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Der größte Fahrplanwechsel in der Geschichte der Deutschen Bahn

Mit Tempo 300 durch Deutschlands Mitte: Seit 10. Dezember sind Reisende zwischen Berlin und München unter 4 Stunden unterwegs

Die rund 500 Kilometer lange Neu- und Ausbaustrecke zwischen Nürnberg, Erfurt, Leipzig/Halle und Berlin ging am 10. Dezember 2017 in Betrieb. Die Schnellfahrstrecke von Berlin nach München bietet eine konkurrenzfähige und umweltgerechte Alternative zu Straße und Flugzeug. Die verkürzte Fahrzeit macht das Reisen einfacher, verlässlicher und komfortabler. 45 Bahnhöfe in ganz Deutschland sind mit dem ICE über die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke im Thüringer Wald direkt erreichbar. Insgesamt profitieren rund 17 Millionen Menschen in Deutschland direkt von der Strecke.

Bildergalerie Schnellfahrstrecke Berlin-München

Mit der Eröffnung der Strecke Berlin–München ist der größte Fahrplanwechsel seit Gründung der DB verbunden. Seit 10. Dezember fährt ein Drittel aller DB-Fernzüge nach neuem Fahrplan. Zahlreiche Verbindungen verbessern sich. Diese Angebotsoffensive ist Teil des Qualitätsprogramms „Zukunft Bahn“, mit dem die DB das Reisen komfortabler und verlässlicher macht.​


Streckenverlauf der Schnellfahrstrecke Berlin–München (DB AG).














  

Die beiden Metropolen Berlin und München sind mit den neuen Sprinter-Zügen in weniger als vier Stunden miteinander verbunden, Berlin und Nürnberg in unter drei Stunden. Dabei wurde besonders auf die Bedürfnisse von Geschäftsreisenden geachtet: Die Sprinter fahren werktags gegen 6, 12 und 18 Uhr in Berlin bzw. München ab. Auch die stündlich verkehrenden Takt-Züge zwischen beiden Metropolen sind rund 90 Minuten schneller als früher.

Weitere große Vorteile: Die Bahn bietet deutlich mehr Direktverbindungen zwischen einzelnen Städten - so z. B. Berlin‒Frankfurt/Main, Erfurt‒Berlin sowie Erfurt‒Hamburg. Eine neue Direktverbindung gibt es auch: Von Leipzig aus kommen Reisende künftig zweistündlich ohne Umstieg nach Mannheim, Stuttgart oder Ulm.

Städte wie Magdeburg oder Dresden, die nicht unmittelbar an der neuen Schnellfahrstrecke liegen, profitieren durch kurze Umstiegszeiten in Halle, Leipzig bzw. Erfurt von der neuen Verbindung. Hier reduziert sich die Fahrzeit um mindestens eine Stunde. Dank guter Anschlüsse in den großen ICE-Knotenbahnhöfen Berlin, Halle, Leipzig, Erfurt, Nürnberg und München zum Nahverkehr gehören auch die Regionen zu den Profiteuren der Neubaustrecke. 

Kurzum: Deutschland wird schneller, direkter und besser verbunden.

- München und Berlin: Reisende zwischen beiden Städten sparen bis zu zwei Stunden Fahrzeit. Abgestimmte Fahrpläne mit dem Nahverkehr tragen den Zeitvorteil bis in die Regionen.

- Erfurt: Thüringens Landeshauptstadt ist neues Fernverkehrsdrehkreuz in Mitteldeutschland. Die Zahl der ICE-Abfahrten erhöht sich um 70 Prozent auf rund 80 Abfahrten pro Tag. Der ICE fährt jede Stunde in alle vier Himmelsrichtungen.

- Frankfurt/Main: Die Bankenmetropole erhält mehr Direktverbindungen nach Berlin. Durchschnittlich fahren zwei Züge pro Stunde in die Bundeshauptstadt und zurück.

Weitere Beispiele finden Sie im Downloadbereich.


Drei Fragen an Eva-Maria Kaufmann:

Eva-Maria Kaufmann (Foto: DB AG)

Warum ist der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 der „größte in der DB-Geschichte“?

Mit Stichtag am Sonntag, dem 10. Dezember 2017, verändern wir die Fahrzeiten oder Wege von etwa 35 Prozent unserer Fernverkehrszüge. Das ist die größte Veränderung an einem Einzeltermin. Neben den Veränderungen, die sich durch die Reisezeitgewinne auf der neuen Schnellfahrstrecke Berlin–München ergeben, ist z.B. die Angebotsverdopplung auf der Bahnstrecke von Stuttgart über Singen nach Zürich, der sogenannten Gäubahn, enthalten.

