Deutsche Bahn
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31.10.2017 17:00 Uhr Berlin

Stellungnahme zur Kritik an der Namensauswahl „Anne Frank“ für einen ICE 4

Angesichts aktueller Vorwürfe, einen ICE-4-Zug mit dem Namen „Anne Frank“ zu benennen, sei pietätlos, erklärt die Deutsche Bahn:

(Berlin, 30. Oktober 2017) Es ist in keiner Weise beabsichtigt, das Andenken Anne Franks zu beschädigen. Vielmehr hat die DB im Bewusstsein um ihre historische Verantwortung entschieden, die Erinnerung an Anne Frank wachzuhalten. Sollte die DB dabei Gefühle verletzt haben, dann tut es ihr sehr leid. Alle Jurymitglieder waren sich einig, Anne Frank als außergewöhnliche Persönlichkeit zu ehren. Die Vorschläge für die ICE-4-Namen kamen von DB-Kunden und engagierten Bürgern. Dabei war der Name Anne Frank unter den Top-Vorschlägen der insgesamt rund 19.400 Einreichungen. Selbstverständlich wird die DB die aktuell in der Öffentlichkeit geäußerten Bedenken ernst nehmen und in ihre folgenden internen Diskussionen aufgreifen. Jüdische Organisationen haben ihr dabei ihre beratende Begleitung zugesagt. Auch mit Vertretern der Familie von Anne Frank, dem „Anne Frank Fonds“, ist die Deutsche Bahn inzwischen im Gespräch.

Die DB setzt sich seit ihrer Gründung kritisch mit der Geschichte ihrer Vorläuferorganisationen auseinander. Dafür stehen z.B. die Aufarbeitung der Beschäftigung von Zwangsarbeitern und das öffentlich zugängliche Mahnmal "Gleis 17" am S-Bahnhof Berlin-Grunewald, an dem regelmäßig Gedenk- und Erinnerungsveranstaltungen stattfinden. Im DB Museum in Nürnberg ist der Rolle der Reichsbahn im Nationalsozialismus eine eigene Dauerausstellung gewidmet.