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Medienpaket

Ideenzug

Der Nahverkehrszug der Zukunft

Was wäre, wenn man als Pendler die Reisezeit so gut nutzen könnte, dass man am Ende des Tages all das erledigt hat, was man sonst kaum schafft? Man könnte beispielsweise Sport direkt nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause machen – im Zug. Oder auf dem Weg zur Arbeit fix die Lebensmittel über einen Online-Supermarkt bestellen. Wer möchte, kann auch in speziellen Arbeitsbereichen die ersten Mails schreiben, in Einzelkabinen Telefonate führen, in einer Lounge Meetings abhalten oder in einer Power-Napping-Kabine nochmal ein halbes Stündchen schlafen.

Zusammen mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) hat DB Regio in Nürnberg den Ideenzug vorgestellt – ein 1:1-Modell eines Doppelstockwagens, in dem neuartige Produkt- und Servicekonzepte für den Regionalverkehr realisiert wurden und demnächst von Kunden getestet werden können. Das Spektrum bei der Innenausstattung reicht dabei von reservierbaren Sportkabinen mit digitalem Fitnesstrainer über einen Public-Viewing-Bereich mit Nachrichten und Sportübertragungen bis zu Bistro-Sitzbänke und Tischen für angenehmes Arbeiten und gemütliches Speisen. Versorgt werden Kunden mit frischen Snacks und Getränken an einer Selbstbedienungs-Theke. Für Familien mit Kleinkindern oder Gruppenreisende stehen speziell designte Familien- und Kinderbereiche zur Verfügung. Es gibt eigene Segmente mit Spielekonsolen, wer es geselliger mag, findet Platz in der Lounge. Sitze, die sich der Körperform anpassen, machen die Fahrt bequemer, zugleich finden Reisende Info- und Entertainmentinhalte auf Bildschirmen am Platz. In einem weiteren Modul lassen sich die Rückenlehnen der Klapplehnbänke nach Belieben in Fahrtrichtung oder zum Gegenübersitzen einstellen. Auch für unterschiedliche Rückzugsmöglichkeiten ist gesorgt – vom entspannten Träumen in Lärm-reduzierenden Sitzen am Panoramafenster bis hin zu Liegeflächen für ein Nickerchen („Powernapping“). Mobile Arbeitsmodule sind als Einzelkabine oder als abgetrennte Bereiche mit umschließenden Rückenlehnen im Kopfbereich und Glastrennwänden integriert. 

Der Ideenzug

Für Dr. Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender DB Regio, steht dabei der Fahrgast, ganz im Sinne von Zukunft Bahn, im Fokus: „Wir möchten unseren Kunden im Nahverkehr zukünftig mehr bieten - ein neues und einmaliges Reiseerlebnis. Deshalb haben wir den Ideenzug entwickelt, mit völlig neuen Gestaltungsideen für den Fahrzeuginnenraum. Unser Ziel ist es, dass die Besteller im Nahverkehr solche Ideen in ihren zukünftigen Ausschreibungen mitdenken.“ 

Dr. Johann Niggl, Sprecher der Geschäftsführung der BEG zeigt sich vom Ideenzug begeistert: „Das Mobilitätsverhalten der Pendler in Deutschland verändert sich rasant. Fahrgäste erwarten Komfort und Individualität und wollen ihre Zeit sinnvoll nutzen. Heute bietet der Zug viele Vorteile – wenn aber erst einmal autonom fahrende Autos Realität sind, muss die Schiene mit neuen Vorteilen überzeugen. Fahrzeuge müssen massenverkehrstauglich und hoch zuverlässig sein, zugleich aber auch komfortabel und individuell. Dass sich DB Regio dieser Herausforderung stellt und den Ideenzug entwickelt, zeigt, wie innovativ das Unternehmen aus Sicht des Kunden denkt.“

Mit dem Ideenzug möchte DB Regio den Bestellern der Verkehre in den Bundesländern Inspirationen geben, Ausschreibungen innovativ, zukunftsfähig und kundenorientiert zu bestellen. „Mit intensiven Nutzertests ermitteln wir in einem weiteren Schritt die erfolgversprechendsten Ideen und arbeiten anschließend gemeinsam mit Aufgabenträgern und unseren Industrie- und Technologiepartnern an deren Realisierung“, so Jörg Sandvoß. „Bei der Entwicklung solcher Konzepte geht es nicht darum, einen Zug mit allen kreativen Ideen auf einmal umzusetzen, sondern einzelne Ansätze je nach jeweiligem Bedarf bei neuen Zügen zu berücksichtigen“, so Sandvoß weiter.

Seit vergangenem Jahr arbeitet die Regio-Tochter Südostbayernbahn (SOB) gemeinsam mit dem Innovationslabor der Deutschen Bahn "d.lab", der Münchener Designagentur "Neomind", Fahrgästen, der BEG und den Produktinnovations- und IT-Abteilungen der DB Regio Zentrale an dem Projekt. Es ist Teil von Zukunft Bahn, dem Programm für mehr Qualität und Service der Deutschen Bahn. 

Making-of von den Anfängen des Baus des Ideenzug (mit Zeitraffersequenzen)

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Wie alles begann

Begonnen hat das Ideenzug-Projekt mit Recherchen zu aktuellen Trends, Benchmarks und Technologien sowie Befragungen der Kunden. Durch kreative Workshops wurden alle denkbaren Nutzungsmöglichkeiten, Funktionen und Produkte für Zuginnenräume zusammengetragen, konkreten Kundengruppen zugeordnet, und mit deren Bedürfnissen abgeglichen. Dabei arbeiteten Kunden, aber auch Bahn-Mitarbeiter, losgelöst von Richtlinien und entwickelten mit Hilfe von innovativen Methoden Ideen ohne jegliche Denkverbote. Der Fokus bei der Ausgestaltung der Produkt- und Servicewelten des Ideenzugs liegt auf Personengruppen wie Pendlern, Familien, Studenten, Senioren und Freizeitreisende. Auch der Kundenbeirat wurde mit ins Boot geholt.