Welche Stadt oder Region profitiert am meisten vom neuen Fahrplan?

Rund 17 Millionen Menschen profitieren direkt von der neuen Schnellfahrstrecke. Ganz klar an erster Stelle der Gewinner stehen die Städte München und Berlin. Die Reisezeit zwischen beiden Metropolen verkürzt sich schlagartig um zwei Stunden – das gab es bei der Deutschen Bahn AG noch nie. Erfurt gehört ebenso zu den großen Profiteuren. Die Stadt wird zum neuen Fernverkehrsdrehkreuz Mitteldeutschlands: Die Zahl der ICE-Abfahrten pro Tag erhöht sich um 70 Prozent auf ca. 80 Abfahrten. Der ICE fährt hier jede Stunde in alle vier Himmelsrichtungen.

Warum fährt der neueste Zug, der ICE 4, nicht auf der neuen Schnellfahrtstrecke?

Der ICE 4 fährt ab Fahrplanwechsel zunächst auf den Strecken Hamburg–München sowie Hamburg–Stuttgart. Auf der neuen Schnellfahrstrecke setzen wir unseren neuesten Zug voraussichtlich erst ab Dezember 2018 ein. Bis dahin statten wir den ICE 4 noch mit der für die Strecke notwendigen neuesten Version des europäischen Zugsicherungssystems ETCS aus. 

Dank der neuen Strecke Berlin–München gewinnt auch der Nahverkehr an Attraktivität. In Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern sind viele Nahverkehrslinien bestmöglich mit den neuen Verbindungen im Fernverkehr verknüpft. Damit profitieren auch die Reisenden, die den Nahverkehr in ihrer Reisekette nutzen, von den deutlich verringerten Fahrzeiten auf der neuen Strecke. In Bayern gibt es zudem ein neues Nahverkehrsangebot auf der Schnellfahrstrecke von Nürnberg über Coburg nach Sonneberg; hier sind Verbindungen bis zu 30 Minuten schneller.

Schnellerer Nahverkehr in Nordbayern 

In Bayern sind durch die Schnellfahrstrecke von Berlin nach München auch viele Relationen im Nahverkehr attraktiver, insbesondere Verbindungen nach Erfurt und Berlin sowie auch die nach München. Das betrifft den Franken-Thüringen-Express (FTX) genauso wie die  Mittelfrankenbahn, Mainfrankenbahn, den Main-Spessart-Express, aber auch die S-Bahn Nürnberg. Auch Verbindungen Richtung Osten z.B. nach Neumarkt/Oberpfalz profitieren.

Durch die Eröffnung der neuen Schnellfahrstrecke BerlinMünchen sind von Nürnberg und von Bamberg sowie vom zweistündlichen Zwischenhalt Erlangen aus neue, direkte und schnellere Reiseverbindungen nach Erfurt, Leipzig/Halle und Berlin möglich. Auch Zubringerverkehre nach Nürnberg und Bamberg profitieren von der neuen Strecke - dies gilt natürlich analog auch für die Gegenrichtung, z.B. KulmbachErfurt oder Neumarkt/OberpfalzBerlin. So verringert sich die Fahrzeit von Kulmbach nach Erfurt um 70 Minuten oder von Neumarkt/Oberpfalz nach Berlin um 80 Minuten.

Infografik: VDE8 Regionalverkehr Bayern

Durch den neuen Franken-Thüringen-Express (FTX) zwischen Sonneberg und Nürnberg bietet DB Regio zwischen Coburg und Bamberg zweistündlich eine schnelle Nahverkehrsverbindung an. Damit sind Bahnfahrer zwischen beiden Städten mit 23 Minuten doppelt so schnell unterwegs wie bisher. Von Coburg nach Nürnberg dauert die Reise im durch­ge­henden Regio­nal-Ex­press (RE) nur noch 70 Minuten – rund 30 Minuten weniger als früher. Auf der Strecke kommen Doppel­stock­wagen zum Einsatz mit über 500 Sitzplätzen je Zug. Die Züge sind mit dem modernen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet. 

Optimal Umsteigen im Knoten Erfurt

Erfurt ist zu einem wichtigen Eisenbahnknoten ausgebaut worden. Zu jeder halben und ganzen Stunde werden viele Umstiege zwischen Nah- und Fernverkehr erreicht, so dass sich Reisezeiten für viele Kunden spürbar verbessern. Ab Fahrplanwechsel fahren erheblich mehr Nahverkehrszüge zwischen Erfurt, Weimar und Jena: halbstündlich zwischen Erfurt und Jena von 6 bis 21 Uhr sowie einem ca. viertelstündlichen Takt zwischen Erfurt und Weimar. Ebenso ist die Relation von Kassel über Bad Langensalza nach Erfurt beschleunigt worden, so dass auch hier die Anschlüsse an die ICE Richtung München und Berlin verbessert wurden. Um die Anschlüsse in Erfurt zu erreichen, wurde die Fahrzeit des Regional-Express um sieben Minuten verkürzt.

Durch die neue Schnellfahrstrecke verkürzen sich auch die Reisezeiten in der Region Nordost

Auch der Regional-Express von Magdeburg nach Halle wurde mit dem neuen ICE-Angebot harmonisiert und fast durchgehend stündlich mit den ICE der Schnellfahrstrecke Richtung Berlin und München verknüpft. Dies gilt auch für die neuen Regional-Express-Linien 18 von Halle nach Saalfeld und RE 16 von Halle nach Erfurt, die stündlich Anschluss an die ICE-Linien haben.

Die Strecke weist modernste, technische Standards auf. Ob das „Fahren ohne Signale“ nach dem European Train Control System (ETCS) oder die integrale Brückenbauweise, bei der die Ingenieure erstmals beim Eisenbahnbrückenbau in Deutschland auf die wartungsintensiven und verschleißanfälligen Lager zwischen dem Überbau der Brücke und den Pfeilern verzichtet haben. Diese Bauweise lässt die Brücken schlanker erscheinen, sie fügen sich optisch besser in die Landschaft ein. Innovation wird belohnt: Die „Deutschen Brückenbaupreise“ 2012 und 2014 gingen an die Scherkondetalbrücke und die Gänsebachtalbrücke.

Auch die längste Eisenbahnbrücke Deutschlands befindet sich auf der Strecke: die Elster-Saale-Talbrücke mit 8,6 Kilometern Länge. 


Sicherungstechnik - Balisen für ETCS Level 2

Mit dem einheitlichen europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS und dem Funksystem GSM¬R können Züge ohne Streckensignale sicher geleitet werden. Die wichtigen Daten werden über Funk zwischen Zug, Streckenzentrale und Transpondern im Gleis übermittelt. ETCS soll zukünftig die rund 20 noch geltenden Sicherungssysteme komplett ablösen, die zurzeit noch einen grenzüberschreitenden innereuropäischen Verkehr behindern.  Die beiden Neubaustrecken Ebensfeld-Erfurt und Erfurt-Halle/Leipzig werden mit dem modernsten System der Leit- und Sicherungstechnik ausgerüstet. Hier wird die neueste Version des Europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS (die so genannte baseline 3) eingeführt.

Um Geschwindigkeiten bis maximal 300 km/h auf der Strecke zu ermöglichen, kommt als Fahrbahn ein festes System ohne den sonst üblichen Schotter zum Einsatz, die so genannte Feste Fahrbahn.  VDE 8: Das größte Infrastrukturprojekt Deutschlands

Das Zehn-Milliarden-Projekt Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 wurde 1991 nach der Wiedervereinigung Deutschlands von der Bundesregierung beschlossen, um die Verkehrsanbindung auf der Schiene zwischen Ost und West sowie zwischen Nord und Süd für den Personen- und Güterverkehr nachhaltig zu verbessern. Auf den vorhandenen Strecken waren die prognostizierten Verkehrsaufkommen hinsichtlich der Kapazität und der Geschwindigkeit nicht zu bewältigen. Die Schnellfahrstrecke BerlinMünchen ist ein Lückenschluss im deutschen Hochgeschwindigkeitsnetz und stellt gleichzeitig einen wichtigen Abschnitt im Transeuropäischen Schnellbahnnetz (TEN) dar.

Das VDE 8 gliedert sich in drei Abschnitte:

Die Bahnknoten Erfurt, Halle und Leipzig wurden für die Einbindung der neuen Strecken ausgebaut.

Grafik Baufortschritt



VDE 8: Zahlen und Fakten (DB AG/designhaus)


Filme zur Schnellfahrstrecke BerlinMünchen: