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Tarifverhandlungen

Aktuelles zur Tarifrunde 2016

Zum 30.9.16 sind die zentralen Tarifverträge mit der EVG und der GDL ausgelaufen. Hier stellen wir für Sie aktuelle Informationen und Hintergrundmaterial zur Tarifrunde 2016 bereit.

Presseinformationen 

31. Januar 2017: PI der beiden Schlichter Bodo Ramelow und Matthias Platzeck

30. Dezember 2016: DB benennt Matthias Platzeck als Schlichter

16. Dezember 2016: Tarifverhandlung mit GDL ohne Ergebnis – GDL lehnt Wahlrecht und mehr Geld ab – DB: Verweigerungshaltung

12. Dezember 2016: Tarifabschluss steht: DB und EVG einigen sich auf Gesamtpaket


Die Presseinformationen und O-Töne von früheren Verhandlungsterminen finden Sie in der Chronologie der Tarifrunde 2016 am Ende dieser Seite.


Hintergründe zum Schlichtungsverfahren mit der GDL   

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben in der Tarifrunde 2015 eine Vereinbarung geschlossen, nach der beide Seiten, aber auch eine Seite eine Schlichtung einleiten kann, wenn die Verhandlungen gescheitert sind oder Streiks angekündigt werden. Diese Regelung ist neu. Bis zum vergangenen Jahr mussten stets beide Seiten einer Schlichtung zustimmen. Die GDL hat das Schlichtungsverfahren nun eingeleitet. Start ist am 11. Januar. 

Wie schon im Schlichtungsverfahren 2015 besteht die Schlichtungskommission aus den beiden Vorsitzenden Matthias Platzeck (von der Deutschen Bahn berufen) und Bodo Ramelow (von der GDL berufen). Zusätzlich gehören je drei Vertreter von Bahn und GDL der Kommission an. Laut der von Bahn und GDL getroffenen Vereinbarung dauert die Schlichtung drei Wochen, eine Verlängerungswoche ist möglich. Die Beratungen der Schlichtungskommission sind vertraulich, bis zum Ende des Verfahrens werden beide Seiten keine öffentlichen Verlautbarungen über Verlauf und Inhalt abgeben. 

Nein. Bis zum Ende des Schlichtungsverfahrens herrscht Friedenspflicht und Streiks sind ausgeschlossen. 


O-Töne 

Personalvorstand Weber zu den heutigen Verhandlungen mit der GDL:

„Zunächst gehen wir in die Verhandlungen, um Schritte nach vorne zu machen. Ich denke, wir sollen uns darum bemühen, zügig Fortschritte zu machen, zügig zu einem Abschluss zu kommen am Verhandlungstisch. Ich denke es ist möglich. Wir haben das Thema Arbeitszeit rauf und runter diskutiert, ich denke wir sind uns einig in Fragen, Belastung zu reduzieren, da wo Belastung unzumutbar ist. Dazu gibt es Vorschläge, über die Vorschläge können wir reden, die Vorschläge können wir morgen in die Umsetzung bringen, um zu sehen, was ist gut und was ist richtig, um zu Entlastungen bei den Beschäftigten zu kommen. Also von daher können wir marschieren. Bewegung auf beiden Seiten tut not. Das macht Tarifverhandlungen aus, dazu sind wir bereit, dazu sind wir in der Lage. Ich würde mich freuen, am Verhandlungstisch wirklich zu guten Ergebnissen zu kommen.“

Personalvorstand Weber zum Thema Arbeitszeit:

„Es muss kompatibel sein mit dem Bahnbetrieb. Ein Bahnbetrieb, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, den müssen wir so organisieren, dass die Kunden sich auf uns verlassen können. Und das wollen wir erproben, deshalb haben wir gesagt, das GDL-Modell auf den Tisch, wir fangen morgen damit an. Wir glauben, dass es nicht planbar und umsetzbar ist, die GDL sagt anderes, wir sagen: Dann lasst es uns doch versuchen. Was spricht dagegen, es einfach auszuprobieren, im Alltag, ergebnisoffen? Und wenn das gut geht, dann sind wir offen, darüber dann auch zu tariflichen Vereinbarungen zu kommen. Wir haben nur Zweifel, dass es realistisch ist, es im Alltag umzusetzen, aber wir sind bereit, es zu versuchen.“


Wir sind froh, dass wir nach hartem Ringen einen vernünftigen Abschluss erreicht haben. Ich freue mich natürlich für die Kunden, für das Weihnachtsgeschäft, dass wir uns konzentrieren können auf Qualität, auf Pünktlichkeit, alles das, was „Zukunft Bahn“ ausmacht. Ich freue mich sehr für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine gute Arbeit leisten, die harte Arbeit zu leisten haben, die anerkannt werden für diese Arbeit  durch diesen Abschluss – ob es in der Frage der Einkommensentwicklung ist, ob es darum geht, künftige Arbeit in einer digitalen Welt zu regeln. Ich freue mich für unsere jungen Leute, die Auszubildenden, die Dual Studierenden, die deutlich profitieren im Einkommen, durch Mietkostenzuschüsse, durch eine Anwartschaft auf Altersversorgung. Also ich glaube, rundherum  ein Paket, was sich sehen lässt.

