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Sicherheit im Bahnhof und am Gleis

Deutsche Bahn informiert über richtiges Verhalten an Bahnanlagen

Auf Gleisen und Anlagen der DB kommt es trotz Sicherheitshinweisen leider immer wieder zu schweren Unfällen. Die DB klärt mit der Bundespolizei und weiteren Partnern seit Jahren über das richtige Verhalten an Bahnanlagen auf.

Das über 33.300 Kilometer lange Streckennetz der Deutschen Bahn führt mancherorts durch bewohntes Gebiet, in Städten und Gemeinden gibt es rund 5.700 Bahnhöfe. Trotz klarer Regeln und Hinweisschilder kommt es an diesen Bahnanlagen leider immer wieder dazu, dass nicht nur Erwachsene durch leichtfertiges Verhalten und Unachtsamkeit ihr Leben und das anderer gefährden, sondern auch Jugendliche und Kinder. Daher engagiert sich die Deutsche Bahn seit Jahren mit der Bundespolizei und anderen Partnern, um Unfälle zu vermeiden. Mit der Kurzfilm-Reihe "Wir wollen, dass Du sicher ankommst" wird auf mögliche Gefahren und Verhaltensregeln in Bahnhöfen, an Gleisanlagen und Oberleitungen hingewiesen. Auch die Medienpakete "Sicher unterwegs mit Oli" und "Olis Chance" wenden sich ausdrücklich an Jugendliche und Kinder. Ergänzend informiert die Gemeinschaftskampagne "sicher drüber" die Straßenverkehrsteilnehmer über das richtige Verhalten am Bahnübergang.

Die häufigsten Unfallursachen und Eingriffe in den Bahnbetrieb sind: Betreten von Gleisen, Spielen an oder auf Bahnanlagen, Klettern auf abgestellte Fahrzeuge oder Oberleitungsmasten, Bewerfen von durchfahrenden Zügen sowie Überqueren von Bahnübergängen bei blinkendem Warnlicht oder geschlossenen (Halb)-Schranken.

Ein Zaun, der mitunter gefordert wird, müsste bei der Länge des Schienennetzes zweimal um den Äquator reichen. An Bahnübergängen oder Zugängen für die Reisenden hätte er zahlreiche Lücken, auch Rettungskräften und Instandhaltungspersonal müsste er freien Zugang ermöglichen. Die Deutsche Bahn prüft dennoch, welche Sicherungsmaßnehmen im Einzelfall möglich sind, soweit das im Rahmen der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht erforderlich ist. Ein Zaun ist nicht die einzige Möglichkeit, Unfälle zu verhindern; auch zusätzliche Schilder mit Gefahrenhinweisen, Erdwälle oder andere Hindernisse wie Lärmschutzwände können helfen. Leider ist immer wieder zu beobachten, dass Zäune mutwillig niedergetrampelt, Bepflanzungen zerstört und Warnschilder umgestürzt werden.

Beim richtige Verhalten in Bahnhöfen und -anlagen sind die Besonderheiten des Bahnbetriebs zu beachten. Züge können Hindernissen nicht ausweichen. Aufgrund ihres großen Gewichts haben sie einen sehr langen Bremsweg. Ein Zug mit Tempo 100 kommt nach dem Einleiten einer sogenannten Gefahrbremsung erst nach rund 1.000 Metern zum Stehen. Zudem sind moderne Züge unterwegs, die in der Regel erst sehr spät zu hören sind. Hinzu kommt die hohe Geschwindigkeit: Die ICE etwa fahren auch durch einige Bahnhöfe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern.

Besondere Vorsicht ist bei elektrischen Oberleitungen mit einer Spannung von 15.000 Volt geboten. Berührungen verursachen meist tödliche Verletzungen. Selbst bei einem Abstand von bis zu eineinhalb Metern kann der Strom in einem Lichtbogen überspringen. Es gilt daher ausreichend Abstand zur Oberleitung zu halten und sich nicht etwa durch das Klettern auf Fahrzeuge, selbst wenn diese abgestellt sind, in Lebensgefahr bringen.

An Bahnhöfen gibt es viele Hinweise auf das richtige Verhalten, die für die Sicherheit der Reisenden Sorge tragen. Die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO § 13 [3]) schreibt vor: „Auf Bahnsteigen an Gleisen, die mit einer Geschwindigkeit von mehr als 160 Stundenkilometern befahren werden, sind die bei Durchfahrten freizuhaltenden Flächen zu kennzeichnen [...]". Das geschieht durch weiße Sicherheitslinien oder Schraffuren. Sie kennzeichnen den Bereich, der während der Ein- und Ausfahrt der Züge von Reisenden nicht überschritten werden darf. Erst wenn ein Zug vollständig zum Stehen gekommen ist, dürfen Reisende die weiße Sicherheitslinie übertreten. Bundesweit sind weitestgehend alle 5.400 Bahnhöfe, die von der DB Station&Service AG betrieben werden, mit einer weißen Sicherheitslinie versehen worden. Damit wurden Maßnahmen ergriffen, die über die Bestimmungen der EBO hinausgehen.

Gelb-rote Warnschilder signalisieren den Fahrgästen, dass sie sich nicht zu dicht an der Bahnsteigkante aufhalten sollen. Auch diese Maßnahme geht über die Vorschriften der EBO hinaus. Bereits 1998 wurden die Warnschilder eingeführt, die auf die Gefahren bei ein- und durchfahrenden Zügen hinweisen. Zusätzlich wurde beschlossen, diese Warnschilder grundsätzlich in Verbindung mit der weißen Sicherheitslinie anzubringen. 2001 hatte die Deutsche Bahn festgelegt, dass die Warnschilder und die weiße Linie an allen Bahnsteigen angebracht werden, durch die Züge mit mehr als 80 Stundenkilometer fahren.

Vor durchfahrenden Zügen warnen auch Lautsprecherdurchsagen sowie Anzeigen auf den Zugzielanzeigern von größeren Bahnhöfen. Auf welchen Bahnsteigen Durchsagen verpflichtend sind, regelt die EBO: „Bahnsteige an Gleisen, die mit mehr als 160 Stundenkilometern befahren werden, sollen mit Lautsprecheranlagen ausgerüstet sein.“ (EBO § 16 [5]).

Um die Sicherheit insbesondere an kleinen und mittleren Bahnhöfen zu erhöhen, sind 500 dynamische Schriftanzeiger mit einem Sprachmodul ausgestattet. Sie weisen die Reisenden über Lautsprecher darauf hin, den gekennzeichneten Sicherheitsbereich auf dem Bahnsteig erst dann zu betreten, wenn ein Zug am Bahnsteig hält.

Auch die Hausordnung, die an den Bahnhöfen aushängt, weist auf sicheres Verhalten im Bahnhof und auf den Bahnsteigen hin. So sind beispielsweise Gepäck und Kinderwagen auf dem Bahnsteig so zu sicher, dass sie nicht wegrollen können.

Bahn- und Gleisanlagen zu betreten ist verboten und kann mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro belegt werden. Bei einer konkreten Gefährdung des Eisenbahnbetriebs kann ein solcher Eingriff auch als Straftat mit einer Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren geahndet werden. Darüber hinaus können Schadensersatzforderungen der Bahn bzw. Regressforderungen von Reisenden erhoben werden.