Im nächsten Schritt wurden die Ideen gesammelt und vom renommierten Designbüro Neomind in Skizzen und später in digitale 3D-Modelle verwandelt, sodass sichtbar wurde, wie zum Beispiel ein Abteil für einen Pendler in Zukunft aussehen würde oder ein abgeschirmter Arbeitsbereich gestaltet werden könnte. Anhand dieser Produktskizzen wurden die Prioritäten der Umsetzung festgelegt, eine Auswahl von hochwertigen Materialien und geeigneten Industrie-Partnern getroffen. So entstanden allmählich Entwürfe zu den unterschiedlichsten Produktwelten, untergebracht im Schema eines einzigen Zugmodells - dem Ideenzug.  

Die Module des Ideenzugs

Unterwegs mit der ganzen Familie


Das Sportstudio

RegioDiner und Public Viewing

Snacks und Getränke

"MyCabin" für den besonderen komfort

Premium-Class

Erklär- und Animationsfilm zum Ideenzug   

Carsten Hutzler, Projektleiter Ideenzug im d.lab der DB

Warum haben DB Regio, die Südostbayernbahn und die Bayerischen Eisenbahngesellschaft den Ideenzug entwickelt?

Mit dem Ideenzug wollen wir ein neues und revolutionäres Reiseerlebnis für den Regionalverkehr der Zukunft entwickeln. Aus diesem Grund haben wir vor einem Jahr das Projekt gemeinsam mit DB Regio, der Südostbayernbahn und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft initiiert und mit unseren Fahrgästen 22 revolutionäre Themenwelten entwickelt. Diese werden nun erstmalig im 1:1-Modell eines Doppelstockwagens erlebbar. Anschließend werden alle Details intensiv mit unseren Kunden vertestet, um daraus die richtigen Schlüsse für die Entwicklung der Züge der Zukunft zu ziehen. In diesen werden dann die ein oder anderen erfolgreichen Konzepte aus dem Ideenzug Einzug halten und den Regionalverkehr der Zukunft prägen.

Was ist der Ideenzug?

Der Ideenzug – das ist ein 1:1- Modell eines Doppelstockwagens mit 22 revolutionären Themenwelten. Wir verknüpfen eine neue Wohlfühlatmosphäre mit digitalen Serviceangeboten zu einem einzigartigen Reiseerlebnis für unsere Kunden im Regionalverkehr der Zukunft. Auf unsere Kunden wartet eine neue Chillout-Area, ein Gamingmodul für Teenager, ein Kinderparadies, ein Familienbereich, eine Einzelkabine für entspanntes Wohlfühlreisen sowie eine Dining-Area zum Abendessen und ein Public-Viewing-Modul für Sportfans sowie für Fitness-Freaks ein eigenes Sportstudio mit einem digitalen Fitnesscoach.

Wie sind Sie bei der Entwicklung des Ideenzugs vorgegangen?

Über ein Jahr hinweg haben wir im Projekt von Südostbayernbahn und DB Regio gemeinsam mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ganz viele Kunden befragt und Feedbacks unserer Fahrgäste eingeholt, was sie gerne alles im Zug tun wollen, bis heute aber leider nicht tun können. Und die Wünsche sind sehr vielfältig. Viele Kunden wünschen sich ein Sportstudio, eine Einzelkabine für entspannte Wohlfühlreisen, aber auch eine Chillout-Area, um Relaxen und Abschalten zu können. Manche Fahrgäste wünschen sich gezielt eine Lounge für Gruppenreisen, sie wünschen sich mit Informationen, Nachrichten versorgt zu werden in einem Public-Viewing-Modul oder auch ein Kinderparadies speziell für Familien. Und all das werden wir nun im Ideenzug zusammenführen.

  1. Der Bau des Ideenzuges entspricht mit einer Länge von 27 Meter, einer Breite von drei Meter und fünf Meter Höhe, exakt den Maßen eines Doppelstockwagens. Darin sind 22 Module verbaut, die unabhängig voneinander kombinierbar und universal einsetzbar sind.
  2. Mehr als 30 Technologie-, Industrie- und Produktpartner, wie beispielsweise Krauth technologies, Taps, Camira, E-Leather und fonlos, unterstützen den Ideenzug. Bei der Auswahl der Partner setzten die Projektbeteiligten sowohl auf langjährige bewährte Partner als auch auf neue innovative Unternehmen. Diese liefern die Bauteile für die einzelnen Module. Mit vielen Produktinnovationen in den Bereichen Sitze und Sitzbezüge, Böden, Verpflegung/Catering, Wand- und Deckengestaltungen, Beleuchtung, Kundeninformation und Vertrieb sowie digitale Services, setzen sie neue Maßstäbe.
  3. Von der ersten Idee zur Fertigstellung des Ideenzugs verging rund ein Jahr.
  4. Für den Transport des Modells werden sechs Sattelschlepper benötigt.
  5. Der Fahrgastverband PRO BAHN und verschiedene Kundenbeiräte, die Interessen der Fahrgäste vertreten, sind ebenfalls eng in das Projekt eingebunden.
  6. Für die Kreation und Umsetzung aller Produkt- und Servicekonzepte von der Designentwicklung bis zur Materialiendefinition ist das Designstudio neomind verantwortlich.