Deutsche Bahn
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03.03.2017 11:00 Uhr Berlin

Schöner Wohnen mit der Bahn: Nistkästen, Reservate und Schutzwälle für Zauneidechsen, Turmfalken und Großtrappen

1.800 Artenschutzmaßnahmen im Jahr 2016 • Umsiedlung von über 1.000 Zauneidechsen allein in Berlin • Nistkästen für Turmfalken zum Tag des Artenschutzes

Hunderte von seltenen Tierarten leben entlang von Gleisen und DB-Anlagen, da sie andernorts keinen Lebensraum mehr finden. Zum Schutz  dieser Artenvielfalt gibt die Deutsche Bahn jährlich bis zu 140 Millionen Euro für ökologische Maßnahmen aus, die im Zusammenhang mit Bauprojekten an Gleisen und Bahnanlagen stehen.

Umweltexperten der DB kümmern sich um Zauneidechsen, Schlingnattern, Fledermäuse, Kraniche, Wildpferde oder Wildbienen. Allein 2016 hat die Deutsche Bahn rund 1.800 Maßnahmen zum Artenschutz umgesetzt. DB Umwelt-Chef Andreas Gehlhaar: „Der Lebensraum von immer mehr Tierarten ist in Deutschland bedroht. Als das grüne Mobilitätsunternehmen ist es unsere Aufgabe, wo immer möglich bedrohte Arten zu schützen. Dazu stellen wir jetzt neue Nistkästen für Turmfalken auf. Dies ist eine von fast 8.500 ganz konkreten Maßnahmen im Umweltschutz der Deutschen Bahn.“

Infografik Naturschutzprojekte

Viele Maßnahmen stehen in Zusammenhang mit Bauprojekten der Eisenbahninfrastruktur. Vor Baubeginn werden Tiere auf künftigen Bauflächen erfasst und durch Experten umgesiedelt. Wenn erforderlich, werden Bauabläufe an Brutzeiten und ähnliche Rahmenbedingungen angepasst. So wurden alleine im Großraum Berlin seit 2015 mehr als 1.000 Zauneidechsen vom Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Schöneweide zu neuen Domizilen umgezogen, bevor Bauarbeiten zur städtischen Flächenentwicklung beginnen. Auch vor dem Neubau des ICE-Werks Köln-Nippes wurden mehr als 150 Zauneidechsen auf eine 17.000 Quadratmeter große benachbarte Fläche umgesiedelt.

Pünktlich zum Tag des Artenschutzes am 3. März hat die DB an der Eisenbahnbrücke, die in der Gemeinde Weyhe bei Bremen über die Weser führt, neue Nistkästen für Turmfalken angebracht.  Zuvor hatten die Falken an einer rund 400 Meter entfernten alten Eisenbahnbrücke genistet, die von der DB erneuert wird. Die neuen Nistkästen dienen als Nistplatz während der Baumaßnahme und wurden von Mitarbeitern des Umweltverbandes Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der DB aufgehängt. Heute leben in Deutschland rund 50.000 Turmfalkenpaare, in Europa sind es 350.000. Die Nistkästen für die Turmfalken sind nur eine von vielen Naturschutzmaßnahmen, mit denen die DB ihre Bauprojekte ausgleicht.

Eines der größten Artenschutzprojekte der DB war in den 90er-Jahren der Bau von zwei sieben Kilometer langen Erdwällen entlang der ICE-Strecke Berlin–Hannover, um die dort heimischen Großtrappen vor den Gefahren des Eisenbahnbetriebs zu schützen. In den Folgejahren konnten Naturschützer eine Zunahme der Population feststellen: 2016 wurde gar die jemals größte Zahl von Trappen im Naturschutzgebiet „Havelländisches Luch“ gezählt – trotz Zunahme des Bahnverkehrs.

Die DB kümmert sich aber nicht nur Tiere, sondern engagiert sich im Naturschutz insgesamt: So stellt sie etwa für den Betrieb nicht mehr notwendige Flächen Umweltverbänden für Naturschutzprojekte zur Verfügung. Zudem ermöglicht sie im Rahmen des Projektes „Bienen bei der Bahn“ Hobby-Imkern kostenfrei die Aufstellung von Bienenkörben auf DB-Flächen.

Weitere Informationen unter www.deutschebahn.com/naturschutz.