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Schnellfahrstrecke Berlin-München: Der Countdown läuft...

Mit Tempo 300 durch Deutschlands Mitte: Ab Dezember sind Reisende zwischen Berlin und München unter 4 Stunden unterwegs

Die rund 500 Kilometer lange Neu- und Ausbaustrecke zwischen Nürnberg, Erfurt, Leipzig/Halle und Berlin geht am 10. Dezember 2017 in Betrieb. Das Kernstück der Hochleistungsstrecke von München nach Berlin bietet eine konkurrenzfähige und umweltgerechte Alternative zu Straße und Flugzeug. Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 8 (VDE 8)  steht in besonderem Maße für das Qualitätsprogramm „Zukunft Bahn“, eines der umfassendsten Programme, das die Deutsche Bahn (DB) jemals auf den Weg gebracht hat. Berlin-München unter 4 Stunden – ein neues Angebot der DB ab Dezember 2017, das das Reisen einfacher, verlässlicher und komfortabler macht und von dem rund 17 Millionen Menschen in Deutschland direkt profitieren. 

Berlin - München in unter 4 Stunden

Bis zur Eröffnung stehen noch folgende Meilensteine an:

September: Ab September finden die letzten Streckenkundefahrten statt, die Triebfahrzeugführer müssen die neuen Strecken genau kennen, bevor diese im Netz der DB in Betrieb gehen.

Oktober: Im Oktober fährt erstmalig der ICE 3 im Vorlaufbetrieb, denn das Zusammenspiel zwischen Infrastruktur und Zügen muss reibungslos funktionieren. Gleichzeitig absolviert der ICE 3 erstmals seine Zulassungsfahrten.

November: Der November steht schließlich nochmals ganz im Zeichen der Sicherheit. Dann findet die letzte Notfallübung in einem Tunnel statt. Im 7.391 Meter langen Tunnel Silberberg in Thüringen proben mehrere hundert Notfallkräfte für den Ernstfall. Bevor dann ab 10. Dezember die Metropolen Berlin und München miteinander verbunden werden und unsere Kunden mit bis zu 300 km/h unterwegs sind, finden bis Ende November die letzten Softwareaktualisierungen aller Strecken statt.


Ein Jahrhundertprojekt erklärt in 2:41 Minuten

VDE 8: Das größte Infrastrukturprojekt Deutschlands

Das Zehn-Milliarden-Projekt Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 wurde 1991 nach der Wiedervereinigung Deutschlands von der Bundesregierung beschlossen, um die Verkehrsanbindung auf der Schiene zwischen Ost und West sowie zwischen Nord und Süd für den Personen- und Güterverkehr nachhaltig zu verbessern. Auf den vorhandenen Strecken waren die prognostizierten Verkehrsaufkommen hinsichtlich der Kapazität und der Geschwindigkeit nicht zu bewältigen. Das VDE 8 ist ein Lückenschluss im deutschen Hochgeschwindigkeitsnetz und stellt gleichzeitig einen wichtigen Abschnitt im Transeuropäischen Schnellbahnnetz (TEN) dar.

Das VDE 8 gliedert sich in drei Abschnitte:

Die Bahnknoten Erfurt, Halle und Leipzig werden für die Einbindung der neuen Strecken ausgebaut.

Schneller, direkter, besser verknüpft: Das neue Hochgeschwindigkeitsnetz ab Dezember 2017

Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 beginnt eine neue Ära des Bahnreisens. Die Fertigstellung des „Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8“, der Neu- und Ausbaustrecke Berlin‒München, bedeutet die größte Angebotsverbesserung für die Kunden in der Geschichte der Deutschen Bahn. Rund 17 Millionen Menschen profitieren unmittelbar von der neuen Verbindung, die das deutsche Hochgeschwindigkeitsnetz komplettiert. Bis zu zwei Stunden schneller als heute werden Reisende ab Dezember zwischen Berlin und Bayern unterwegs sein: Die beiden Metropolen Berlin und München werden mit den neuen Sprinter-Zügen in weniger als vier Stunden miteinander verbunden, Berlin und Nürnberg in unter drei Stunden – damit ist die neue Strecke eine konkurrenzlose Alternative zu Straße und Flugzeug. Dabei wurde besonders auf die Bedürfnisse von Geschäftsreisenden geachtet: Die Sprinter werden je gegen 6, 12 und 18 Uhr in Berlin bzw. München abfahren. Auch die stündlich verkehrenden Takt-Züge werden zwischen beiden Metropolen rund 90 Minuten schneller sein als heute.

Weitere große Vorteile der neuen Verbindung: Es wird deutlich mehr Direktverbindungen als heute zwischen einzelnen Städten geben - so z. B. Berlin‒Frankfurt/Main, Erfurt‒Berlin sowie Erfurt‒Hamburg. Eine neue Direktverbindung gibt es auch: Von Leipzig aus kommen Reisende künftig zweistündlich ohne Umstieg nach Mannheim, Stuttgart oder Ulm.

Auch Städte wie Magdeburg oder Dresden, die nicht unmittelbar an der neuen Schnellfahrstrecke liegen, profitieren durch kurze Umstiegszeiten in Halle, Leipzig bzw. Erfurt von der neuen Verbindung. Hier reduziert sich die Fahrzeit um mindestens 1 Stunde.

Dank guter Anschlüsse in den großen ICE-Knotenbahnhöfen Berlin, Halle, Leipzig, Erfurt, Nürnberg und München zum Nahverkehr gehören auch die Regionen zu den Profiteuren der Neubaustrecke. Um ein Beispiel zu nennen: Reisende aus Eberswalde sind künftig in vier Stunden in Nürnberg, statt heute in fast sechs.

Kurzum: Deutschland wird schneller, direkter und besser verbunden.

Rückblick: Die historisch bedeutenden Fahrplanänderungen:

1979:     Einführung eines nationalen Intercity-Netzes im Stundentakt auf vier Linien in der ehemaligen Bundesrepublik

1991:     Aufnahme des ICE-Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland mit deutlich kürzeren Reisezeiten

2003:     Erstmals 300 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke Köln‒Frankfurt/M Flughafen

Dez. 2017: Inbetriebnahme der neuen Schnellfahrstrecke Berlin‒München

 

Dank der neuen Strecke Berlin – München gewinnt auch der Nahverkehr an Attraktivität. In Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern werden viele Nahverkehrslinien bestmöglich mit den neuen Verbindungen im Fernverkehr verknüpft. Damit profitieren auch die Reisenden, die den Nahverkehr in ihrer Reisekette nutzen, von den deutlich verringerten Fahrzeiten auf der neuen Strecke. In Bayern wird es zudem ein neues Nahverkehrsangebot auf der Schnellfahrstrecke von Nürnberg über Coburg nach Sonneberg geben; hier werden Verbindungen bis zu 30 Minuten schneller.

Schnellerer Nahverkehr in Nordbayern 

In Bayern werden durch die Schnellfahrstrecke von Berlin nach München auch viele Relationen im Nahverkehr attraktiver, insbesondere Verbindungen nach Erfurt und Berlin sowie auch die nach München. Das betrifft den Franken-Thüringen-Express (FTX) genauso wie die  Mittelfrankenbahn, Mainfrankenbahn, den Main-Spessart-Express, aber auch die S-Bahn Nürnberg. Auch Verbindungen Richtung Osten z.B. nach Neumarkt/Oberpfalz profitieren.

Durch die Inbetriebnahme der neuen Schnellfahrstrecke Berlin - München werden von Nürnberg und von Bamberg aus sowie vom zweistündlichen Zwischenhalt Erlangen aus neue, direkte und viel schnellere Reiseverbindungen nach Erfurt, Leipzig/Halle und Berlin möglich sein. Auch Zubringerverkehre nach Nürnberg und Bamberg profitieren von der neuen Strecke - dies gilt natürlich analog auch für die Gegenrichtung, z.B. Kulmbach - Erfurt oder Neumarkt/Oberpfalz - Berlin. So verringert sich die Fahrzeit von Kulmbach nach Erfurt um 70 Minuten oder von Neumarkt/Oberpfalz nach Berlin um 80 Minuten.

Durch den neuen Franken-Thüringen-Express (FTX) zwischen Sonneberg und Nürnberg, der ebenfalls im Dezember in Betrieb geht, wird DB Regio zwischen Coburg und Bamberg zweistündlich eine schnelle Nahverkehrsverbindung anbieten. Damit sind Bahnfahrer zwischen beiden Städten mit 23 Minuten doppelt so schnell unterwegs wie bisher. Von Coburg nach Nürnberg dauert die Reise im durch­ge­henden Regio­nal-Ex­press (RE) künftig nur noch 70 Minuten – rund 30 Minuten weniger als derzeit. Auf der Strecke kommen Doppel­stock­wagen zum Einsatz mit über 500 Sitzplätzen je Zug.  Die Züge sind mit dem modernen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet. 

  •   Kulmbach – Erfurt: 70 Minuten schneller
  •   Neumarkt/Oberpfalz -  Berlin: 80 Minuten schneller
  •   Coburg nach Nürnberg: 30 Minuten schneller


Optimal Umsteigen im Knoten Erfurt

In Thüringen wird Erfurt zu einem wichtigen Eisenbahnknoten ausgebaut. Künftig werden zu jeder ganzen und halben Stunde viele Umstiege zwischen Nah- und Fernverkehr erreicht, so dass sich Reisezeiten für viele Kunden spürbar verbessern. Konkret werden ab Dezember 2017 erheblich mehr Nahverkehrszüge zwischen Erfurt, Weimar und Jena fahren, und zwar ca. halbstündlich zwischen Erfurt und Jena von 6 bis 21 Uhr sowie einem ca. viertelstündlichen Takt zwischen Erfurt und Weimar. Ebenso wird die Relation von Kassel über Bad Langensalza nach Erfurt beschleunigt, so dass auch hier die Anschlüsse an die ICE Richtung München und Berlin verbessert werden. Um die Anschlüsse in Erfurt zu erreichen wurde die Fahrtzeit des Regional-Express um sieben Minuten beschleunigt.

