Deutsche Bahn
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20.04.2017 Leipzig

Deutsche Bahn startet Öffentlichkeitsbeteiligung beim Streckenausbau Uelzen—Stendal

Konzernbevollmächtigte informieren Mitglieder des Bundes- und der Landtage von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, Landräte und Aufgabenträger Informationsveranstaltungen entlang der Strecke geplant

Um eine rechtzeitige Einbindung der Betroffenen und Interessierten am Ausbau der Strecke Uelzen—Stendal—Magdeburg—Halle (Saale) zu gewährleisten, startet die Deutsche Bahn (DB) eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung. Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, und Ulrich Bischoping, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für die Länder Bremen und Niedersachsen, informieren im Mai die Mitglieder des Bundes- und der Landtage von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, die Landräte sowie die Aufgabenträger über das Bauvorhaben.

Bis Ende März wurden die Bürgermeister von Arendsee, Samtgemeinde Aue, Bismark, Lüchow (Wendland), Salzwedel, Stendal und Uelzen durch die Projektleitung über den aktuellen Projektstand und das weitere Vorgehen informiert. Im dritten Quartal dieses Jahres werden Informationsveranstaltungen für die betroffenen oder interessierten Bürgerinnen und Bürger durchgeführt. Ab dem vierten Quartal sollen „Runde Tische“ den Dialog über den gesamten Projektzeitraum aufrechterhalten.

Der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Uelzen–Stendal ist Teil des Bedarfsplanvorhabens „ABS Uelzen—Stendal—Magdeburg—Halle (Ostkorridor Nord)“, in dessen Verlauf eine leistungsfähige Verbindung der norddeutschen Seehäfen mit dem Süden Deutschlands über Uelzen—Magdeburg—Leipzig/Halle und Hof—Regensburg (Ostkorridor Süd) hergestellt werden soll. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits Teile des Streckenabschnitts Uelzen—Stendal ausgebaut wurden, soll in den kommenden Jahren der vollständige zweigleisige Ausbau erfolgen.

Der Streckenausbau beinhaltet unter anderem den Aufbau eines zweiten Gleises in den Abschnitten Veerßen—Salzwedel und Hohenwulsch—Stendal.

In der ersten Baustufe werden die Streckenabschnitte Hohenwulsch—Brunau Packebusch und Rademin—Salzwedel zweigleisig ausgebaut. In der zweiten Baustufe erfolgt auf Grundlage des bestehenden Planrechts der zweigleisige Ausbau der Streckenabschnitte Steinfeld—Hohenwulsch und Salzwedel—Veerßen. Für die Einbindung der Strecke in den Knoten Stendal sowie für den Abschnitt Steinfeld—Stendal werden ab 2017 Realisierungsmöglichkeiten geprüft und die Planung gestartet.

(Informationen: https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/stendal-salzwedel-uelzen)

Zur Historie

Die Verbindung Stendal—Uelzen wurde am 15. April 1873 eröffnet und als Teil der „Amerikalinie“ bekannt, da sie direkte Verbindung von Berlin zu den deutschen Nordseehäfen war. Ihren umgangssprachlichen Namen erhielt die Verbindung, weil auf ihr viele Auswanderer aus den östlichen Teilen des Deutschen Reichs nach Bremerhaven fuhren, wo an der Columbuskaje Anschluss an Auswandererschiffe nach Amerika bestand.

1945 wurde die Strecke an der innerdeutschen Grenze unterbrochen und in diesem Bereich komplett zurückgebaut. Darüber hinaus wurde von 1946 bis in die 1980er Jahre in Ost- und Westdeutschland das bis dahin vorhandene zweite Streckengleis entfernt. Die zweigleisige Widmung der Strecke wurde jedoch nie aufgehoben.

Nach der Öffnung der Grenze 1989 wurde der Wiederaufbau der Verbindung Stendal—Salzwedel—Uelzen in die Liste der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE Nr. 3) aufgenommen. Die auf der alten Trasse wieder errichtete Strecke konnte im Jahr 1999 als eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn wieder in Betrieb genommen werden. Der Plan wurde jedoch zwischen Steinfeld und Uelzen bereits zu diesem Zeitpunkt als zweigleisige elektrifizierte Hauptbahn festgestellt, um die Strecke zu einem späteren Zeitpunkt ausbauen zu können.