Deutsche Bahn
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15.12.2015 Berlin

Sicherheit an Bahnanlagen

Auf Gleisen und Anlagen der DB kommt es trotz Sicherheitshinweisen leider immer wieder zu schweren Unfällen. Die DB klärt mit der Bundespolizei und weiteren Partnern seit Jahren über das richtige Verhalten an Bahnanlagen auf.

Das 34.000 Kilometer lange Streckennetz der Deutschen Bahn führt mancherorts durch bewohntes Gebiet, in Städten und Gemeinden gibt es über 5.400 Bahnhöfe. Durch leichtfertiges Verhalten und Unachtsamkeit gefährden dort nicht nur Erwachsenen ihr Leben und das anderer, sondern auch Jugendliche und Kinder. 

Die häufigsten Unfallursachen und Eingriffe in den Bahnbetrieb sind: Betreten von Gleisen, Spielen an oder auf Bahnanlagen, Klettern auf abgestellte Fahrzeuge oder Oberleitungsmasten, Bewerfen von durchfahrenden Zügen sowie Überqueren von Bahnübergängen bei blinkendem Warnlicht oder geschlossenen (Halb)-Schranken.

"Wir wollen, dass Du sicher ankommst"

Derzeit entwickelt sich in den sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook ein gefährlicher Trend. Jugendliche, aber vor allem junge Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren, betreten die Bahnanlagen und schießen dort Fotos und Selfies im Gleisbett. Diese werden als Freundschaftsbeweis in sozialen Netzwerken hochgeladen. Dazu gehören auch Bilder mit der besten Freundin, denn vor allem Mädchen legen viel Wert auf Selbstdarstellung im Internet. Je gefährlicher die Situation, wie zum Beispiel ein Selfie mit einem vorbeifahrenden Zug, desto mehr Anerkennung bekommen sie in den sozialen Netzwerken.

Der Film läuft unter dem Dach der Kampagne "Wir wollen, dass Du sicher ankommst", die häufige Fälle falschen Verhaltens thematisiert: Das Missachten von Vorschriften und Durchsagen, das unerlaubte Überschreiten der Sicherheitslinie und das unachtsame Verhalten auf dem Bahnsteig.

> Mehr Informationen zur Kampagne "Wir wollen, dass Du sicher ankommst"

Prävention ist nötig

Ein Zaun, der mitunter gefordert wird, müsste bei der Länge des Schienennetzes zweimal um den Äquator reichen. An Bahnübergängen oder Zugängen für die Reisenden hätte er zahlreiche Lücken, auch Rettungskräften und Instandhaltungspersonal müsste er freien Zugang ermöglichen. Die Deutsche Bahn prüft dennoch, welche Sicherungsmaßnehmen im Einzelfall möglich sind, soweit das im Rahmen der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht erforderlich ist. Ein Zaun ist nicht die einzige Möglichkeit, Unfälle zu verhindern; auch zusätzliche Schilder mit Gefahrenhinweisen, Erdwälle oder andere Hindernisse wie Lärmschutzwände können helfen. Leider ist immer wieder zu beobachten, dass Zäune mutwillig niedergetrampelt, Bepflanzungen zerstört und Warnschilder umgestürzt werden.

Beim richtige Verhalten in Bahnhöfen und -anlagen sind die Besonderheiten des Bahnbetriebs zu beachten. Züge können Hindernissen nicht ausweichen. Aufgrund ihres großen Gewichts haben sie einen sehr langen Bremsweg. Ein Zug mit Tempo 100 kommt nach dem Einleiten einer sogenannten Gefahrbremsung erst nach rund 1.000 Metern zum Stehen. Zudem sind immer mehr moderne und damit leise Züge unterwegs, die in der Regel erst sehr spät zu hören sind. Hinzu kommt die hohe Geschwindigkeit: Die ICE etwa fahren auch durch einige Bahnhöfe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern.

Besondere Vorsicht ist bei elektrischen Oberleitungen mit einer Spannung von 15.000 Volt geboten. Berührungen verursachen meist tödliche Verletzungen. Selbst bei einem Abstand von bis zu eineinhalb Metern kann der Strom in einem Lichtbogen überspringen. Es gilt daher ausreichend Abstand zur Oberleitung zu halten und sich nicht etwa durch das Klettern auf Fahrzeuge, selbst wenn diese abgestellt sind, in Lebensgefahr bringen.