Deutsche Bahn
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16.05.2017 Berlin

Mit XXL-Bürste und Laser: So funktioniert bei DB Regio die Zug-Wäsche

Mehr als 7.000 Kilometer Zug und S-Bahn werden jedes Jahr gereinigt • Elf saubere Zahlen zur Zug-Reinigung • Fragen und Antworten an den Regio-Reinigungsfachmann

Eine wirklich saubere Sache: Jedes Jahr werden bei DB Regio Züge und S-Bahnen mit einer Länge von gut 7.200 Kilometern gewaschen. Das entspricht der Strecke Kairo-Kapstadt, ein ganzer Kontinent liegt zwischen diesen beiden Städten. Die gesamte Zugfläche, die von den XXL-Bürsten geschrubbt wird, beträgt 2,3 Millionen Quadratmeter.

Vor allem nachts herrscht in den 53 DB Regio-Waschanlagen bundesweit Hochbetrieb – wenn die Züge nicht unterwegs sind. Im Schnitt alle ein bis zwei Wochen wird jeder der 3000 Züge einmal gewaschen. Laser messen die Zuglängen, und wie in den Anlagen für Autos programmieren Mitarbeiter das passende Waschprogramm.


Zugreinigung

Erst in der wärmeren und dann der warmen Jahreszeit können die roten DB Regio-Züge und die S-Bahnen so richtig glänzen. „Natürlich legen wir 365 Tage im Jahr größten Wert auf Sauberkeit, sagt Ronald Klemke, zuständig für Reinigung bei DB Regio, „aber erst ab dem Frühjahr, ab plus sieben Grad Außentemperatur,  lässt sich der Schmutz leichter entfernen.“

 Graffiti an den Zügen beseitigen die Mitarbeiter weiterhin mühsam per Hand und nur in speziell ausgestatteten Werkstätten. „Je frischer die Farbe, desto schneller geht sie ab“, erklärt Ronald Klemke.

Die Innenreinigung findet täglich – beziehungsweise jede Nacht – statt. Dann werden unter anderem Tische, Fenster und Griffe abgewischt. Auf vielen Strecken sind auch schon tagsüber Mitarbeiter in den Zügen unterwegs, entfernen Abfall, reinigen Toiletten. Die Reinigung der Fußböden und Scheiben erfolgt zwei Mal pro Woche. Die große Grundreinigung steht alle sechs bis acht Wochen auf dem Plan – dann ist unter anderem zusätzlich eine Hochleistungs-Bodenreinigungsmaschine im Einsatz.

Hier können Sie die aktuelle Presseinformation herunterladen:

 

  • 7 Grad Außentemperatur sollten bestenfalls mindestens herrschen, um die besten Reinigungsergebnisse zu erzielen.
  • 40 Minuten dauert im Schnitt eine Wäsche in der Waschstraße.
  • 53 Waschanlagen betreibt DB Regio, davon sind 28 überdacht.
  • 60 Prozent des Waschwassers können wiederverwendet werden.
  • 1.400 Reinigungskräfte schwingen jeden Tag die Lappen.
  • 3.000 Züge gehen jeden Morgen innen gereinigt auf Fahrt.
  • 7.000 Tonnen Abfall werden jährlich entsorgt.
  • 7.200 Kilometer Zug und S-Bahnen werden jedes Jahr in den Waschstraßen gewaschen.
  • 2,3 Millionen Quadratmeter-Fläche kommen dabei unter die XXL-Bürsten.
  • 8,6 Millionen kostete 2016 die Graffiti-Entfernung bei der Deutschen Bahn.
  • Zehn Millionen Mal leert das Servicepersonal jedes Jahr Abfallbehälter.

Wie oft werden denn bei DB Regio die Züge gereinigt?

Die Züge werden natürlich innen UND außen gereinigt. Die Außenreinigung findet ca. alle ein bis zwei Wochen in einer Waschanlage statt. So eine Waschanlage sieht ähnlich aus wie eine Autowaschanlage, aber sie ist natürlich viel höher und viel länger, so ein Zug ist ja in der Regel mehr als 100 Meter lang. Der Waschvorgang dauert demzufolge nicht nur ein paar Minuten wie beim Auto, sondern 40 bis 50 Minuten. Was die Innenreinigung angeht, da gibt es verschiedene Stufen – während des Betriebes die Bedarfsreinigungen, dann wird jeder Zug jede Nacht für den nächsten Einsatz sauber gemacht. Außerdem haben wir ca. alle sechs Wochen eine Grundreinigung, das ist dann wie ein Frühjahrsputz. Dabei werden auch die Wände, die Decken und die Polster intensiv gereinigt.


Was sind denn die Herausforderungen beim Züge Reinigen?

Eine große Herausforderung ist, dass die Züge abends nicht alle ins Depot zurückkommen, sondern auf Abstellanlagen im ganzen Land verteilt stehen. Immerhin sind das rund 3000 Züge. Das heißt, die Koordination ist schon sehr aufwändig. Ich denke da zum Beispiel an die fachgerechte Müllentsorgung an den vielen unterschiedlichen Standorten. Herausforderungen sind natürlich auch Großveranstaltungen, manchmal reicht dann eine ganze Nacht nicht aus, um das Fahrzeug wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Zum Beispiel, wenn große Bierlachen und ganze Müllberge beseitigt werden müssen. Und was Vandalismus angeht – der sorgt ja nicht nur für Schäden, sondern auch für einen hohen Reinigungsaufwand. 


Thema Frühjahrsputz – was ist denn der Unterschied beim Reinigen im Winter oder im Frühjahr?

Der Unterschied  ist, dass wir im Frühjahr wieder richtig glänzen können. Denn  erst ab einer Temperatur von plus sieben Grad greifen die Reinigungsmittel in den Waschanlagen zu 100 Prozent   und dann kommt auch der Dreck leichter runter. Allerdings  bringt das Frühjahr natürlich auch die Insekten, und wie beim Auto reichen dann die Scheibenwischer nicht mehr aus und es muss nachgereinigt werden. Die Innenreinigung ist in dieser Jahreszeit aber insgesamt weniger aufwändig, schon weil es keinen Schneematsch gibt. 

 

Thema Umweltschutz – der Wasserverbrauch in den Waschanlagen dürfte ja ordentlich sein – was passiert denn mit dem Abwasser?

Ja, wir verbrauchen ca. 40 Liter Wasser pro Meter Zug. Unsere Waschanlagen haben überwiegend ein Kreislaufsystem für das Waschwasser, so dass bis zu zwei Drittel wieder verwendet werden können. Der Rest wird in einer Abwasserbehandlungsanlage so aufbereitet, dass er bedenkenlos in die Kanalisation eingeleitet werden kann. 

Außerdem wird durch unser  Qualitätsmanagement sichergestellt, dass wir  nur die umweltfreundlichsten Reinigungsmittel einsetzen, die es auf dem Markt gibt. Sogar bei der Graffiti-Entfernung verwenden wir neuerdings PH-neutrale Mittel.