Deutsche Bahn
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09.07.2017 12:15 Uhr Berlin

Mehr Geld, weniger Wochenstunden oder mehr Urlaub? DB-Mitarbeiter wählen mehr Urlaub

Individuelle Wahl zur Tariferhöhung 2018 abgeschlossen • Mehr Urlaub und mehr Geld ähnlich attraktiv • Hohe Beteiligungsquote • Personalvorstand Weber: Unser Weg trifft Bedürfnisse der Mitarbeiter • Personalplanung wird angepasst

DB-Mitarbeiter haben sich entschieden: Mehr Geld oder mehr Urlaub sind ihnen wichtiger als eine kürzere Wochenarbeitszeit. Rund 130.000 Arbeitnehmer waren aufgerufen, sich für die Zeit ab 2018 zwischen  verschiedenen Modellen zu entscheiden: 2,62 Prozent mehr Lohn oder eine um eine Stunde abgesenkte Wochenarbeitszeit bzw. sechs Tage zusätzlicher Erholungsurlaub jeweils ohne Lohnerhöhung. Dieses neuartige Wahlmodell war das Ergebnis der letzten Tarifrunde bei der DB.

Die Arbeitnehmer haben sich zu 56 Prozent für den Zusatzurlaub entschieden.  41,4 Prozent bekommen 2,62 Prozent mehr Geld. Lediglich 2,6 Prozent wählten die Arbeitszeitreduzierung auf eine 38-Stunden-Woche. Die aktive Rücklaufquote lag bei 70 Prozent. Wer Entgelterhöhung wünschte, (bzw. Arbeitszeitreduzierung für diejenigen, für die der GDL-Tarifvertrag gilt,) konnte auf eine Rücksendung des Wahlscheins verzichten.

DB-Personalvorstand Ulrich Weber: „Wir haben mit dem neuen Wahlrecht ins Schwarze getroffen. Das Wahlrecht entspricht den Bedürfnissen der Arbeitnehmer nach der Flexibilisierung ihrer Arbeitsbedingungen. Es bestätigt den Kurs, den wir mit dem Demografie-Tarifvertrag 2012 eingeleitet haben.“

Die weiblichen Arbeitnehmer haben bei dieser Wahl eine etwas stärkere  Präferenz für den Zusatzurlaub (63,2 Prozent gegenüber 53,8 Prozent bei den Männern) gezeigt. Auch sie bestätigen den konzernweiten Trend hin zu mehr Urlaub, gefolgt von mehr Geld.

Eine Abweichung von dieser Rangfolge zeigt sich mit Blick auf die Altersgruppen: bei den Arbeitnehmern, die 60 Jahre und älter sind, wünschen sich nur knapp 30 Prozent den Zusatzurlaub, während 68,5 Prozent für die Entgelterhöhung gestimmt haben.

„Wir bieten mit der Besonderen Teilzeit im Alter bereits ein Modell zur Arbeitszeitreduzierung vor der Rente an. Deshalb ist für die älteren Arbeitnehmer vermutlich die Entgelterhöhung attraktiver als für andere Altersgruppen“, erklärt Sigrid Heudorf, Leiterin Beschäftigungsbedingungen bei der DB. „Generell scheint die Entscheidung jedoch auf sehr individuellen Lebenssituationen zu beruhen und ist statistisch nicht vorhersehbar.“

In Folge des Mitarbeiterentscheids überprüft die DB jetzt ihre Personalplanung für das kommende Jahr und passt sie entsprechend an. „Wir werden selbstverständlich dort, wo erforderlich, zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Wie hoch dieser zusätzliche Personalbedarf ist, hängt von der konkreten Situation vor Ort ab“, so Heudorf. „Generell haben wir bereits viel Erfahrung im Umgang mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und stellen jedes Jahr mehr als 10.000 Mitarbeiter neu ein.“ 

DB Infografik: Gesamtergebnis der Wahl der DB-Arbeitnehmer zur Tariferhöhrung ab 1.1.2018
DB Infografik: Abstimmungsverhalten nach Alter
DB-Infografik: Abstimmungsverhalten nach Geschlecht