Ich will nochmal sagen: wir sind an unsere Grenzen gegangen, was Wirtschaftlichkeit angeht, möglicherweise auch ein Stück darüber hinaus. Aber uns war wichtig, dass wir im Rahmen unserer Sozialpartnerschaft ein Ergebnis erzielen, das uns Ruhe und Frieden im Betrieb und die Konzentration auf die Kunden lässt. 

 

Darum geht es in der Tarifrunde 2016

  • In der Tarifrunde 2016 verhandelt die EVG für insgesamt rd. 150.000 Mitarbeiter der DB in Deutschland.
  • Darunter sind auch 35.400 Mitarbeiter des Zugpersonals, für die sowohl EVG als auch GDL verhandeln. 
  • Lokführer (Bereitstellungslokführer, Streckenlokführer, Auslandslokführer, Ausbildungslokführer, Lehrlokführer, Abnahmelokführer, Gruppenleiter/Teamleiter Lokführer): 19.200 MA
  • Zugbegleiter / KIN: 8.700 MA
  • Bordgastronomie: 2.400 MA 
  • Praxistrainer / Gruppenleiter / Teamleiter Zugbegleiter / KIN: 300 MA
  • Lokrangierführer (ohne Transportlogistiker - siehe EVG): 2.500 MA 
  • Disponenten: 2.200 MA
  • Trainer / Instruktoren: 70 MA 
  • Die DB hat bereits mit die besten Beschäftigungsbedingungen in der Branche und möchte sie gemeinsam mit den Tarifpartnern weiterentwickeln.
  • Die Beschäftigungssicherung steht nicht zur Disposition.
  • Gerade vor dem Hintergrund der digitalen Entwicklung entstehen neue Arbeitsformen und –modelle, für die es neue oder angepasste Spielregeln geben muss.
  • Auch in dieser Runde geht es um die Lohnentwicklung (EVG und GDL), aber es stehen darüber hinaus auch andere Themen an: es geht um Fragen der Arbeits(zeit)gestaltung insbesondere in Zeiten des digitalen Wandels.
  • Auf der Agenda steht auch, den Demografie-Tarifvertrag mit der EVG weiterzuentwickeln. Dieser schreibt u.a. die Beschäftigungssicherung fest. Ebenfalls Thema ist der Tarifvertrag mit der GDL, der den Umgang mit Fahrdienstuntauglichkeit von Lokführern regelt. Beide laufen bis 31.12.2016.
  • Insgesamt werden eine Vielzahl (rund 45) kleinere und größere Tarifverträge, die entweder für alle Mitarbeiter im Geltungsbereich oder für einzelne Gesellschaften gelten, verhandelt.
  • Außerdem sprechen DB und andere Verkehrsunternehmen im Nahverkehr intensiv darüber, wie der Schienenpersonennahverkehr als Branche stärker zusammenwachsen kann. Ziel ist ein neuer Flächen-Tarifvertrag, damit im Regionalverkehr der Wettbewerb über die Löhne beendet wird.
  • Die Tarifverträge haben eine Laufzeit von 26 bzw. 27 Monaten und gelten rückwirkend seit 01. August 2014 (26 Monate EVG) bzw. 01. Juli 2014 (27 Monate GDL). Sie laufen zum 30. September 2016 aus und damit endet dann die Friedenspflicht.
  • Es gelten widerspruchsfreie Tarifverträge für das DB-Zugpersonal in einem Betrieb: DB und beide Tarifpartner sind einig geworden, dass alle Ergebnisse und Vereinbarungen sich inhaltlich in die bestehenden Regelungen einfügen. Damit wurde das in der Schlichtung unterstützte DB-Ziel erreicht, dass ein Lokführer oder ein Zugbegleiter z.B. im Fernverkehr gleiche Arbeitszeiten bzw. eine gleiche Vergütung haben. EVG und DB bekräftigten in einem speziellen Tarifvertrag, dass beide Seiten an kollisionsfreien Tarifregelungen festhalten.
  • Gleiche Lohnerhöhungen mit beiden Gewerkschaften: Insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen: 3,5 Prozent zum 1. Juli 2015 (mindestens 80 Euro) und 1,6 Prozent zum 1. Mai 2016 (mindestens 40 Euro). Dazu kamen Einmalzahlungen.
