Deutsche Bahn
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Frauen bei der DB

Erfolgsfaktor Vielfalt

Über 70.000 Frauen arbeiten weltweit bei der Deutschen Bahn

Die DB stellt jährlich rund 8000 neue Mitarbeiter ein. Im vergangenen Jahr waren darunter fast 3200 Frauen. Aktuell sind bei der Bahn 22,8 Prozent der Gesamtbelegschaft Frauen, in Führungspositionen sind es 18,3 Prozent. 2010 lag der Anteil noch bei 15,8 Prozent. Die DB will mehr Frauen für die Berufswelt der Bahn gewinnen und hat feste Ziele vereinbart: Bis 2020 soll jeder vierte Mitarbeiter eine Frau sein. Bei den Führungskräften soll der Frauenanteil dann bei 20 Prozent liegen. Auch deshalb hat die DB intensiv an flexiblen Arbeitszeiten gearbeitet, Modelle für Auszeiten und Jobsharing im Chefsessel auf den Weg gebracht, unterstützt sie weibliche Karrieren insbesondere in Männer-dominierten Bereichen und fördert eine Unternehmenskultur, die Vielfalt wertschätzt. Vorbilder spielen dabei eine wichtige Rolle – und davon gibt es bei der DB heute schon viele.

Frauen und Männer in Führungspositionen verdienen bei der Deutschen Bahn gleich. Das ist das Ergebnis einer internen Prüfung des Konzerns. Die Unterschiede im Chefsessel sind geringfügig und fallen teilweise auch zugunsten der Frauen aus. So liegt das Grundgehalt von Frauen auf der dritten der fünf Führungsebenen bei der Bahn um 2 Prozent über dem ihrer männlichen Kollegen. Die DB überprüft jetzt jedes Jahr für ihre Führungskräfte, ob es Geschlechterunterschiede bei der Vergütung gibt. Bei den tariflich gebundenen Mitarbeitern wird die Lohngerechtigkeit durch die Tarifverträge sichergestellt.

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Infografik: Frauen bei der Bahn


Portraits


Immer wenn es um die schnellsten Züge Deutschlands geht, ist sie im Spiel: Birgit Bohle ist als Vorstandsvorsitzende von DB Fernverkehr für eines der wichtigsten Geschäftsfelder der Deutschen Bahn und rund 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich.

Die Zweiundvierzigjährige begann ihre berufliche Laufbahn 1992 mit der Ausbildung zur Industriekauffrau bei der BASF. Anschließend studierte sie an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Koblenz und an der University of Texas in Austin. 

1999 war sie bei der Bertelsmann AG als Consultant für Zentrale Unternehmensentwicklung tätig. Von 2000 bis 2007 arbeitete Birgit Bohle für McKinsey&Partner, zuletzt als Associate Principal im Sektor Reise und Logistik. 2007 ging sie zum Vertrieb der Deutschen Bahn, wo sie zunächst in der Geschäftsentwicklung tätig war. 2010 wechselte Birgit Bohle in die Geschäftsführung, deren Vorsitz sie 2011 übernahm. Den Vorsitz des Vorstands der DB Fernverkehr AG hat sie seit dem 1.9.2015 inne. Im März 2016 wurde sie als eine der Top-50-Frauen der deutschen Wirtschaft von der Boston Consulting Group und dem Manager Magazin ausgezeichnet. 

Birgit Bohle ist verheiratet und hat zwei Kinder. 

Die Herrin der weißen Flotte:

Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover und jetzt Hamburg. Manuela Herbort kennt die Welt der Deutsche Bahn aus vielen Perspektiven. Nach verschiedenen Positionen im Personenverkehr und Vertrieb der DB  ist die studierte Wirtschaftsgeografin und Mutter einer Tochter seit Juli 2013 Konzernbevollmächtigte für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein. Manche nennen sie den „Bahnchef vor Ort“. Das heißt sie trägt die Verantwortung für die Koordination und Bündelung der Aktivitäten des Konzerns im Innenverhältnis und vertritt gleichzeitig den Konzern nach außen: gegenüber den Repräsentanten der Länder und anderen politischen, wirtschaftlichen und administrativen Institutionen. Manuela Herbort spricht dann für den größten Arbeitgeber der Region mit fast 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie steht für das Unternehmen, dass für die Mobilität von jährlich 240 Millionen Fahrgästen im Regionalverkehr sorgt und das allein in Hamburg 24 Millionen Güter pro Jahr bewegt. Und sie ist das Gesicht des Unternehmens, dessen Infrastruktur das Rückgrat der regionalen Wirtschaft ist.

