine Ausrüstung an Störungsschwerpunkten sinnvoll ist.

Nachhaltige und ökologische Vegetationskontrolle

Das Schneiden von Bäumen und Pflanzen nennen wir Vegetationskontrolle. Diese müssen wir regelmäßig durchführen, damit Signale und Stromleitungen nicht zuwachsen oder schadhafte Bäume auf die Gleise stürzen. Aktuell beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir die Vegetationskontrolle noch nachhaltiger durchführen können, beispielsweise indem wir durch den Rückschnitt von Bäumen eine Verbindung zu angrenzenden Biotopflächen  schaffen. Geschützte Arten, wie die Zauneidechse, können so einfacher von Fläche zu Fläche wandern und sich neue Lebensräume erschließen. Aktuell erstellen wir zwei Studien zur ökologischen Pflege von Bahntrassen und Flächen unter Freileitungen, bei denen wir unter anderem mit der DUH und dem Netzbetreiber Amprion zusammenarbeiten.  

Digitale Landkarte zeigt Berührungen mit Schutzgebieten

Rund 34.000 km lang ist das Streckennetz der DB. Überschneidungen mit Schutzgebieten sind da keine Seltenheit. So führen beispielsweise mehr als 8.000 km Bahnstrecke durch oder entlang von Landschaftsschutzgebieten. Hier muss die DB spezielle Auflagen beachten. Auch bei der Planung von Ausbau- und Instandhaltungs-maßnahmen ist das Wissen, wo wir in Schutzgebieten ganz besonders sensibel sein müssen, elementar.

Daher nutzen wir geografische Informationssysteme (GIS), um Berührungspunkte zwischen Natur und Eisenbahntrassen sowie DB-Flächen zu ermitteln. In den Systemen sind die Bahnstrecken und – flächen sowie alle digital verfügbaren Schutzgebiete Deutschlands hinterlegt. Rund eine Million Datensätze umfasst unser System. In einer digitalen Landkarte ist sofort zu erkennen, wo sich deutschlandweit Flächen der Deutschen Bahn und Schutzgebiete überlagern.

Neben der Dokumentation, welche Berührungspunkte unsere Strecken und Flächen mit Schutzgebieten haben, können auch die Berührungen unserer Freileitungstrassen von DB Energie erfasst und grafisch dargestellt werden. 

Schutzgebiet Strecken


Schutzgebiet Flächen


DB-Freileitungen