  • EVG und GDL verhandeln beide für das gesamte Zugpersonal und haben eigene Tarifwerke. Neben den bereits bestehenden Tarifverträgen für Zugbegleiter/Borgastronomen, Lokrangierführer und Disponenten haben DB und EVG einen Tarifvertrag für Lokführer geschlossen. Die GDL verhandelt nun nicht mehr nur für Lokführer, sondern auch für die anderen genannten Berufsgruppen. Dies wurde durch den Abschluss eines Bundesrahmentarifvertrags für das GDL-Zugpersonal und vier DB-Haustarifverträge für Lokführer, Zugbegleiter/ Bordgastronomen, Disponenten und Lokrangierführer („BuRa-ZugTV“) vereinbart. Dieser neue Tarifvertrag beinhaltet übergeordnete Themen wie beispielsweise Entgelt und Arbeitszeit. In den Haustarifverträgen werden die DB-spezifischen Regelungen abgebildet. Alle Regelungen sind widerspruchsfrei und ohne Kollisionen zu bereits bestehenden Tarifverträgen gestaltet.
  • Mit der GDL wurde in der Schlichtung zudem verabredet, die Belastung der Lokomotivführer und Zugbegleiter zu reduzieren und die über Jahre aufgebauten Überstunden (Altstunden) Schritt für Schritt abzubauen.
  • DB und GDL vereinbarten am 30. Juni 2015 einen Tarifvertrag zur Regelung von Grundsatzfragen, eine Schlichtungsvereinbarung, eine Reform des Arbeitszeitsystems und ein mehrjähriges Programm zum Abbau der Überstunden aus den Vorjahren.
  • Es gilt weiterhin: Gleiche Beschäftigungsbedingungen für gleiche Arbeit. Das heißt: Die getroffenen Vereinbarungen schaffen weiter keine widersprüchlichen Tarifregelungen.
  • Der Tarifvertrag zur Regelung von Grundsatzfragen gilt bis zum Jahr 2020 und schreibt fest, dass die GDL Tarifpartner bei der DB bleibt. Er regelt ein neues Schlichtungsverfahren.
  • Mit der GDL wurde ein mehrjähriges Programm zur Reduzierung der Belastung von Lokführern und Zugbegleitern und im Gegenzug eine Reform des Arbeitszeitsystems beschlossen. 
  • Das führt derzeit dazu, dass Überstunden aus den Vorjahren mit weiteren Zeitzuschlägen erhöht werden, ohne dass eine tatsächliche Mehrbelastung der Mitarbeiter vorliegt.
  • Bis 31. Dezember 2017 sollen z.B. für Lokführer eine Million der über Jahre aufgelaufenen Überstunden abgebaut werden. Ende Juni 2016 waren es bereits 640.000 weniger. Um dies zu erreichen, werden bereits heute mehr als 360 zusätzliche Triebfahrzeugführer ausschließlich für die Reduzierung dieser Altstunden beschäftigt.
  • Außerdem haben GDL und DB erstmals die Wahlmöglichkeit für Mitarbeiter vereinbart, sich Überstunden ganz oder teilweise auszahlen zu lassen. Die Auszahlung von Überstunden nach Ablauf eines Jahres, die nicht durch Freizeitausgleich reduziert werden konnten, ist für die meisten anderen Unternehmen der Normalfall. Mitarbeiter wissen am besten, welche Option für sie passt.
  • Jeder Arbeitnehmer kann individuell auch eine geringere Arbeitszeit verabreden. Abstriche beim Entgelt werden dann durch die Auszahlung von Überstunden kompensiert. Ältere Mitarbeiter können außerdem die von der DB angebotene „Besondere Teilzeit im Alter“ nutzen. Insgesamt nutzen rund 1.100 Arbeitnehmer, davon über 200 des Fahrpersonals, die Möglichkeit, die Arbeitszeit auf rd. 80 Prozent abzusenken bei einem Entgeltausgleich auf 90Prozent.
  • Gleichzeitig wurde verabredet, das Arbeitszeitsystem zu reformieren. Die Wahlmöglichkeit, einen Zeitzuschlag in Höhe von 15 Minuten pro Überstunde anstelle einer Überzeitzulage wählen zu können, entfällt Ende 2017. Damit wird der „Zinseszins-Effekt“ auf die aufgelaufenen Überstunden abgeschafft. 
  • DB und GDL haben am 30. Juni 2015 unter anderem eine Schlichtungsvereinbarung vereinbart.
  • Künftig kann eine Schlichtung von einer Seite einberufen werden, wenn die Verhandlungen gescheitert sind oder Streiks angekündigt werden. Bisher mussten beide Seiten einverstanden sein.
  • Es gibt begründete Hoffnung, dass dieses neue Verfahren befriedend wirkt.