Dabei geht es um weit mehr als Diplomatie und Repräsentanz. „Eine gute Abstimmung zwischen den operativen Bereichen sowie durch die Integration in die Länder trägt maßgeblich zur Qualität und Effizienz des Bahnverkehrs bei“, so Herbort.  

Der Reiz ihrer Aufgabe? „Ich bin täglich mit vielen Menschen im Gespräch, um gemeinsam ein verlässliches und qualitatives Verkehrsangebot zu schaffen. Dazu gehören Projekte wie die Schienenanbindung zur Festen Fehmarnbeltquerung, die S4 oder die vielen Infrastrukturmaßnahmen rund um den Knoten Hamburg. Gemeinsam Lösungen zu finden, ist eine großartige Herausforderung.“

Die Botschafterin für den Norden:

Silke Janser macht das, wovon viele Eisenbahnliebhaber träumen: Sie lässt Züge durch ganz Europa fahren. Und zwar die echten Güterzüge, manche 5000 Tonnen schwer und über 700 Meter lang.

Die 41 Jahre alte promovierte Ingenieurin hat bei Europas größter Güterbahn, DB Cargo, gleich zwei Jobs. Sie steuert das European Operations Service von DB Cargo (die europäische Cargo-Steuerungszentrale, und ist u.a. dafür verantwortlich, dass die täglich fast  5000 Güterzüge in Europa zwischen den Landesgesellschaften fahren). Ihr zweiter Job ist jedoch noch viel spannender. Die Mutter zweier schulpflichtiger Kinder sorgt mit ihren sechs sogenannten Supervisoren dafür, dass im Störfall die Züge so gut wie möglich an ihr Ziel kommen. Seien es Streiks in einem Land, Unwetter, Unfälle oder andere Probleme, Silke Janser und ihre Supervisoren greifen ein, wenn irgendwo Fracht nicht mehr in der vorgegebenen Zeit zum Endkunden gelangen kann. Alles in allem sind es rund 150 Störfälle dieser Art im Jahr, die Silke Janser und ihr Team bewältigen müssen. Im Störfallmanagement geht es darum, das Beste für das Netzwerk der europäischen Güterbahn DB Cargo rauszuholen, da müssen dort, wo notwendig, eigene regionale Interessen der Landesgesellschaften zurückstecken.  Das europäische Netzwerk umfasst täglich bis zu 5000 Züge und im Jahr 400 Millionen Tonnen Fracht.  Silke Janser hat somit den Blick fürs Ganze, direkt aus dem Alpha Rotex Tower im neuen Frankfurter Stadtviertel Gateway Gardens.

Als Frau unterwegs zu sein in der Logistik, und damit in einer von Männern dominierten Branche, hat sie nie als Problem empfunden. Man sollte die Unterschiede nicht in den Vordergrund stellen sondern das gemeinsame Ziel, ist ihre Devise.

Die Frau für Störfälle bei DB Cargo:

Als Tochter eines Fahrdienstleiters kennt sie den Bahnbetrieb seit Kindertagen. Heute leitet Cornelia Kadatz das Bahnhofsmanagement Halle, zu dem 128 aktive Stationen in Sachsen-Anhalt und ein Team von 50 Mitarbeitern gehören. Bevor Cornelia Kadatz zu DB Station&Service kam, war sie für die DB in verschiedenen Positionen in Schwerin, Berlin, Mainz und Potsdam tätig.

„Es ist ein 24-Stunden-Betrieb mit einer Vielzahl von Aufgaben“, so beschreibt die gelernte Betriebswirtin das Besondere am Managen der Bahnhöfe. Die Themen ihres Arbeitsalltags reichen vom Einkaufsbahnhof bis zum Stromsparen. Zu den Ansprechpartnern von Cornelia Kadatz gehören zuallererst die Reisenden, aber auch Aufgabenträger, Kommunen und Eisenbahnverkehrsunternehmen.

