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Bahn und Land Schleswig-Holstein planen neue Klappbrücke über die Schlei

40 Mio. Euro werden investiert • Fertigstellung 2020 geplant

Die Deutsche Bahn und das Land Schleswig-Holstein planen die Erneuerung der kombinierten Eisenbahn- und Straßenbrücke über die Schlei bei Lindaunis. Bis 2020 soll eine neue Klappbrücke auf der eingleisigen Bahnstrecke zwischen Kiel und Flensburg gebaut werden. Sie soll die mittlerweile rund 100 Jahre alte Brücke ersetzen. Über den Neubau werden der Straßen- und der Bahnverkehr fließen. Fußgänger und Radfahrer erhalten eine separate Spur. Durch die stündliche Öffnung der Klappbrücke bleibt weiterhin ein durchgängiger Schiffsverkehr möglich. Die Kosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro für Planung und Bau werden durch das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn finanziert. 

Bei diesem Projekt handelt es sich um ein individuelles Bauwerk mit komplizierter Technik, welches teilweise außerhalb des Regelwerks konstruiert werden muss. Dies bedingt intensivere Planungen abseits von Standardlösungen und demzufolge erstmals nach EU- Recht umfangreichen Risikoanalysen (Common Safety Methods - CSM). Die Konsolidierung der Dämme, von ca. einem Jahr, bringt aufgrund der unvorhersehbaren Reaktion des Baugrundes Chancen und Risiken mit sich.

Die Entwurfsplanung ist abgeschlossen. Der Antrag auf Plangenehmigung, in dem auch die abgeklärten umweltfachlichen Themen enthalten sind, ist Ende 2014 beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht worden. 

Nunmehr wird die Plangenehmigung für das erste Halbjahr 2017 erwartet. Nach aktuellem Planungsstand und in Abhängigkeit vom Beschluss durch das EBA kann voraussichtlich im zweiten Quartal 2018 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Zunächst erfolgt die Aufschüttung der Dämme, deren Konsolidierung ca. ein Jahr betragen wird. Parallel werden Unterbauten, Überbauten sowie das Betriebsgebäude erstellt. Im Anschluss erfolgen Straßenbau sowie die Erstellung des Geh- und Radweges. Abschließend wird das Gleis angeschwenkt und mit dem Rückbau des alten Bauwerks begonnen. Das Ziel der Inbetriebnahme durch den Schienenverkehr ist für Ende 2020 avisiert. Der Straßenverkehr wird bereits in einer früheren Bauphase über die neue Brücke erfolgen.

Die neue 126 Meter lange Brücke soll parallel 12 Meter weiter östlich neben der vorhandenen Brücke gebaut werden. Der Brückenzug wird aus einer zweifeldrigen Vorlandbrücke Süd, der Klappe und einer einfeldrigen Vorlandbrücke Nord bestehen. Sobald das neue Bauwerk fertig ist, wird der Straßenverkehr darüber geleitet. Die Züge fahren zunächst weiter über die alte Brücke. Eine Zeit lang werden beide Brücken parallel betrieben um das Gleis an die Anschwenkung an die neue Brücke vorzubereiten. Anschließend wird das neue Streckengleis an die neue Brücke angeschlossen. Nach dem Abschluss dieser Arbeiten und der Verlegung aller Verkehre über die neue Brücke wird die alte Brücke zurückgebaut.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.