Der Branchen-Tarifvertrag für den Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV)

  • Der Branchen-Tarifvertrag ist seit Ende 2015 gekündigt. Der Branchen-Tarifvertrag wird zwischen DB und EVG verhandelt. Das Besondere ist, dass hier neben der DB Regio AG auch andere Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) aus dem SPNV-Markt beteiligt sind (z.B. Transdev, Netinera, HLB).
  • Hier gibt es eine positive Entwicklung: Die Unternehmen auf Arbeitgeberseite begreifen sich zunehmend als gemeinsame Vertreter der Branche. Die DB und der Arbeitgeberverband MoVe, dem sie angehört, suchen mit dem AVN (Arbeitgeberverband Nahverkehr) und den großen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen Lösungen im Sinne der Branche. 
  • Die Arbeitgeber haben zunehmend alle das Problem, ausreichendes qualifiziertes Personal einschließlich Nachwuchskräften zu finden. Hinzukommt durch den weiter zunehmenden Ausschreibungswettbewerb, dass es regelmäßig zu einem Wechsel des Betreibers kommt. Deshalb besteht der Bedarf, gemeinsam etwas für die Attraktivität der SPNV-Branche zu tun und den Beschäftigten Perspektiven zu geben.
  • Der Wechsel des Betreibers und damit des Arbeitgebers sollte berechenbar sein. Der Gesetzgeber hat das erkannt und deshalb eine neue Regelung geschaffen: die Anordnung des Personalübergangs als Regelfall für den Betreiberwechsel im SPNV. Die Branche will diese Regelung durch tarifvertragliche Regeln nun ausgestalten bzw. flankieren. 
  • Der BranchenTV hatte zum Ziel die wesentlichen Beschäftigungsbedingungen (Jahresarbeitszeit, Tabellenentgelt, Entgeltsystematik, Weihnachtsgeld und Zulagen) auf einem Mindestniveau für den SPNV zu regeln. Der TV wurde zum 31.12.2015 von der EVG gekündigt.
  • Der SPNV-Markt hat sich weiterentwickelt. Neue Wettbewerber aus dem Ausland treten neu und mit Erfolg in den Wettbewerb; der BranchenTV gilt für diese Unternehmen zunächst nicht.
  • Die SPNV-Branche muss gestärkt werden, schließlich gehört der Betreiberwechsel alle 10 bis 15 Jahre zur Normalität in der Branche. Der Wettbewerb über Löhne soll im gesamten SPNV-Markt beendet werden.
  • Die gesetzliche Regelung zur Anordnung des Beschäftigtenübergangs ist ein weiterer Grund. Hierzu bedarf es neuer tarifvertraglicher Regelungen. Die bisherigen Regelungen sind für den angeordneten Personalübergang nicht ausreichend.


Der Tarifvertrag Arbeit 4.0 

  • Es geht darum, Mitarbeiter auf neue digitale Arbeitsformen und -mittel vorzubereiten, ihre Arbeitsbedingungen zu gestalten, sie durch Qualifizierung zu unterstützen, ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Wir haben mit der EVG verabredet, diesen Prozess konstruktiv zu begleiten.
  • Parallel zur Weiterentwicklung der Technik wird z.B. auch das Berufsbild des Triebfahrzeugführers/Lokomotivführers weiterentwickelt und mit den Anforderungen der Digitalisierungstechnik verknüpft. So wird es weiterhin Personal an Bord der Züge geben, um zum Beispiel Störungen zu beseitigen. D.h. auch in Zukunft werden Züge nicht unbegleitet fahren. Aber auch die Berufs- und Tätigkeitsbilder von Zugbegleitern und Instandhaltern verändern sich.
  • Digitalisierung bedeutet oft auch eine Entlastung für die Mitarbeiter. So kann durch die Nutzung von Tablet-Computern von Lokführern auf kiloweise Regelwerk in seinem Rucksack verzichtet werden.


