Deutsche Bahn
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Jubiläum

Zehn Jahre deutsch-französischer Hochgeschwindigkeitsverkehr

Rund 16 Millionen Fahrgäste seit 2007 • Hohe Kundenzufriedenheit • WLAN in allen Zügen und auf allen Streckenabschnitten ab Sommer

 ICE 3 Baureihe 407 der DB und SNCF TGV im deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr unterwegs

Von Stuttgart nach Paris in nur etwas mehr als drei Stunden - seit 2007 ist diese Reisezeit auf der Schiene zwischen den beiden Regionen Realität. Auch Mannheim und Karlsruhe sind durch die gemeinsamen Hochgeschwindigkeitsverkehre der Deutschen Bahn und der SNCF ein großes Stück zusammengerückt. Seit 2007 haben ICE und TGV insgesamt rund 16 Millionen Fahrgäste befördert - eine gemeinsame Erfolgsgeschichte. 

 



Presseinformation: Zehn Jahre deutsch-französischer Hochgeschwindigkeitsverkehr: ICE auf den Nahmen 'Paris' getauft
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Feier zu zehn Jahren deutsch-französischem Hochgeschwindigkeitsverkehr

Bilder aus zehn Jahren Alleo

Zeitleiste: Meilensteine aus zehn Jahren 

Meilensteine des deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs können Sie in der rechten Spalte als Themendienst herunterladen.

Die hohe Kundenzufriedenheit von 92 Prozent ist auch auf die gemischten französisch-deutschen Teams in TGV und ICE zurückzuführen. Durch den Ausbau des WLAN-Angebotes soll die Zufriedenheit weiter steigen. Ab Juli 2017 wird dieses schrittweise in allen ICE und TGV auf der gesamten Fahrstrecke zwischen Paris und Frankfurt/Main, Paris und Stuttgart sowie Paris und München verfügbar sein.  Wohin TGV und ICE die Reisenden bringen, sehen Sie hier.


Der internationale Fernverkehr der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn verbindet nicht nur Frankreich und Deutschland. So gibt es beispielsweise allein zwischen Deutschland und der Schweiz zurzeit über 40 Direktverbindungen je Richtung. Auch Ziele in Österreich, Belgien, Dänemark, Tschechien oder Polen sind bequem mit dem Zug erreichbar. Und das sind noch längst nicht alle Länder: Der internationale Fernverkehr der DB bringt Reisende in 150 europäische Städte. Mehr Informationen finden Sie in diesem Themendienst.


Lokführer unter sich: Klaus Zwick (l.) verabschiedet Felix Wilhalm am Stuttgarter Hauptbahnhof. Dieser steuert den TGV direkt na

Im Juni 2007 wurde der ICE- und TGV-Verkehr von Frankfurt (Main) und Stuttgart nach Paris aufgenommen. In den vergangenen zehn Jahren haben 5,4 Millionen Fahrgäste von Baden-Württemberg auf diesem schnellen Weg die Seine-Metropole besucht. 2,4 Millionen Reisenden sind von Mannheim und Saarbrücken über den Nordast gefahren, drei Millionen haben den Südast von Stuttgart über Karlsruhe und Straßburg genutzt.

Durch den Streckenausbau - speziell auf dem Südast - sind die Fahrzeiten geschrumpft. So ist die Landeshauptstadt Stuttgart heute nur noch drei Stunden und zehn Minuten von Paris entfernt. Von Mannheim dauert die Fahrt via Straßburg nur noch drei Stunden. Und von Karlsruhe aus erreichen Reisende die französische Hauptstadt sogar in einer Rekordzeit von zweieinhalb Stunden. Geschäfts- und Privatreisende können an einem Tag bequem hin- und zurückfahren.

Lokführer der ersten Stunde im deutsch-französischen Verkehr ist Klaus Zwick. Der heute 63-Jährige hat als einer der ersten einen TGV von Stuttgart nach Straßburg gefahren. Hinter dieser Ehre steht jahrzehntelange Erfahrung; 1972 hat Zwick als gelernter Maschinenschlosser seine Lokführerausbildung gestartet. anschließend ging es für ihn, was Motorleistung und Tempo anging, immer weiter nach oben: zuerst Rangierfahrten, dann Vorortverkehr in Stuttgart. "Damals gab es noch keine S-Bahn", erinnert sich der Remstaler. Und er kam immer weiter herum: Ludwigsburg, Esslingen (Neckar), Plochingen. 1977 fuhr er das erste Mal mit einer E-Lok  nach Ulm. Vier Jahre später dann ein Klassiker: die E-Lok der Baureihe 103. Dieses in purpurrot/elfenbein lackierte Fahrzeug galt lange als Flagschiff der Bundesbahn und war Zugpferd des Trans-Europ-Express (TEE). 

In den 1990er-Jahren sattelte Zwick auf ICE um. "Die Technik hat mich immer gereizt - der Beruf des Lokführers sowieso", sagt Zwick mit einem Lächeln. Für DB Fernverkehr fuhr er von Stuttgart aus Reisende in alle Himmelsrichtungen, etwa nach Köln, München, Karlsruhe und Singen. Im Jahr 2000 folgte der erste Grenzverkehr - eine lokbespannte Fahrt von Stuttgart nach Straßburg. Sieben Jahre später wurde Zwick dann Teil der Geschichte des Hochgeschwindigkeitsverkehrs von Baden-Württemberg nach Paris: Die DB und die französische SNCF schulten ihn für den TGV. "Das war ein Privileg", erinnert sich Zwick stolz. "Die Trainer haben alles von uns gefordert", erinnert sich Zwick. Parallel eignete er sich sukzessive französische Sprachkenntnisse an. "Mit der Speisekarte hat es angefangen", schmunzelt Zwick. Dann hat er Reklameschilder für sich übersetzt und schließlich Französisch-Kurse an der Volkshochschule belegt. Mit dem Start den grenzüberschreitenden Verkehrs fuhr er Reisende mit dem TGV von Stuttgart bis Straßburg. Dort übernahm ein französische Lokführer und fuhr ihn weiter nach Paris. Vor zehn Jahren hatte er er als Lokführer noch nicht die betriebstechnische Ausbildung, um einen Zug durchgängig im deutschen und französischen Netz zu führen. 

Felix Wilhalm hat sie. Der Triebfahrzeugführer von DB Fernverkehr fährt heute mit dem TGV Duplex von Stuttgart nach Paris. In 190 Minuten. Er mag die hohe Geschwindigkeit von 320 km/h auf dem französischen Netz. "Landschaftlich ist allerdings die Fahrt mit dem ICE am Rhein entlang reizvoller", findet Wilhalm. Der 31-Jährige hat sein Rüstzeug bei DB Regio gelernt. Nach dem Wechsel zu DB Fernverkehr kam er 2013 nach Stuttgart. In dem Jahr, als Klaus Zwick in Altersteilzeit ging. 

"Die Jungen können stolz sein, Lokführer ohne Grenzen zu sein", bricht Zwick eine Lanze für den Beruf und den deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr. Auch wenn er nicht mehr aktiv im Dienst ist, bewegt ihn der Bahnverkehr immer noch. "Wenn ich einen Zug bei uns im Tal sehe, schaue ich automatisch auf die Uhr."