Deutsche Bahn
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29.08.2017 07:30 Uhr Berlin

Berliner Bahntower erstes Unternehmensgebäude in Deutschland mit what3words-Adresse

Haupteingang über drei Wörter schnell und einfach auffindbar

Besucher der Deutsche Bahn-Zentrale im Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin finden ab sofort am Eingang eine neue Adressbezeichnung. DB-Chef Dr. Richard Lutz und what3words-CCO Clare Jones haben dort eine Plakette mit der Drei-Wörter-Kombination „lebendig.webseiten.auflösen“ enthüllt. Die verweist auf das zugehörige 3x3 Meter-Quadrat innerhalb eines weltumspannenden Adresssystems des britischen Start-ups what3words. Der Vorteil: Die klassische Adresse gilt für den gesamten Gebäudekomplex und daher unter anderem auch für eine Postfiliale sowie für die Shops und Gastronomie im Untergeschoss. Über die Eingabe der drei Wörter auf der Homepage oder in der App von what3words finden Besucher den Eingang zum DB-Gebäude leichter und schneller. Die DB ist seit April dieses Jahres über ihren Start-up-Fonds an dem Unternehmen beteiligt.

Clare Jones und Dr. Richard Lutz enthüllen die what3words-Adresse am Bahntower

Dr. Richard Lutz und Clare Jones über what3words und die Partnerschaft mit der DB

Was hat what3words entwickelt?

Clare Jones: „Wir haben die Welt in ein Raster aus 57 Milliarden 3x3 Meter großen Quadraten aufgeteilt, jedem dieser Quadrate eine eindeutige Drei-Wörter-Adresse zugeordnet und damit ein neues Adresssystem geschaffen. So können Standorte auf präzise und einfache Art und Weise lokalisiert werden. Das bedeutet, dass es für jede Person und für jeden Ort weltweit eine Adresse gibt. Selbst dort, wo keine Hausnummer oder Postleitzahl existiert. Manchmal verbergen sich hinter einer Adresse aber einfach nur mehrere Eingänge, Zufahrten oder Einrichtungen. Das kann die Suche kompliziert machen. Mit what3words ist das exakte Ziel immer leicht zu finden.“          

Wer hat what3words gegründet?

Clare Jones: „Chris Sheldrick, unser Co-Founder und CEO, hatte zuvor zehn Jahre in der Musikbranche gearbeitet. Er hat Bands gebucht und Musik-Events rund um den Globus organisiert. In dieser Zeit hat er immer wieder beobachtet, dass Lieferanten keine Seiteneingänge oder Musiker nur schwer den Weg vom Hotel zur Konzert-Location gefunden haben. Er teilte Adressen und GPS-Koordinaten. Auch das führte nicht zur gewünschten Lösung. So wurde die Idee zu what3words geboren. Gemeinsam mit zwei Freunden hat er die Kern-Algorithmen entwickelt, die erste Wörterliste aufgebaut sowie Website und App erstellt. Die drei haben dann 2013 die Firma gegründet und sind noch immer die treibende Kraft. Das Unternehmen hat mittlerweile rund 30 Mitarbeiter.“  

Wo wird what3words genutzt? 

Clare Jones: „Kuriere in Europa, Asien, Afrika und den USA nutzen what3words schon heute, um Waren schneller und punktgenau auszuliefern. Andere Anwendungen helfen Touristen, Treffpunkte oder Geheimtipps aufzufinden – von versteckten Plätzen in Parks über Strandabschnitte bis hin zu nicht adressierten Eingängen zu Airbnbs. In der Mobilität spielt what3words eine entscheidende Rolle für Navigationssysteme. In Kürze wird die Adresssuche auch über Spracheingabe funktionieren. Das kann die Navigation während des Fahrens entscheidend verbessern, besonders bei uneindeutigen Straßennamen oder dann, wenn die konventionellen Adresssuchsysteme einen Ort in der Mitte des Gebäudekomplexes und nicht den Eingang markieren.“

Warum hat sich die Deutsche Bahn an dem Start-up beteiligt?

Dr. Richard Lutz: „Die what3words-Verortung bietet eine nie dagewesene Präzision und kann Mobilitätsformen wie dem autonomen Fahren oder Drohnen-Auslieferungen neuen Schub verleihen. Nicht nur die Genauigkeit und Einfachheit des Systems sowie das Wachstum und die Innovationskraft dieses jungen Unternehmens sind phänomenal. Auch die Anwendungsmöglichkeiten für die Geschäftsfelder der Deutschen Bahn beeindrucken. Wir sehen unter anderem Potenziale für Qualitäts- und Effizienzsteigerungen im weltweiten Warenverkehr. What3words kann auch für autonome Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr hilfreich sein, die wir heute schon testen und sukzessive weiterentwickeln. Autonome Shuttles sind ein wichtiges Zukunftsfeld, gerade wenn wir über Smart Cities reden. Als Deutsche Bahn können wir Städten wie kein anderes Mobilitätsunternehmen in Deutschland digitale Mobilitäts-, Logistik- und Infrastrukturlösungen aus einer Hand bieten. Unsere jüngsten Start-up-Beteiligungen untermauern das.“   

Wie hat sich der Start-up-Fonds seit Gründung der DB Digital Ventures im November 2016 entwickelt?

Dr. Richard Lutz: „Die DB Digital Ventures gibt es jetzt neun Monate. Wir haben in dieser Zeit als Konzern enorm an Dynamik und Innovationskraft gewonnen. Eines hat sich bestätigt: Wir müssen bei der Digitalisierung nicht alles selbst machen. Andere sind oft schneller und fokussierter, wenn es um neue Produkte und Services geht. Beteiligungen bieten die Chance, rasch an diesen Neuentwicklungen zu partizipieren. Deshalb setzen wir auf neue Technologie-Partner, Start-ups und die Geschäftsideen unserer Mitarbeiter. Dafür halten wir bis 2019 rund 100 Millionen Euro Wagniskapital bereit. Mittlerweile haben wir fünf vielversprechende Beteiligungen an Start-ups. Bis Ende des Jahres werden weitere hinzukommen. Wir merken, dass wir mit den richtigen Partnern schnell etwas bewegen können. Außerdem erhalten wir als Deutsche Bahn Zugang zu innovativen Technologien, mit denen wir unsere Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit nachhaltig steigern können und das Kundenerlebnis verbessern können.“