Chronologie der Tarifrunde 2016

Presseinformation

12. Dezember 2016: Tarifabschluss steht: DB und EVG einigen sich auf Gesamtpaket

O-Töne

Wir knüpfen da an, wo wir, Freitagmorgen war es  glaube ich, aufgehört haben, sprich: Das Wahlmodell, wenn es darum geht, Arbeitnehmern die Möglichkeit zu lassen, sich zu entscheiden zwischen zweieinhalb Prozent mehr Geld bei gleichbleibender Arbeitszeit, bei einer um eine Stunde reduzierten Wochenarbeitszeit oder sechs freien Tagen. Da sind wir uns im Kern, was die Möglichkeit eines solchen Wahlmodells angeht nach meinem Verständnis einig, dass es so etwas geben soll. Wir reden jetzt eher über die technische Umsetzung: Wie bringen wir das Ganze in Tariftexte und Tabellen, so, dass es für alle Beteiligten nachvollziehbar ist und einfach ist.


Ich bleibe zuversichtlich. Wie ich schon am Donnerstag gesagt habe, manches braucht dann mehr Zeit als wir uns ursprünglich vielleicht vorgestellt haben. Der Teufel steckt im Detail. Wir müssen die Dinge sorgfältig tun, aber der Fahrplan ist auf morgen gerichtet.

Presseinformation

8./9. Dezember 2016: Weitere Fortschritte mit EVG – Verhandlungen werden fortgesetzt

O-Töne

DB-Personalvorstand Ulrich Weber auf die Frage nach der Aussicht auf einen Abschluss

Wir gehen in die vierte Verhandlungsrunde. Wir haben ein attraktives Angebot gelegt. Darüber werden wir verhandeln. Wir haben die ernste Absicht, zu einem guten Abschluss zu kommen. Ob das heute ist, weiß ich nicht. Aber vor Weihnachten sollten wir fertig werden. 


DB-Personalvorstand Ulrich Weber zu den Äußerungen der EVG hinsichtlich Streiks

Ich finde zunächst, darüber jetzt zu reden völlig überflüssig und unnötig, weil die Gesprächs- und Verhandlungslage eine ganz andere ist. Wir sind konstruktiv unterwegs, wir haben Fortschritte gemacht, wir haben zwischen beiden Verhandlungsterminen gearbeitet, Papiere liegen auf dem Tisch, allein 15 Anlagen. Darüber gilt es zu sprechen.  


DB-Personalvorstand Ulrich Weber zu Forderung der EVG nach einem Wahlmodell

Haben wir beim letzten Mal im Grundsatz schon eine Erklärung abgegeben, die da heißt: können wir uns vorstellen, müssen wir ausgestalten. Der Teufel steckt im Detail. Jeder, der Tarifverhandlungen geführt hat weiß, die großen Linien sind das eine, die Kommas und Punkte sind das andere. 


Ulrich Weber zu den größten Knackpunkten  cae.mime.audio.mpeg | 0,37 MB

DB-Personalvorstand Ulrich Weber zu den größten Knackpunkten

Wir können die Agenda durchgehen: wir haben einen Tarifvertrag 4.0,  der enthält noch zwei Punkte, die wir heute klären müssen. Wir haben eine Fortschreibung des Demografie-TV mit vielen Einigungspunkten, wir haben einen Nachwuchskräfte TV mit zwei, drei Punkten, bei denen wir uns deutlich angenähert haben, dann reden wir übers Wahlmodell und dann reden wir über Geld und Laufzeit. Also von daher: wir haben durchaus ein anspruchsvolles Programm, aber der Tag ist lang.


Ulrich Weber zur Forderung von sieben Prozent  cae.mime.audio.mpeg | 0,10 MB

DB-Personalvorstand Ulrich Weber zur Forderung von sieben Prozent

Jeder kennt Tarifverhandlungen, jeder weiß, was Forderungen bedeuten. Gucken Sie auf unser Angebot, da stecken allein schon über 4,2% drin.


Ulrich Weber zur Ankündigung einer Nachtsitzung  cae.mime.audio.mpeg | 0,30 MB

DB-Personalvorstand Ulrich Weber zur Ankündigung einer Nachtsitzung

Es wird eine lange Nacht. Aber das ist nicht böser Wille, oder mangelnder Wille, sondern es ist einfach die Vielzahl der Themen, die Sorgfalt, die wir brauchen und natürlich auch Unterschiede zu drei bis fünf maßgeblichen Punkten.

Und wenn wir ernsthaft daran arbeiten,  wenn beide Seiten sagen, komm, wir finden uns in der Mitte, bildlich gesprochen, dann kriegen wir was hin.


