Deutsche Bahn

Die Menschen hinter Zukunft Bahn

DB-Mitarbeiter treiben Qualität und Service voran

Tausende DB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bei Zukunft Bahn täglich daran, das Reisen für die Kunden verlässlicher und komfortabel zu machen. Mit innovativen Ideen und Projekten versuchen sie z. B. die Pünktlichkeit der Züge zu erhöhen oder den Service im Zug und an den Bahnhöfen zu verbessern. Einige dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen wir hier vor.

Team „DIANA – Weichendiagnose“, DB Netz AG, Frankfurt am Main

„Wir sind Weichenversteher“

Weichenstörungen verhindern und so die Verfügbarkeit erhöhen - das ist die Idee hinter DIANA, einer Datenanalyseplattform für Weichen. Dabei messen hochsensible Sensoren den Strom des Weichenantriebsmotors und lassen an der Stromkurve erkennen, ob es der Weiche gut geht oder ob in naher Zukunft von einer Inspektion, Wartung oder Instandhaltungsmaßnahme ausgegangen werden muss. Anhand der auftretenden Abweichungen von der Referenzkurve erkennen die Mitarbeiter dann, ob Handlungsbedarf besteht und zum Beispiel eine Inspektion sinnvoll ist, bevor es zu einer Störung und damit zu Verspätungen im Zugverkehr kommt. Die Sensoren sitzen nicht an den Weichen selbst, sondern an ihren Stromversorgungskabeln, die in den rund 1.800 betroffenen Stellwerken in Deutschland zusammenlaufen. 

Rund 60.000 Weichen gibt es im Schienennetz der Deutschen Bahn. Täglich werden sie gestellt und befahren. Seit Oktober 2016 werden die Weichen mit der neuen Messtechnik ausgestattet. Darum kümmert sich das Zukunft Bahn-Team „DIANA – Weichendiagnose“ sowohl in zentralen Teams als auch in der regionalen Umsetzung in den einzelnen Regionalbereichen. 

Durchgeführt wird das Zukunft Bahn-Projekt in einem Zusammenspiel von Regionalbereichen, der DB Netz Zentrale sowie DB Kommunikationstechnik und DB Systel. Ziel ist es, bis 2020 rund 30.000 Weichen in das neue System aufzunehmen.



Scrum-Teams entwickeln den DB Navigator weiter

Armin Böhmer

Die DB-Kunden bestmöglich über ihre Reise informieren, ist eines der Hauptziele von Zukunft Bahn. Hunderte Mitarbeiter arbeiten daran, hier täglich ein Stück besser zu werden. Einer von ihnen ist Armin Böhmer. Mit sogenannten Scrum-Teams entwickelt der Wirtschaftsingenieur unsere wichtigste Reiseapp  - den DB Navigator - weiter. Wie das vonstatten geht und was sich hinter den Begriffen verbirgt, erklärt er im Interview:

Was macht ein Product Owner?

Als Product Owner definiere ich gemeinsam mit den Stakeholdern die Anforderungen, wie der DB Navigator weiterentwickelt werden soll. Ein Beispiel: Der Kauf einer Fahrkarte soll noch einfacher und schneller werden. Das gebe ich dann an drei Scrum Teams weiter, die für die Buchungsstrecke, also den Fahrkartenkauf innerhalb der App, und die beiden dominierenden Betriebssysteme iOS und Android zuständig sind. Die Teams entwickeln dann in kurzen Zyklen Lösungen, die intern und mit Kunden getestet werden. Stellt sich dabei aber heraus, dass der Kundenwunsch noch nicht optimal getroffen wurde, wird im nächsten Zyklus die Lösung weiter verbessert.

Scrum Team hört sich interessant an. Was verbirgt sich dahinter genau?

Der Begriff Scrum kommt aus dem Rugbysport und bezeichnet die Situation, wenn sich mehrere Spieler in einem Knäuel über den Ball beugen und versuchen, diesen in ihrem Team zu halten. Dieses „geordnete Gedränge“ nutzen wir auch bei der Entwicklung des DB Navigators. Die Teams umfassen maximal neun Personen. Dies ist die optimale Größe, damit die Abstimmung noch gut läuft. Die Teams sind so aufgestellt, dass sie in der Lage sind, innerhalb eines Zyklus‘ eine vollständige Version der App zu erstellen, so dass Verbesserungen möglichst schnell auch beim Kunden ankommen. Ein wichtiger Punkt: Alle tauschen sich regelmäßig über den aktuellen Stand und ihre Ideen aus. Dem Team steht ein Scrum Master bei, der dafür sorgt, dass die Prozesse kontinuierlich verbessert werden. 

Was ist neu an der Vorgehensweise?

Die Teams arbeiten agil und mit großen Freiheiten, müssen aber auch regelmäßig liefern. Während früher in eher großen Zeiträumen und Paketen geplant wurde, müssen jetzt alle 14 Tage neu programmierte Softwareelemente vorliegen, die auch eingespielt werden könnten. Motto: lieber schrittweise kleine Verbesserungen als auf einmal den großen Wurf. Wir können so viel schneller auf neue interne und externe Anforderungen, aber auch Kundenwünsche eingehen. Unser Ziel ist es, zukünftig auch viel häufiger Updates für den DB Navigator – derzeit sind es sechs pro Jahr – herauszubringen, um die Vorteile der neuen Arbeitsweise auch für die Kunden schneller sichtbar zu machen.

Der DB Navigator in Zahlen:

  • Alle 15 Sekunden wird der DB Navigator heruntergeladen
  • Jede Sekunde ruft ein Kunde den „Meine Reise“-Button auf
  • Pro Monat kaufen Bahnfahrer 1,1 Millionen Handy-Tickets
  • Drei Scrum-Teams entwickeln den DB Navigator kontinuierlich weiter

Der DB Navigator ist verfügbar für:

  • Android und Smartwatches mit Android-Betriebssystem
  • iOS und Apple Watch
  • Windows Phone

 


Bernd Kappus, LST-Werkmeister

„Pünktlichkeit ist das Wichtigste bei der Bahn“

Mit pünktlichen und zuverlässigen Zügen wollen wir bei "Zukunft Bahn" unsere Kunden von der DB als Mobilitätsdienstleister überzeugen. Deshalb gilt – egal ob draußen am Gleis, im Büro oder in der Chefetage – Pünktlichkeit geht uns alle etwas an.

„Pünktlichkeit ist das Wichtigste bei der Bahn, das erwarten unsere Kunden von uns“, sagt Bernd Kappus. Und zwar unabhängig davon, ob Menschen oder Güter unterwegs sind, denn „da gibt es keinen Unterschied zwischen den Zügen. Wenn einer steht, dann stehen alle nachfolgenden dahinter auch“. Damit es nicht so weit kommt, sorgt Kappus mit seinen Kollegen in der PD München vom Standort Varnhagenstraße aus dafür, dass in einem Gebiet von Geltendorf über Herrsching bis Tutzing am Starnberger See die Signale einwandfrei funktionieren.

Sicherheit geht vor
Es ist eine schöne Gegend, in der der LST-Werkmeister arbeitet: Mild geschwungenes Voralpenland, grün und saftig die Wiesen, ab und zu ein paar Kühe. An vielen Tagen kann man die nahen Alpen am Horizont gut erkennen. Das zieht viele Menschen an. Und so ist in einigen Fällen nicht die eigentliche Signalstörung das größte Problem: „Manchmal ist es gar nicht so einfach, schnell an die betroffene Anlage heranzukommen. Mal ist eine Straße wegen Forstarbeiten gesperrt, oder private Bebauung erschwert den Zugang“, erklärt Kappus. Und: „Gerade zu Zeiten, in denen der Berufsverkehr von und aus dem nahen München rollt, steht man immer wieder einfach im Stau“. Aber auch, wenn die Zeit drängt: „Sicherheit geht vor“, so Kappus. Denn niemand habe etwas davon, wenn es aus Unachtsamkeit zu Unfällen kommt.

Vom Weichenmechaniker bis zum LST-Werkmeister
Bernd Kappus ist langjähriger Eisenbahner: Angefangen hat er als Weichenmechaniker bei der Reichsbahn. Nach der Wende ging er in den Westen und hat sich erst zum Signalmechaniker, später in Wuppertal zum LST-Werkmeister weitergebildet. Die Arbeit bei der Bahn mache ihm auch nach mehr als 30 Jahren noch Freude: „Wenn eine Störung besonders knifflig ist, das Team gemeinsam die Lösung findet und die Züge dann wieder mit Vollgas vorbeifahren, ist das auch nach so langer Zeit noch immer ein Erfolgserlebnis“, sagt Kappus.