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Umfangreicher Lärmschutz für den Ausbau der Schienenanbindung des Fehmarnbelt-Tunnels geplant

Die Deutsche Bahn hat erstmals Zahlen zum Umfang des Lärmschutzes im Rahmen der Planungen für die Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung vorgestellt.

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04.07.2017 Hamburg

Umfangreicher Lärmschutz für den Ausbau der Schienenanbindung des Fehmarnbelt-Tunnels geplant

Gesetzlich vorgeschriebener Lärmschutz kostet rund 87 Millionen Euro. Weitergehende Forderungen der Region werden geprüft und bewertet

Die Deutsche Bahn hat erstmals Zahlen zum Umfang des Lärmschutzes im Rahmen der Planungen für die Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung (FBQ) vorgestellt. Auf Grundlage der seit 2015 geltenden strengeren Lärmschutzwerte werden insgesamt fast 24 Kilometer Lärmschutzwände entlang der Bahnstrecke geplant. Damit, so die Gutachter, könnten die gesetzlichen Lärmgrenzwerte in weit mehr als 90 Prozent aller Fälle eingehalten werden. Um 100 Prozent zu erreichen, müssen an einigen Stellen zusätzlich Lärmschutzfenster geplant werden. Der gesetzlich vorgeschriebene Lärmschutz kostet rund 87 Millionen Euro.

Bernd Homfeldt, Projektleiter für die Schienenanbindung bei der DB Netz AG: „Die gesetzlichen Vorgaben zum Lärmschutz werden wir mit unserer Planung einhalten. Diese haben wir in der vergangenen Woche den Gemeinden vorgestellt. Wie im Dialog mit der Region zugesagt, werden wir darüber hinaus auch die weitergehenden Forderungen der Region prüfen und bewerten, um Grundlagen für die politische Meinungsbildung zu liefern. Denn Entscheidungen zum übergesetzlichen Lärmschutz liegen in der Hand der Politik.“

Die Lärmvorsorge entlang der Strecke wird ergänzt von weiteren Maßnahmen zur Reduzierung des Schienenverkehrslärms. Bund und Bahn haben das Ziel, den Schienenverkehrslärm bis 2020 zu halbieren. Dabei führen zwei Wege zum Ziel. Zum einen werden bis zum Jahr 2020 rund 2.000 besonders lärmbelastete Streckenkilometer saniert sein. Zum anderen sollen alle rund 180.000 Güterwagen mit modernen Bremsen ausgerüstet sein. Dabei werden die Grauguss- durch sogenannte Verbundstoffbremssohlen ausgetauscht. Ein Aufrauhen der Laufflächen beim Bremsen wird so verhindert und die Räder bleiben glatt. Das Vorbeifahrgeräusch eines Güterzuges reduziert sich um zehn Dezibel, was vom menschlichen Ohr als Halbierung wahrgenommen  wird. Bereits heute fährt über die Hälfte der Wagen von DB Cargo mit modernen Bremsen, bis 2020 wird die gesamte Flotte von rund 64.000 Güterwagen leiser sein. Allein bei DB Cargo fallen dadurch Mehraufwendungen von 230 Millionen Euro bis 2020 an, die das Unternehmen selbst zu tragen hat. Auch die anderen deutschen und europäischen Wagenhalter stellen auf die Verbundstoffbremssohlen um bzw. beschaffen neue Wagen. Der Gesetzgeber hat erst kürzlich ein Verbot lauter Güterwagen ab dem Fahrplanwechsel 2020/21 erlassen. Darüber hinaus wird das Bundesverkehrsministerium ein bundesweit einheitliches Monitoringsystem einrichten, um den Schienenverkehrslärm zu messen. 

Weitere Informationen zum Projekt der Schienenanbindung: www.anbindung-fbq.de.

Informationen zur Lärmminderungsstrategie der DB: www.deutschebahn.com/laerm