Ulrich Weber zu Drohung von Warnstreiks  cae.mime.audio.mpeg | 0,07 MB

DB-Personalvorstand Ulrich Weber zu Drohung von Warnstreiks

Ich mach mir Sorgen um unsere Kunden. Die werden verunsichert. Und das halte ich eigentlich für überflüssig und unnötig.


O-Töne nach der 4. Verhandlungsrunde mit der EVG

DB-Personalvorstand Ulrich Weber zu den Fortschritten nach der 4. Verhandlungsrunde

Wir haben wesentliche Fortschritte gemacht, wir haben uns angenähert in den Fragen Tarifvertrag 4.0, also Arbeiten in einer digitalisierten Welt, der Weiterentwicklung des Demografie-Tarifvertrages und in den Regelungen für die Nachwuchskräfte, also ein gutes Vorankommen. Wir haben viel Zeit benötigt, aber können feststellen: Es hat sich gelohnt. Wir werden Sonntag weitermachen, weil wir uns jetzt mit dem von der EVG geforderten Wahlmodell beschäftigen.

Ulrich Weber zur Länge der Verhandlungen  cae.mime.audio.mpeg | 0,23 MB

DB-Personalvorstand Ulrich Weber zur Länge der Verhandlungen

Der Teufel steckt im Detail. Wenn man anfängt, Tariftexte zu redigieren, zu bearbeiten, wenn es Themen gibt, über die man sich verständigen muss, wenn es um Geld geht, dann benötigt das Zeit. Das macht den Charakter von Tarifverhandlungen aus.

Presseinformation

29. November 2016: Weiteres Angebot in Tarifrunde mit GDL zu Arbeitszeit-Initiative 

O-Töne

Dass wir inhaltlich werden, dass wir sehr konkret zu den einzelnen Themen verhandeln. Dass wir uns eine Struktur geben. Die GDL hat 66 Forderungen. Wir müssen priorisieren. Ich habe den Eindruck, das Thema Arbeitszeit steht vorne. Dann sollten wir mit dem Thema den Tag beginnen.

Wir haben ja eine Forderung auf den Tisch, die wir bewertet haben. Wir glauben, dass das Modell der GDL nicht praxistauglich ist. Wir haben es erläutert, wir haben es dokumentiert, anhand der Zahlen führt unsere Einschätzung zu einer 4-Tage-Woche und  30 Stunden. 

Wir haben aber gesagt wir wollen die Diskussion gar nicht am grünen Tisch führen. Wir gehen hinaus in die Praxis und unterziehen das Ganze einem Realitätscheck. Dann kann man sehr schnell wissen, was funktioniert und was nicht funktioniert.


Wir wollen die Sorge der GDL ausräumen, dass das Ganze nur 'Versuch und Irrtum' ist, wir wollen das Ganze schon sehr handfest und verbindlich machen, verpflichtend machen, dass das Ganze verpflichtend geschieht und wir sehr ernsthaft darüber verhandeln. 

Presseinformation

23. November 2016: DB macht EVG Gesamtangebot

O-Töne

Dass wir inhaltlich werden, dass wir sehr konkret zu den einzelnen Themen verhandeln. Dass wir uns eine Struktur geben. Die GDL hat 66 Forderungen. Wir müssen priorisieren. Ich habe den Eindruck, das Thema Arbeitszeit steht vorne. Dann sollten wir mit dem Thema den Tag beginnen.

Wir haben ja eine Forderung auf den Tisch, die wir bewertet haben. Wir glauben, dass das Modell der GDL nicht praxistauglich ist. Wir haben es erläutert, wir haben es dokumentiert, anhand der Zahlen führt unsere Einschätzung zu einer 4-Tage-Woche und  30 Stunden. 

Wir haben aber gesagt wir wollen die Diskussion gar nicht am grünen Tisch führen. Wir gehen hinaus in die Praxis und unterziehen das Ganze einem Realitätscheck. Dann kann man sehr schnell wissen, was funktioniert und was nicht funktioniert.

Wir wollen die Sorge der GDL ausräumen, dass das Ganze nur 'Versuch und Irrtum' ist, wir wollen das Ganze schon sehr handfest und verbindlich machen, verpflichtend machen, dass das Ganze verpflichtend geschieht und wir sehr ernsthaft darüber verhandeln. 

Presseinformation

18. November 2016DB legt Gesamtangebot mit Lohnerhöhung vor

O-Töne

Wir werden heute wie verabredet der GDL ein Gesamtangebot vorlegen. Das heißt wir haben uns in Vorbereitung auf den heutigen Verhandlungstermin mit sämtlichen Forderungen befasst. Das Arbeitszeitthema haben wir ja schon in der letzten Runde besprochen und auch schon einen Vorschlag unterbreitet. Heute kommt der große Rest. Wir reden insgesamt über 66 Forderungen, die die GDL erhoben hat. Und dazu werden wir uns positionieren.


Da stimme ich mit der GDL überein: Wir wollen auch keine Experimente. Und deshalb wollen wir das, was die GDL an Forderungen erhoben hat, einem Praxis-Check unterziehen, im Alltag mit den Kollegen vor Ort diskutieren, aber auch „erproben“. Wir wollen vermeiden dass wir hier am Tisch auf theoretischem, abstrakten Niveau über Modelle reden – wir haben ja eigene Modelle daneben gestellt – und wir sagen: jetzt lasst uns zügig an die Arbeit gehen. Wenn wir denn Belastungen reduzieren wollen, dann doch bitte direkt und lasst uns nicht so viel Zeit damit verschwenden, über Tarifregelungen im Großen und im Kleinen zu reden. Wenn wir dann sehen, das ein oder andere ist tauglich, können wir das dann immer noch überführen in Regelungen.


Wir werden ein Angebot zum Entgelt unterbreiten. Wir müssen ja das Gesamtangebot anschauen. Die Situation des Konzerns ist ja keine die man als komfortabel bezeichnen kann. Das letzte Jahr war ein ganz schwieriges Jahr. Das laufende Jahr ist etwas stabiler, aber keine relevante Verbesserung zum letzten Jahr. Wir sind mit Zukunft Bahn unterwegs, wir investieren viel in Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit, wir wollen deshalb auch eine schnelle Runde, am Verhandlungstisch zu Ergebnissen kommen, damit wir Kunden nicht irritieren durch öffentliche Diskussionen. Wir wollen ganz schnell wieder ins Geschäft zurück. 


Wenn wir uns wechselseitig beim Wort nehmen, dann wollen wir beide eine schnelle Runde. Ich persönlich kann mir vorstellen, in diesem Jahr fertig zu werden. Das ist drin. Dazu sind beide Seiten hinreichend gut vorbereitet, jetzt muss der Einigungswille dazukommen und dann ist das ein anspruchsvolles aber realistisches Ziel.

Presseinformation

11. November 2016: DB erweitert Angebot: Auch GDL-Modell erproben

O-Töne

Wir werden die Verhandlungen mit der GDL heute zum Thema Arbeitszeit fortsetzen. Wir haben in der letzten Runde ja einen Vorschlag vorgelegt, den wir nochmal für den heutigen Tag präzisiert haben, konkretisiert haben, erweitert haben. Und darüber werden wir reden, um zu dem Thema weiterzukommen, weil ja auf der Forderungsliste der GDL noch deutlich mehr, noch andere Themen stehen. Wir sind einvernehmlich mit der GDL der Auffassung, wir sollten das Thema Arbeitszeit vor die Klammer ziehen. Wir wissen allerdings, dass die GDL für die nächste Runde, die am 17. und 18. November stattfinden wird, auch Angebote zu den übrigen Themen von uns erwartet. Dazu sind wir auch bereit, wenn wir denn einschätzen können, ob wir in Sachen Arbeitszeit zu Fortschritten kommen. 


Wir haben diskutiert, dass rund drei Viertel unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, oder des Zugpersonals, präziser gesagt, im Jahre 2016 keine Mehrarbeit absolvieren mussten.

Gutes Zeichen, weil offensichtlich unsere Bemühungen, Mehrarbeit zu reduzieren, erfolgreich waren. Das ist ja eine Verabredung mit der GDL aus der letzten Runde. Und das ermutigt uns, diese gemeinsame Initiative mit der GDL fortzusetzen, auszubauen und zu erstrecken auf insgesamt 7 Pilotbetriebe und Pilotversuche, um mit den Beschäftigen die besonders darüber klaren, dass ihre Schichten zu lang zu kurz, nicht immer planbar sind mit den persönlichen Wünschen, und mit den Kollegen, vor Ort mit den Betriebsräten, mit den Führungskräften und unserer Begleitung zu erproben, wie können wir die Situation verbessern.

Ich hoffe sehr, dass das ein Angebot ist, dass dem Anliegen der GDL Rechnung trägt, zeigt, dass wir uns ernsthaft damit auseinandersetzen wollen, zeigt, dass auch wir erkennen, es gibt Handlungsbedarf. Aber wir glauben eben, es geht nur über das Erproben, und nicht über das Kreieren neuer tarifvertraglicher Regelungen am grünen Tisch.


Ich erhoffe mir Fortschritte zum Thema Arbeitszeit. Dass wir über das, was wir da vorschlagen, ins Gespräch kommen, in Verhandlungen kommen und das wir tunlichst zu Verabredungen kommen. Aber das kann ich im Moment nicht verlässlich einschätzen, angesichts der Erfahrungen der letzten Runden. Wir haben uns viel Mühe gegeben und wir hoffen, dass eine GDL sich auch Mühe gibt. 

Presseinformation

09. November 2016: 2. Verhandlungsrunde mit der EVG: DB legt Angebote vor

O-Töne 

Transskript: "Mit der EVG ist es heute die zweite Runde. Die erste war davon geprägt, dass die EVG ihre Forderungen vorgestellt hat. Heute ist verabredet, dass wir uns erklären zu diesen Forderungen, erste Bewertungen vornehmen. Wir werden allerdings auch zu einzelnen Punkten Angebote verlegen, um in eine erste qualitative inhaltliche Diskussion zu kommen.
Wir werden reden über die Weiterentwicklung des Demografie-TV, des TV Arbeiten 4.0 und ähnliche Themen qualitativer Art, die aber ja durchaus immer auch einen materiellen Gehalt haben."


Transskript: "Es ist erstmal eine interessante Forderung, mit der wir uns auseinandersetzen, die wir auf Machbarkeit prüfen, jetzt auch unter technisch-handwerklichen bürokratischen Aspekten, wir werden es natürlich bewerten müssen, wenn es um das Gesamtvolumen der Forderungen geht und dann werden wir sicher zu Abwägungen kommen müssen und mit der EVG, was mit welchem Gewicht in diese Verhandlung geht.  Das Gesamtpaket ist ja unverändert ein, was groß und schwer ist und da weiß jeder das, was gefordert wird, ist selten das Ergebnis."

Transskript: "Ich formuliere es mal so: Wir teilen das Ziel, zügig zu einem Ergebnis zu kommen. Ob wir das dann miteinander schaffen, hängt von der Diskussion, der Auseinandersetzung, der Intensität ab, der Frage: Haben wir den gleichen, vergleichbaren Blick auf das Unternehmen und seine Situation? Die Wirtschaftlichkeit ist unter Druck, wir haben Zukunft Bahn als Projekt. Von daher: ja, großes Interesse, zügig und geräuschlos zum Ergebnis zu kommen, aber es muss verkraftbar, es muss machbar sein."

Presseinformation

25. Oktober 2016: DB-Angebot: Initiative für besonders belastete Mitarbeiter

O-Töne

Transkript: "Die GDL hat gestern Forderungen nachgeschoben. Wie hilfreich ist das im Prozess?
Das ist nicht unbedingt hilfreich. Ich finde es auch schade, das in der Zeitung lesen zu müssen, bevor ich es auf dem Tisch habe. Aber das ist eine Stilfrage. Wir werden uns heute mit den Forderungen nicht auseinandersetzen können, weil wir sie noch nicht hinreichend bewerten konnten. Wir konzentrieren uns auf das, was wir verabredet haben: Arbeitszeit ist heute angesagt."

Transkript: "Tarifverhandlungen leben von Kompromissen und von Lösungen am Verhandlungstisch. Streik ist etwas, was ganz am Ende dann stehen mag, wenn man sich partout nicht einigen kann oder nicht einigen will. Ich gehe von der Verhandlungsbereitschaft aller Beteiligten aus. Wir jedenfalls wollen uns am Verhandlungstisch verständigen. Wir haben Verantwortung für unsere Kunden. Wir sind mitten in einer Offensive für mehr Pünktlichkeit und Qualität, und alle die wir da sitzen würden einen fatalen Fehler begehen, wenn wir die ersten Erfolge, die wir gerade haben in Sachen Kundenzufriedenheit aufs Spiel setzten."


Transkript: "Wenn ich mir die Vergütungsforderungen anschaue von 6,5 Prozent, wenn ich mir die Arbeitszeitthemen anschaue, die doch einige Prozente oder Prozentpunkte ausmachen, dann kommt da ein Gesamtpaket zustande was so mutmaßlich nicht zu finanzieren ist. Das heißt wir werden schon darum ringen müssen, wo setzen wir die Prioritäten für die Belegschaft, wo stellen wir sicher, dass Bahnbetrieb verlässlich bleibt und wie stellen wir sicher, dass das Unternehmen wirtschaftlich auf Kurs bleibt."