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Digitales Bauen bei der Deutschen Bahn

Das 'Building Information Modeling (BIM)' wird mehr verändern als nur die technischen Plattformen für das Planen, das Bauen sowie das Projektmanagement.

Das digitale Bauen mit 'Building Information Modeling' wird jetzt auch in komplexen Infrastrukturprojekten eingesetzt. In 13 Pilotprojekten der DB Netz AG investieren das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur rund 20 Millionen Euro sowie die DB weitere rund neun Millionen Euro aus Eigenmitteln.

Zu den Pilotprojekten gehören u.a. Abschnitte der Rheintalbahn (Karlsruhe-Basel), der Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen, des Rhein-RuhrExpress oder der Schienenanbindung der festen Fehmarnbeltquerung. Enthalten sind auch die beiden bereits laufenden Schienen-Maßnahmen „Tunnel Rastatt“ und „Filstalbrücke“. 

Die Methode des digitalen Planens und Bauens baut auf Transparenz, Vertrauen, Offenheit und Kooperation aller Projektpartner in sämtlichen Phasen – von der Projektidee und der Bedarfsanalyse über die Planung, die Genehmigungsverfahren, der Auftragsvergabe, der Ausführung bis zur Abrechnung und Inbetriebnahme. Auch der Betrieb sowie die Wartung, Instandhaltung und Erneuerung bzw. der Rückbau können durch 'Building Information Modeling' gemanagt werden.  Die bisherigen Erfahrungen mit BIM im Projekt Tunnel Rastatt sind durchweg positiv: Die Qualität der Planung und Projektsteuerung konnte bereits deutlich verbessert werden. Daher soll BIM künftig bei allen Großprojekten der Bahn eingesetzt werden. 

Beteiligte und Betroffene erhalten frühzeitig ein realistisches Bild der Planungen. Da neben den geometrischen Informationen auch Terminplan- und Kostenwerte in das Modell einfließen, können Bau- und Kostenverläufe vorab simuliert und bei drohenden Mehrkosten frühzeitig gegengesteuert werden.

„Als größter Betreiber von Schieneninfrastruktur in Europa haben wir eine Pionierrolle bei BIM übernommen“, sagt Heinz Ehrbar, Leiter Management Großprojekte bei der DB Netz AG. „In fünf Jahren werden alle neuen standardisierbaren und komplexen Projekte mit BIM geplant. Damit senken wir die Kosten um zehn Prozent, sorgen für mehr Nachhaltigkeit und schaffen attraktive Arbeitsplätze.“

Das digitale Bauen hat zudem Vorteile für die Öffentlichkeit im Projektumfeld: Mehr Transparenz der Planung ermöglicht eine bessere Bürgerbeteiligung. Digitale Werkzeuge unterstützen die Diskussion um Trassenvarianten oder die Gestaltung von Ingenieurbauwerken. In den Genehmigungs-verfahren können technische Details visualisert und damit verständlicher dargestellt werden. Damit bedeutet BIM einen Kulturwandel bei allen Projektbeteiligten.

Der 4.270 Meter lange Tunnel Rastatt ist das zweitlängste Bauwerk der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel und unterquert das gesamte Stadtgebiet von Rastatt. Der Tunnel ist das größte von bundesweit vier Pilotprojekten, zur Einführung des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderten Building Information Modeling. In den Piloten wird das Potenzial der neuen digitalen Arbeitsmethode getestet. Für den Bau des Rastatter Tunnels, der noch konventionell geplant wurde, entstand zunächst aus den Planungsdaten ein 3D-Modell, das mit der Kosten- und Terminplanung als vierte und fünfte Dimension erweitert wurde.  Mit dem 3D-Modell können zudem Betrieb, Wartung und Instandhaltung des künftigen Bauwerkes schon heute vorbereitet werden. 

Die bisherigen Erfahrungen mit BIM im Projekt Tunnel Rastatt sind durchweg positiv: Die Qualität der Planung und Projektsteuerung konnte bereits deutlich verbessert werden. Daher soll BIM künftig bei allen Großprojekten der Bahn eingesetzt werden.

Mit der Initiative zur Einführung des digitalen Bauens folgt die Deutsche Bahn auch einer Empfehlung der „Reformkommission Bau von Großprojekten“ beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die im Juni 2015 Handlungsempfehlungen zum Umgang mit großen Infrastrukturprojekten für Politik, Wirtschaft und Verwaltung vorgelegt hat.