Deutsche Bahn
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21.07.2017 München

Busse statt Züge auf der Kochelseebahn

Bauarbeiten in den Sommerferien • Ersatzverkehr mit Bussen • Umrüstung auf elektronische Stellwerkstechnik • Neubau von zwei Bahnbrücken • mit O-Tönen und Grafik

Reisende müssen sich in den Sommerferien vom 29. Juli bis zum 9. September auf Einschränkungen auf der Kochelseebahn einstellen. Sechs Wochen lang fahren zwischen Tutzing und Kochel Busse statt Züge. Grund ist ein Bündel an Baumaßnahmen, die an der Strecke stattfinden. Vorbereitende Arbeiten hatten bereits am 10. Juli begonnen. Insgesamt investiert die Deutsche Bahn über 20 Millionen Euro in die Gesamtmaßnahme. 

Während der Streckensperrung werden alle Züge der Kochelseebahn zwischen Tutzing und Kochel durch Busse ersetzt. Die Reisezeit verlängert sich um bis zu 20 Minuten. Damit in Tutzing alle Anschlüsse in Richtung München und Weilheim erreicht werden, starten die Busse in Kochel ca. 15 bis 20 Minuten früher als sonst die Züge.

Infografik: Planungen eines Schienenersatzverkehrs bei Baustellen


Jennifer Sauer, Teilnetzmanagerin DB Regio Bayern, zuständig für die Werdenfelsbahn


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Ralf Kreutzer, Niederlassungsleiter, Regionalverkehr Oberbayern GmbH, zuständig für den Schienenersatzverkehr


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Hintergrund der Bauarbeiten, die 2017 starten und 2018 mit der Inbetriebnahme Mitte November beendet werden, ist die Umrüstung der Kochelseebahn auf eine elektronische Stellwerkstechnik. Ab November 2018 werden Weichen und Signale aus dem Stellwerk in Weilheim gesteuert. Elektronische Stellwerke garantieren einen hohen Qualitätsstandard und große Leistungsfähigkeit. Anstelle mit Bedienungshebeln und –knöpfen kann der Fahrdienstleiter Weichen und Signale einfach, schnell und sicher per Mausklick steuern.

In diesem Sommer stellt DB Netz unter anderem eine neue Kabeltrasse zwischen Unterzeismering und Kochel her. Entlang der Strecke wird Tag und Nacht gearbeitet, die Baustelle wandert dabei von einem zum nächsten Punkt. Vor und nach den Sommerferien finden die Arbeiten am Tag und in der nächtlichen Betriebsruhe von ca. 0:30 bis 4:30 Uhr statt. 2018 sind für September die Umbauten der Bahnübergänge und für November die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks geplant.

Neue Eisenbahnbrücken für Penzberg und Ried

Ein zweiter Bauschwerpunkt für die Sommerferien in diesem Jahr ist die Erneuerung von zwei Eisenbahnbrücken in Penzberg und Ried. Die Brücke über den Säubach in Penzberg wird ab dem 2. August abgerissen, anschließend werden für den Neubau Bohrpfähle sowie die Brückenwiderlager hergestellt. Der Brückenüberbau wird schließlich als Stahlfertigteil eingebaut. Zum Schluss finden noch Gleisbauarbeiten statt. Der Wanderweg an der Eisenbahnbrücke über den Säubach ist zwischen dem 29. Juli und dem 10. September aufgrund der Bauarbeiten nicht passierbar.

Die Brücke in Ried wird ebenfalls neu gebaut. Die vorbereitenden Arbeiten starten am 24. Juli, am 1. August beginnt der Abriss. Auch bei der Brücke in Ried werden zunächst Bohrpfähle und die Widerlager hergestellt, ehe der Brückenüberbau als Betonfertigteil eingehoben werden kann. Im Anschluss führt die DB Netz noch Gleisbauarbeiten durch. Der Neubau soll bis zum 4. September abgeschlossen sein, bis zum 8. September wird noch die Oberleitungsanlage hergestellt.

Die Bahn bittet die Anwohner um Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen durch Lärm und Staub. Betroffene Anwohner werden vor Beginn der lärmintensiven Arbeiten per Handzettel informiert.

Streckensperrung zwischen Hauptbahnhof und Pasing

Wegen Gleiserneuerungsarbeiten enden und beginnen alle Züge in/aus Kochel, Weilheim, Murnau, Garmisch, Reutte, Mittenwald und Innsbruck vom 28. Juli (22 Uhr) bis 3. August (Betriebsende) in München-Pasing. Für die Fahrt zwischen München Hauptbahnhof und Pasing können die S-Bahn-Züge der Linien S3, S4, S6 und S8 genutzt werden.

Neue Software für Züge der Werdenfelsbahn

Die Fahrzeuge der Werdenfelsbahn erhalten vom 15. August bis zum 8. September ein Software-Update – unter anderem kann künftig die Temperatur im Fahrgastraum besser reguliert werden.  In der genannten Zeit kann es im Abschnitt München – Garmisch-Partenkirchen dazu kommen, dass weniger Zugteile als sonst unterwegs sind und daher weniger Platz zur Verfügung steht. Auch müssen die Fahrgäste, die in/aus Richtung Reutte oder Innsbruck reisen, in Garmisch-Partenkirchen umsteigen.

Streckenagent informiert über Fahrplanänderungen

Sämtliche Fahrplanänderungen sind bereits in der Fahrplanauskunft im Internet und an den Fahrkartenautomaten berücksichtigt. Die Fahrgäste können sich auch im Internet unter https://bauinfos.deutschebahn.com/ oder über den DB Streckenagent (www.bahn.de/streckenagent) informieren. Telefonisch ist der Kundendialog Nahverkehr in Bayern unter der Rufnummer 089 2035 5000 zu erreichen.