Deutsche Bahn
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05.02.2016 Frankfurt/M.

Bahnübergänge: Wo Straße und Schiene sich kreuzen

Anzahl seit Jahren rückläufig • Bund, Bahn und Straßenbaulastträger gemeinsam gefordert • Aufklärungskampagne zur Unfallprävention

Trotz insgesamt rückläufiger Zahlen ereigneten sich an den Bahnübergängen (BÜ) der Deutschen Bahn auch im vergangenen Jahr wieder eine Reihe tragischer Unfälle. Über 90 Prozent dieser Kollisionen hätten durch richtiges Verhalten der Fahrzeuglenker und Fußgänger vermieden werden können.

Daher setzt die Bahn  auf intensive Aufklärung. Ein weiteres Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit den anderen verantwortlichen Stellen, die Anzahl der Bahnübergänge weiter zu verringern bzw. die Sicherungsanlagen bei veränderter Verkehrssituation an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Leichtsinn, Unaufmerksamkeit, Unkenntnis: häufigste Unfallursache

Vielen Verkehrsteilnehmern ist die Bedeutung des Andreaskreuzes und der Sicherungsanlagen nicht richtig bekannt. Das belegen verschiedene Umfragen, wie eine im Auftrag der Deutschen Bahn AG durchgeführte infas-Studie. 2.500 Bundesbürger wurden hier um ihre Einschätzung zur Sicherheit an Bahnüber-gängen gebeten – mit teils erschreckenden Resultaten. So stimmte etwa fast ein Viertel der Befragten zu, dass ein rotes Blinken am Bahnübergang dem Gelb der Ampel entspricht und ein Anhalten demnach nicht erforderlich sei. Auch geschlossene Schranken stellen kein Hindernis dar. Immer wieder überqueren Straßenverkehrsteilnehmer (v.a. Fußgänger), trotz geschlossener Bahnschranken, die Gleise.


Um die Straßenverkehrsteilnehmer über das richtige Verhalten zu informieren und für Gefahren am Bahnübergang zu sensibilisieren, betreibt die Deutsche Bahn seit Jahren gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) und den gesetzlichen Unfallversicherungen UVB und VBG intensive Aufklärungsarbeit. Neu hinzugekommen ist 2015 die Bundespolizei.

In der Kampagne „sicher drüber“ setzen die Partner neben zielgruppenspezifischen Publikationen, audiovisuellen Medien sowie Presseaktivitäten insbesondere auf Informations- und Präventionstermine vor Ort. Mehr Informationen zu der Kampagne gibt es hier.

Spot: Verhalte Dich nicht leichtsinnig an Bahnübergängen


Gemeinschaftsaufgabe von Bahn und Straßenbaulastträger

Da Bahnübergänge sowohl Straße als auch Schiene berühren, sind sie eine Gemeinschaftsaufgabe. Sollen beispielsweise an einem Bahnübergang Änderungen an bestehenden Anlagen vorgenommen werden, müssen Bahn, Bund und Straßenbaulastträger - also alle Beteiligten – dies vereinbaren. Die Gemeinschaftsaufgabe wird auch bei der Kostenverteilung deutlich. So schreibt der Gesetzgeber im § 3 des Eisenbahnkreuzungsgesetzes vor, dass die Kreuzungspartner Kosten für Maßnahmen, die aus Gründen der Sicherheit oder Abwicklung des Verkehrs an Bahnübergängen erforderlich sind, zu je einem Drittel tragen müssen. 

Die Kosten für die Installation einer Schrankenanlage belaufen sich pro Bahnübergang auf mindestens 500.000 Euro, der Nachbau einer Halbschranke rund 350.000 Euro und dauern im Schnitt rund drei bis fünf Jahre. Wie lange sich der Prozess hinzieht, hängt dabei nicht nur vom Umfang der Maßnahme ab, sondern unter anderem auch davon, wie lange das Baurechtsverfahren (bis zu zwei Jahre und mehr) dauert, wie schwierig die Verhandlungen mit den Betroffenen, unter anderem etwaigen Grundstückseigentümern, sind oder wie schnell das Eisenbahnbundesamt bzw. die zuständige Aufsichtsbehörde (z.B. Regierung von Oberbayern) den Bauplan genehmigt. Auch sind Einsprüche gegen die genehmigte Planung möglich.

Sicherung folgt rechtlichen Vorgaben und örtlichen Gegebenheiten

Die Sicherung eines Bahnübergangs hängt unter anderem von der Art der Bahnstrecke (Hauptbahn / Nebenbahn), der Geschwindigkeit des Zuges sowie der Verkehrsstärke auf der kreuzenden Straße ab. Dies ist verbindlich im § 11 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) festgelegt. In regelmäßigen Abständen werden die Bahnübergänge durch die Bahn geprüft. Auch werden Verkehrsschauen an den Bahnübergängen durchgeführt. 

(Teilnehmer: Polizei, Bundespolizei, Straßenbaulastträger, Eisenbahnbundesamt und Bahn). Hierbei wird geprüft, ob die vorhandene Sicherung und Ankündigung des Bahnüberganges auf der Straße für die örtlichen Gegebenheiten angemessen ist.

„Der beste Bahnübergang ist der, den es nicht mehr gibt“

Für die Beseitigung eines Bahnübergangs durch den Neubau einer Brücke ist von Kosten von einer oder mehreren Millionen Euro auszugehen. Zu den Baukosten gehören unter anderem auch die Aufwendungen für den Straßen- und Eisenbahnbau, das Brückenbauwerk, den Grunderwerb u.v.m. Die Beseitigung eines Bahnübergangs kann auch durch den Bau von Seitenwegen erfolgen, die in der Regel eine kostengünstigere Lösung darstellen. 

Weitere Informationen auch unter: 

http://www.deutschebahn.com/de/nachhaltigkeit/verantwortung_gesellschaft/unfallpraevention/sicher_drueber.html