Auch der Regional-Express von Magdeburg nach Halle wird mit dem neuen ICE-Angebot harmonisiert und fast durchgehend stündlich mit den ICE der Schnellfahrstrecke Richtung Berlin und München verknüpft. Dies gilt auch für die neuen Regional-Express-Linien 18 von Halle nach Saalfeld und 16 von Halle nach Erfurt, die stündlich Anschluss an die ICE-Linien haben.

  • August: Beginn Vorlaufbetrieb ETCS

    Countdown Eröffnung Hochgeschwindigkeitsstrecke


    Die Züge fahren ab diesem Zeitpunkt unter Sicherheitsverantwortung des neuen Zugbeeinflussungssystem ETCS. Alle Funktionen der Leit- und Sicherungstechnik werden elektronisch und per Funk ausgeführt.

  • September - November: Streckenkundefahrten
    Triebfahrzeugführer müssen neue Strecken genau kennen, bevor diese im Netz der Deutschen Bahn in Betrieb gehen. Während der Streckenkundefahrten werden die Triebfahrzeugführer deshalb im Umgang mit ETCS geschult und „erfahren“ die neue Strecke. Dabei üben sie alle streckenspezifischen Abläufe wie beispielswiese Brems- und Beschleunigungsvorgänge.
  • Oktober: ICE 3 fährt erstmalig im Vorlaufbetrieb
    Das Zusammenspiel zwischen Infrastruktur und Zügen muss reibungslos funktionieren. Deshalb erfolgen die Zulassungen für die Infrastruktur und die Fahrzeuge parallel. Im Oktober absolviert der ICE 3 erstmals seine Zulassungsfahrten.
  • November: Letzte Notfallübung im Tunnel
    Am 4. November findet die letzte Notfallübung in einem Tunnel auf der Neubaustrecke statt. Insgesamt gab es 11 Notfallübungen. Im Tunnel Silberberg in Thüringen proben mehrere hundert Notfallkräfte für den Ernstfall. Dabei werden festgelegte Szenarien in und am ICE nachgestellt und die Rettungsabläufe mit allen Beteiligten geübt.
  • November: Softwareaktualisierung aller Strecken 
    Um die gesamte Strecke in Betrieb nehmen zu können, müssen alle Abschnitte mit der neuesten ETCS-Software durchgängig ausgerüstet sein. Die Softwareaktualisierung findet auf allen Neubau- und Zulaufstrecken sowie in den Bahnknoten Erfurt, Halle, Leipzig statt. Vom 18. bis 27. November ist die Neubaustrecke Erfurt–Halle/Leipzig deshalb komplett gesperrt, vom 18. bis 19. November der Knoten Erfurt.
  • Dezember: Eröffnung am 10. Dezember 2017 mit 300 km/h

Die Strecke weist modernste, technische Standards auf. Ob das „Fahren ohne Signale“ nach dem European Train Control System (ETCS) oder die integrale Brückenbauweise, bei der die Ingenieure erstmals beim Eisenbahnbrückenbau in Deutschland auf die wartungsintensiven und verschleißanfälligen Lager zwischen dem Überbau der Brücke und den Pfeilern verzichtet haben. Diese Bauweise lässt die Brücken schlanker erscheinen, sie fügen sich optisch besser in die Landschaft ein. Innovation wird belohnt: Die „Deutschen Brückenbaupreise“ 2012 und 2014 gingen an die Scherkondetalbrücke und die Gänsebachtalbrücke.

Auch die längste Eisenbahnbrücke Deutschlands befindet sich auf der Strecke: die Elster-Saale-Talbrücke mit 8,6 Kilometern Länge. 


Sicherungstechnik - Balisen für ETCS Level 2

Mit dem einheitlichen europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS und dem Funksystem GSM¬R können Züge ohne Streckensignale sicher geleitet werden. Die wichtigen Daten werden über Funk zwischen Zug, Streckenzentrale und Transpondern im Gleis übermittelt. ETCS soll zukünftig die rund 20 noch geltenden Sicherungssysteme komplett ablösen, die zurzeit noch einen grenzüberschreitenden innereuropäischen Verkehr behindern.  Die beiden Neubaustrecken Ebensfeld-Erfurt und Erfurt-Halle/Leipzig werden mit dem modernsten System der Leit- und Sicherungstechnik ausgerüstet. Hier wird die neueste Version des Europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS (die so genannte baseline 3) eingeführt.

Um Geschwindigkeiten bis maximal 300 km/h auf der Strecke zu ermöglichen, kommt als Fahrbahn ein festes System ohne den sonst üblichen Schotter zum Einsatz, die so genannte Feste Fahrbahn. 

Bildergalerie VDE 8

Teilstrecke des TEN Korridors Skandinavien-Mittelmeer (DB AG/designhaus)

VDE 8: Zahlen und Fakten (DB AG/designhaus)

Diese und weitere Infografiken finden Sie zum Runterladen in der Spalte "Downloads".