„Das Tollste und manchmal auch Anstrengendste an meinem Beruf ist, dass sich die Qualität der Arbeit meines Teams unmittelbar auf die Wahrnehmung des Kunden auswirkt“, sagt Kadatz. Viele ihrer Mitarbeiter arbeiten im Schichtdienst. „Als Führungskraft trage ich hier eine Verantwortung meinen Mitarbeitern gegenüber, von denen viele täglich lange Wegezeiten zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen.“ Sie selbst weiß, was das bedeutet. Mindestens einmal wöchentlich pendelt Cornelia Kadatz zwischen Halle und Berlin, natürlich mit der Bahn. Wichtig ist ihr, Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. So trifft sie beispielsweise bei Bedarf und nach Möglichkeit auch individuelle Regelungen über die Gestaltung des Schichtdienstes. 

Herausforderung 24-Stunden-Betrieb:

Sie ist begeistert von der Idee, kreativem Know-how einen Raum zu geben. Seit Mai 2014 ist die Christa Koenen Geschäftsführerin bei DB Systel, wo sie zunächst die Geschäftsführung im Bereich Finanzen/Controlling übernahm. Seit Mai 2015 ist Christa Koenen die Vorsitzende der Geschäftsführung des Unternehmens, das sich um die Informations- und Kommunikationstechnologie der DB kümmert. Damit ist sie verantwortlich für rund 3.400 Mitarbeiter und einen jährlichen Umsatz von fast 800 Millionen Euro.

Nach ihrem Studium zur Diplom-Volkswirtin in Mainz und Freiburg arbeitete Koenen in verschiedenen Unternehmen, unter anderem als Strategieberaterin. Zusätzlich hat sie in Barcelona ihren MBA in der Fachrichtung Betriebswirtschaft erworben.

Strategisch denken, unkonventionelle Lösungen finden – und dann in die Umsetzung bringen. Das ist immer wieder Antrieb für Christa Koenen. So hat DB Systel im Silberturm in Frankfurt das Sykdeck als Ort der Ideen und Innovationen geschaffen, in dem unter anderem Design Thinking-Workshops als Kreativitätstechnik erprobt und Formen einer neuen Zusammenarbeitskultur entwickelt werden. „In unserem Skydeck erwacht das Startup-Gen. Hier schauen wir, ob wir eine Idee umsetzen und profitabel machen können oder ob sie eben frühzeitig scheitert und wir den Gedanken ad acta legen“, so Christa Koenen.

Kreativem Know-how einen Raum geben:

Ute Möbus ist eine Frau der Tat – schwierige Fälle und komplexe Verhandlungen lassen sie zur Höchstform auflaufen. Seit Anfang 2014 ist Ute Möbus Finanzvorstand bei DB Station&Service. Die gelernte Diplom-Ingenieurin entdeckte früh ihre Leidenschaft für die Bahn. Im Wendejahr 1989 begann ihre Karriere zunächst bei der Reichsbahn als Werksingenieurin. Seit 1994 war sie in wechselnden Positionen im Konzerncontrolling der Deutschen Bahn AG tätig, bevor sie zu den Bahnhöfen kam. Bittet man Ute Möbus um ein paar Sätze zu den Bahnhöfen, so fallen Worte wie „Wir sind das sympathische Gesicht der Bahn“ oder „Wir wollen unsere Kunden begeistern“, dann wird spürbar, welches Engagement und welche Leidenschaft sie antreiben. Um Kind (6), Partner und Karriere gut unter einen Hut zu bekommen, ist ihr Zauberwort „Flexible-Vollzeit“. Sie geht dabei einen ganz eigenen Weg. So kommt es schon mal vor, dass Termine mit ihr im Mutter-Kind-Büro am Hauptbahnhof stattfinden - für sie kein Problem. Auch innerhalb der DB wirbt sie für dieses Modell der modernen Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ute Möbus liegt jedoch auch ein ganz anderes Thema am Herzen, das sie mit viel Engagement und Leidenschaft verfolgt. Ehrenamtlich engagiert sie sich für die Bahnhofsmission in Berlin Zoologischer Garten. Sie hilft dort nicht nur mit Sachspenden oder nutzt ihr gutes Netzwerk als Vorstand, um zu Spenden aufzurufen. Sie ist auch schon mal an der Essens- oder Kleiderausgabe anzutreffen. Ihr neustes Projekt war die Eröffnung eines Hygienecenters für obdachlose Menschen. Verantwortung und Engagement gehen bei Ute Möbus über den Bürojob als Vorstand hinaus.

Flexible Vollzeit:

Eine Soziologin als oberste Datenschützerin eines internationalen Konzerns – das ist weniger exotisch, als es auf den ersten Blick klingt: „Soziologen befassen sich mit Aspekten des sozialen Zusammenlebens in Gesellschaften und Organisationen, sie fragen nach Werten und Normen. Da passt Datenschutz, der ja die  effektive Gewährleistung eines Grundrechts für die Kunden und Mitarbeiter eines Unternehmens sicherstellt, gut dazu“ sagt Chris Newiger.

Seit Mai 2010 ist die geborene Nürnbergerin die gesetzlich bestellte Datenschutzbeauftragte der DB und leitet zugleich den Konzerndatenschutz, den sie seither kontinuierlich ausgebaut hat. Ihr Bereich umfasst  heute fünf Abteilungen mit rund 40 Mitarbeitern in der Zentrale und circa 100 Mitarbeitern in den Konzerngesellschaften. „Viele denken bei Datenschutz nur an Paragrafen und Technik. Tatsächlich geht es bei unserer Arbeit aber auch ganz entscheidend um Unternehmenskultur und die Reputation des Unternehmens“, erklärt Newiger.

Das Aufgabenspektrum ihrer Mitarbeiter ist vielfältig: Die Experten beraten im operativen Geschäft, sind wichtige Partner im Risikomanagement und ermöglichen neue Geschäftsmodelle, indem sie auch in Zeiten des Wandels sichere Leitplanken entlang gesetzlicher Vorgaben aufzeigen. Newigers Selbstverständnis: „Wir wollen als Teamplayer auf dem Feld das Spiel aktiv mitgestalten, anstatt nur vom Spielfeldrand aus passiv zuzuschauen.“ Mit dieser Vorgehensweise hat Newiger den Datenschutz erfolgreich als geschätzten Partner und Berater der Verantwortlichen im Konzern etabliert. Ihr Motto lautet: Datenschutz schützt Menschen, nicht Daten.

Die Schutzherrin der Daten:

Einen Bereich leiten und in Teilzeit arbeiten: Das geht zum Beispiel bei DB Regio Bus Nord. Katja Veenhuis und Carola Thöle sitzen in Bremen in der Nähe des Hauptbahnhofs und leiten gemeinsam den Bereich Fahrgastmarketing für insgesamt sechs Busgesellschaften in Bremen, Hamburg, Schlesweig-Holstein und Niedersachen. Neben der externen Kommunikation sind sie für die Themen Kundenzufriedenheit und interne Kommunikation/Veränderungsbegleitung verantwortlich. Jede hat zwei Kinder.

„Wir sind als Team in die Führungsposition befördert worden“, erklärt Katja Veenhuis. „Unser Arbeitgeber kannte bereits die Vorteile des Jobsharings.“ Nachdem sie früher parallel an allen Themen gearbeitet haben, konzentriert sich nun jede auf ihre Spezialgebiete. „Um zu beweisen, dass unser Modell funktioniert, war diese Arbeitsweise zu Beginn richtig“, findet Carola Thöle. „Heute weiß jeder, dass wir uns sehr gut abstimmen und keine Themen bei der Übergabe liegen lassen.“ Abstimmung ist wichtig, das ist eine Frage der Disziplin und Organisation. „Wir können uns blind aufeinander verlassen, haben die gleichen Zielvorstellungen aber unterschiedliche Stärken“, so Carola Thöle. „Wir ergänzen uns richtig gut“, stimmt Katja Veenhuis zu. „Und nur so funktioniert es.“

Das kleine Team hat insgesamt sechs Köpfe und eine halbe Auszubildende („Wir teilen ja gern – unsere Auszubildende mit der Personalabteilung“, schmunzeln beide.) „Unsere Arbeitszeit gestalten wir flexibel, da wird uns viel Vertrauen geschenkt. Dafür bringen wir eine hohe Einsatzbereitschaft mit und sind ebenfalls flexibel bei Auswärtsterminen.“ Eine der beiden ist für das Team fast immer erreichbar. Und beide finden das Arbeitsmodell für Mütter klasse und machen viel Werbung dafür. „Aber eine Führungsposition, die sich zwei Männer teilen, ist uns bisher noch nicht begegnet.“

Teamleitung im Tandem: