Deutsche Bahn
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17.08.2017 14:00 Uhr Düsseldorf

Mit der Hochleistungswaschmaschine unterwegs auf den Gleisen

Moderner Aufbereitungszug für Schotterrecycling zwischen Westhofen-Schwerte und Heide im Einsatz • Ressourcen schonen durch Einsatz von Recyclingmaterial

So lang wie das Wort, so lang ist auch die Maschine, die in den Sommerferien zwischen Westhofen - Schwerte und Heide auf den Gleisen unterwegs ist. Die „Hochleistungsbettungsreinigungsmaschine mit integriertem Schotterwaschmodul und Abwasserkläranlage“, abgekürzt RM 95-800 W, sorgt in den Sommerferien dafür, dass auf einer Länge von rund 11 Kilometern etwa 42.000 Tonnen Schotter recycelt werden.

Schotter muss eckig sein, damit sich das Schotterbett gut verzahnt und den Belastungen des Zugverkehrs standhält. Nach rund 25 Jahren sind die eckigen Kanten des Schotters abgenutzt und werden leicht rund. Außerdem verschmutzen Bremsstaub und Pflanzen den Schotter. So kann Oberflächenwasser schlechter abfließen - und das setzt der Qualität des Schotters zu. Dann kommt die Bettungsreinigungsmaschine zum Einsatz, um das Schotterbett zu säubern, zu schärfen und zu erneuern. Der Zug hat mit seinen Förderbandwagen eine Länge von insgesamt rund 400 Meter, allein die Maschinenlänge beträgt 168 Meter.

Der Schotter wird durch Siebe gerüttelt, damit kleine, unbrauchbare Bestandteile entsorgt werden. Anschließend  wird der verbliebene Schotter in der sogenannten „Prallmühle“ wieder scharfkantig aufgearbeitet. In der Hochleistungswaschmaschine  wird der Schotter gewaschen und wieder im Gleisbett verbaut. Der 25 Millionen Euro teure Zug schafft pro Stunde rund 100 Meter Schotterrecycling.

Bettungsreinigungszug im Einsatz

Von den 42.000 Tonnen Schotter können durch die Bearbeitung des Zuges 25.000 Tonnen wiederverwendet werden. 17.000 Tonnen Neuschotter ergänzen dann das neue Gleisbett. Durch die Schotteraufbereitung werden ca. 2.000 Fahrten mit LKW-Sattelzügen, das entspricht eine Einsparung von
ca. 150.000 Straßenkilometer. Die schädliche Abgasemission durch LKW´s wird erheblich reduziert. Die Reststoffe werden bei einem Entsorgungsunternehmen dem Recyclingkreislauf zugeführt. Sie werden an anderen Stellen, im Straßenbau etwa als Splitt oder Brechsand, wiederverwendet.

Bundesweit

Der größte Teil der eingesetzten Materialien in der Infrastruktur der Bahn ist Schotter. Wenn möglich, bereitet die Bahn dabei den ausgebauten Schotter wieder auf und setzt ihn als Recyclingschotter wieder ein. Im Jahr 2016 waren von insgesamt rund 3,7 Millionen Tonnen Schotter, die bundesweit auf dem Streckennetz eingebaut wurden, rund 670.000 Tonnen Recyclingschotter, der zuvor an anderer Stelle ausgebaut wurde. Der Anteil des eingesetzten Recyclingschotters liegt damit bei rund 16,8 Prozent.

Zusätzlich kommen 1,5 bis 2 Millionen Tonnen Schotter hinzu, die jedes Jahr mit mobilen Aufbereitungszügen direkt am Gleis aufbereitet und wieder eingesetzt werden.

 

Die Baustelle in Zahlen
42.000Tonnen Schotter werden auf 11 Kilometer Länge aufgenommen
25.000Tonnen Schotter werden recycelt wieder eingefügt
17.000Tonnen Schotter kommen neu hinzu
19.000Tonnen Reinigungsrückstände (Altschotter, Reststoffe) zum Entsorger
2.000Fahrten werden per LKW eingespart
150.000Kilometer weniger Abgasemissionen durch LKW
100Meter pro Stunde Durchschnittsgeschwindigkeit während des Arbeitsvorgangs
400Meter Gesamtlänge des Zuges, davon
168Meter Maschinenlänge des Zuges
Mehr als 3 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme Westhofen – Schwerte - Heide


Folgende Arbeiten finden in den Sommerferien statt

Zwischen Westhofen und Schwerte sowie Schwerte und Heide werden die Gleise sowie der gesamte Gleisuntergrund erneuert. Insgesamt erhält die Strecke 22.000 Meter neue Schienen, über 18.000 Schwellen und mehr als 15.000 Tonnen Schotter werden ausgetauscht. Die Lage der Baustelle erstreckt sich auf 5,5 Kilometer Länge, von Schwerte zwischen der „Hagener Straße“ und der „Margot-Röttger-Rath-Straße“ bis in Richtung Heide von der „Bergischen Straße“ über die „Binnerheide“ zur Autobahn A 1. Jeweils in beiden Richtungen.

Zum Einsatz kommt ein moderner Schotterrecyclingzug. Weiterhin kommen Zweiwegebagger und Gleisstopfmaschinen zum Einsatz. Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht zu vermeiden. Die Deutsche Bahn wird den Baulärm auf das unbedingt notwendige Maß beschränken und bittet die Anwohner um Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten. Die Reisenden werden für die Erschwernisse im Reisezugverkehr um Verständnis gebeten.

 

Fahrplanänderungen vom 17. Juli bis 29. August im Abschnitt Hagen – Schwerte

Die Züge der Linie RE 17 (Hagen – Kassel) fallen zwischen Hagen und Schwerte in beiden Richtungen aus. Als Ersatz stehen die Züge der Linien RE 7 (Krefeld – Münster) und RE 13 (Venlo – Hamm) zur Verfügung. In den frühen Morgenstunden verkehren Busse im Schienenersatzverkehr (SEV) für die Züge der Linie RE 17 in der Richtung von Hagen nach Schwerte.

Die Fahrplanänderungen sind in den Online-Auskunftssystemen enthalten und werden über Aushänge an den Bahnsteigen bekannt gegeben. Außerdem sind sie unter bauinfos.deutschebahn.com/nrw und über die App „DB Bauarbeiten“ abrufbar. Dort kann auch ein Newsletter für einzelne Linien der DB abonniert werden. Weitere Informationen gibt es bei der Kundenhotline von DB Regio NRW unter 0180 6 464 006 (20 ct/Anruf a. d. Festnetz, Mobil max. 60 ct/Anruf) und dem kostenfreien BahnBau-Telefon unter 0800 5 99 66 55.