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Themendienst

S-Bahn-Netz wird erweitert – neue Verbindungen, mehr Service, mehr Komfort

Zugbegleiter auf allen Linien • Kundengarantien • Verlängerung der S 2 nach Dessau • Premiumlinie RE 13

Ab dem 13. Dezember 2015 wird das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz noch attraktiver. Auftraggeber sind die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA GmbH), der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Für die Region Leipzig/Halle (Saale) und die Städte Magdeburg, Dessau-Roßlau, Bitterfeld-Wolfen und Lutherstadt Wittenberg bedeutet das verbesserte Verbindungen, mehr Komfort und Service. Mit dem Betriebsstart des zweiten Teils des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes wird Reisen mit der Bahn zwischen den drei Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen noch bequemer. Kürzere Reisezeiten sorgen für eine erhöhte Attraktivität: Beispielsweise sind Fahrgäste mit der Premiumlinie RE 13 der Elbe-Saale-Bahn schneller als bisher zwischen Magdeburg und Leipzig unterwegs.

S-Bahn Mitteldeutschland

Seit Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes im Dezember 2013 hat sich das Nahverkehrsangebot in der Region deutlich verbessert. Das zeigen auch die Fahrgastzahlen. Schon jetzt sind hier täglich durchschnittlich 55.000 Reisende unterwegs. Und mit der Inbetriebnahme des zweiten Teils des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes erweitert sich für die Reisenden das Angebot. Es umfasst folgende Linien:

  • S 2      Dessau—Bitterfeld—Leipzig
  • RE 13 Magdeburg—Dessau—Bitterfeld—Leipzig
  • RE 14 Magdeburg—Roßlau—Lutherstadt Wittenberg—Falkenberg
  • RB 42 Magdeburg—Dessau
  • RB 51 Dessau—Lutherstadt Wittenberg—Zahna/Falkenberg
  • RB 75 Lutherstadt Eisleben—Halle (Saale)—Delitzsch (ob. Bf.)—Eilenburg.
  • RB 80 Halle—Bitterfeld—Lutherstadt Wittenberg—Zahna/Jüterbog
  • RB 81 Bitterfeld—Lutherstadt Wittenberg—Falkenberg

Besonders auf Fahrgäste der S 2 wartet eine Neuerung: Ab dem 13. Dezember profitieren sie von einer umsteigefreien Verbindung ab Dessau bis in die Leipziger Innenstadt. Möglich wird das durch eine stündliche Verlängerung der S 2 über Bitterfeld hinaus. Zwischen Markkleeberg-Gaschwitz (2016 baubedingt allerdings meist nur ab/bis Leipzig-Connewitz)  und Delitzsch bzw. Bitterfeld wird die Linie halbstündlich statt bisher stündlich durch den City-Tunnel fahren. Jede zweite S2 fährt bis nach Dessau.

Verbesserungen wird es auch bei der Elbe-Saale-Bahn (RE 13) geben: als Premiumlinie im neuen Netz bieten die Züge für die Reisenden in der 1. Klasse einen besonderen Service mit der monatlich erscheinenden Kundenzeitschrift „DB mobil“, Tageszeitungen und Süßigkeiten. Die Reisezeit verkürzt sich zwischen Magdeburg und Leipzig um einige Minuten.
Gleichzeitig mit der Erweiterung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes wird am 13. Dezember auch der Regelbetrieb auf der Neubaustrecke Erfurt – Halle/Leipzig aufgenommen. Die Strecke ist Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8. Das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz wird eng mit dem  Fernverkehr verbunden. Somit entsteht ein attraktives Angebot für alle Reisenden.

Ausweitung der Serviceleistungen und neue Kundengarantien

Die besonderen Serviceleistungen stehen im neuen Netz im Mittelpunkt. Dazu gehört, dass Reisende ihr Ticket im Zug kaufen können. Zunächst wird das bei den Kundenbetreuern möglich sein, perspektivisch können die Tickets auch am Automaten im Zug erworben werden. Einzige Bedingung für den aufpreisfreien Verkauf: Die Kunden müssen unmittelbar nach dem Zustieg ein Ticket am Fahrkartenautomaten erwerben oder sich unaufgefordert beim Kundenbetreuer melden.  In allen Zügen sind Kundenbetreuer unterwegs und stehen den Fahrgästen auch bei Fragen zum Fahrplan oder zu Zugverbindungen zur Seite.

Im neuen Netz werden spezielle Kundengarantien gelten. Auf diese Garantien haben die Reisenden einen vertraglich vereinbarten Anspruch. Mit der Sauberkeits-, der Antwort- sowie der Informations- und Vertriebsgarantie wird das Thema Service für die Fahrgäste deutlich herausgestellt.

So wird beispielsweise zugesichert, dass die Informationen zu den Angeboten und Tarifen zu jeder Zeit aktuell sind. Das betrifft sowohl die Aushänge an den Bahnhöfen und in den Verkaufsstellen, als auch die Informationen direkt in den Zügen und im Internet. Zugesichert wird, dass die Automaten funktionieren und so ein Ticketkauf problemlos möglich ist. Sollte es im neuen Netz zu Störungen kommen, müssen die Reisenden innerhalb einer vorgegebenen Zeit informiert werden. Dazu gehört in der Regel auch, über das voraussichtliche Ende der Störung Auskunft zu geben. Sollten vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden können, haben Reisende Anspruch auf Entschädigung.

Dass die Züge regelmäßig innen und außen gereinigt werden, versteht sich von selbst. Sollte dennoch ein Kleidungsstück im oder am Zug verunreinigt werden, greift ebenfalls eine Garantiezusage mit entsprechender Entschädigungsregelung.

Und wenn Fahrgäste mit der S-Bahn Mitteldeutschland oder der Elbe-Saale-Bahn in Kontakt treten – telefonisch oder schriftlich – müssen diese Anfragen oder Hinweise in einer bestimmten Zeit beantwortet werden. Gelingt das nicht, haben Kunden auch in diesem Fall ein Recht auf Entschädigung. Sämtliche Kundengarantien gelten auf allen acht Linien des neuen Netzes.

Monatelange Vorbereitung für problemlose Inbetriebnahme

Grundlage für das neue Netz ist der Verkehrsvertrag, der für alle Vertragspartner verbindliche Eckdaten festschreibt. Die NASA GmbH, der ZVNL und der VBB haben die Vorgaben gemacht – Aufgabe von DB Regio ist es, diese Vorgaben, wie bspw. den Einsatz der neuen Fahrzeuge, in gleichbleibend hoher Qualität umzusetzen.

Um das neue Netz in Betrieb zu nehmen, waren in den vergangenen Monaten umfangreiche Vorbereitungen nötig. Alle rund 100 Lokführer, die im erweiterten Mitteldeutschen S-Bahn-Netz eingesetzt werden, haben sich auf Streckenkundefahrten mit den jeweiligen Linienverläufen vertraut gemacht. So können sie auf allen acht Linien flexibel eingesetzt werden. Es gab spezielle Schulungen für den Leipziger City-Tunnel, um bei Störungen dort richtig reagieren zu können. Und weil ab Sommer 2016 neue Talent 2-Triebwagen zum Einsatz kommen, erwerben die Lokführer schon jetzt die für diese Fahrzeuge benötigten Lizenzen, sofern sie diese noch nicht besitzen.

Aber nicht nur die Lokführer haben sich auf die Erweiterung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes vorbereitet, auch die Kundenbetreuer haben sich intensiv damit beschäftigt und sich beispielsweise mit den Tarifen der verschiedenen Verkehrsverbünde vertraut gemacht.

Um die Fahrgäste noch besser bedienen und beraten zu können, werden alle Kundenbetreuer mit neuen mobilen Terminals ausgestattet. Die Geräte sind bereits die dritte Generation und deutlich moderner als ihre Vorgänger. Die Kontrolle der Tickets und auch der Verkauf gehen schneller als bisher. Die Terminals ähneln inzwischen kleinen Tablet-PCs und sind leicht zu bedienen – trotzdem mussten sich die Kundenbetreuer mit Gerät und Software in Schulungen erst einmal vertraut machen.

Nicht zuletzt müssen sich auch die Mitarbeiter in den Werkstätten auf die Wartung der neuen Züge vorbereiten. Alle Vorbereitungen dienen dem Zweck, mit Erweiterung des mitteldeutschen S-Bahn-Netzes am 13. Dezember 2015 ein optimal funktionierendes Nahverkehrsangebot für die Reisenden zur Verfügung zu stellen.

Neue Fahrzeuge ab Sommer 2016 • vorübergehend hochwertiger Ersatz

Die neuen Züge vom Typ Talent 2 des Herstellers Bombardier Transportation werden ab Sommer 2016 nach und nach zum Einsatz kommen. 29 moderne silbergraue Elektrotriebwagen im Wert von 146 Millionen Euro wurden bestellt. Mit dieser Investition wird die Modernisierung der Fahrzeugflotte der DB fortgesetzt. Die Triebzüge sind klimatisiert, bieten geräumige Mehrzweckbereiche sowie bequeme Sitze, verfügen über Monitore für die Information der Fahrgäste und sind selbstverständlich barrierefrei.

Zu erkennen sind die neuen Triebzüge später an ihren roten statt grünen Türen – ansonsten gleichen sie äußerlich den schon jetzt auf dem Mitteldeutschen S-Bahn-Netz eingesetzten Zügen. Weil es Verzögerungen beim Vergabeverfahren gegeben hat, können die neuen Fahrzeuge nicht sofort mit Erweiterung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes in Betrieb genommen werden. Bis es soweit ist, wurde von DB Regio in enger Abstimmung mit der NASA GmbH, dem ZVNL und dem VBB ein hochwertiges Ersatzkonzept ausgearbeitet. Die meisten der zum Einsatz kommenden Züge sind klimatisiert und haben einen Tiefeinstieg. Es handelt sich fast ausschließlich um moderne Doppelstockzüge.

Ausblick auf 2016

In den kommenden Jahren investiert die DB weiter in die Infrastruktur. Ein Schwerpunkt ist der Knoten Halle (Saale) als Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8 (VDE 8). Neue Gleise, Oberleitungen und Weichen ermöglichen die Einbindung des Eisenbahnknotens in das Großprojekt. Schon zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 geht die Schnellfahrstrecke Erfurt—Leipzig/Halle (Saale) in Betrieb. Dies bringt Angebotsverbesserungen mit sich. Um bis zu eine Stunde verkürzen sich die Reisezeiten auf der ICE-Linie Wiesbaden—Frankfurt (Main)—Erfurt—Leipzig—Dresden.

Nach dem Abschluss der Arbeiten beim VDE 8 im Jahr 2017 werden die Fahrgäste von kurzen Reisezeiten und komfortablen Umsteigemöglichkeiten profitieren. Schon jetzt ändern sich auch für die Reisenden im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz gewohnte Verbindungen. Da während der Bauarbeiten in Halle (Saale) nur eingeschränkt Linien dort beginnen bzw. enden können, werden einige durchgebunden. Damit ändert sich die Aufteilung zwischen DB Regio und Abellio, dem Betreiber des Saale-Thüringen-Südharz-Netzes. DB Regio wird auf der Strecke Halle (Saale)—Naumburg und Halle (Saale)—Lutherstadt Eisleben fahren, während Abellio die Strecken Halle (Saale)—Bitterfeld und Halle (Saale)—Eilenburg bedient.

Rollenverteilung

Die Erweiterung des mitteldeutschen S-Bahn Netzes wird, wie die S-Bahn Mitteldeutschland, von DB Regio Südost, der Nahverkehrssparte der Deutschen Bahn in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen betrieben. Wie viele Züge mit welcher Ausstattung auf welchen Strecken fahren, darüber entscheiden in Deutschland die Bundesländer oder die von ihnen eingesetzten Landesgesellschaften und Zweckverbände. Zuständig für das mitteldeutsche Bahnnetz sind die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA), der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), der Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (Z-VOE), die Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH (NVS), der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB).