Deutsche Bahn
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13.07.2015 Augsburg

Minister Dobrindt gibt den offiziellen Startschuss für das Projekt Augsburg City Hauptbahnhof

Der Augsburger Hauptbahnhof wird mit Hilfe der Förderung von Bund und Freistaat zur modernen Drehscheibe für den Schienenverkehr

Der Augsburger Hauptbahnhof wird in den kommenden Jahren zur modernen Drehscheibe für den Schienennah- und Fernverkehr ausgebaut. Mit dem „Projekt Augsburg City Hauptbahnhof“ setzen die Stadt Augsburg, die Stadtwerke Augsburg (swa) und die Deutsche Bahn (DB) mit erheblicher Unterstützung der Fördergeber Bund und Freistaat den Schienenverkehr für Augsburg und die Region auf ganz neue Gleise. Jetzt hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zusammen mit dem Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium, Gerhard Eck, Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Dr. Roland Bosch, Vorstand Produktion DB Netz AG und Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza den symbolischen Startschuss für den Beginn der Tiefbauarbeiten auf dem Gelände der Deutschen Bahn gegeben.

Das Projekt Augsburg City Hauptbahnhof besteht aus drei Bausteinen: Mit der Mobilitätsdrehscheibe Augsburg Hauptbahnhof und dem Regio-Schienen-Takt sowie der Erneuerung und Modernisierung von bahntechnischen Anlagen werden wesentliche Voraussetzungen für einen zukunftsfähigen schienengebundenen Personenverkehr in Stadt und Region Augsburg sowie als Teil der europäischen Ost-West-Magistrale geschaffen.

Mit der Mobilitätsdrehscheibe Augsburg Hauptbahnhof entsteht ein Bahnhof der kurzen Wege. Ein neuer Straßenbahntunnel mit einer Haltestelle unter den Gleisen der DB ermöglicht das direkte und barrierefreie Umsteigen zwischen Straßenbahn und Zug, komfortabel mit Aufzügen und Rolltreppen. Damit wird der Schienennahverkehr der Stadtwerke Augsburg bestmöglich mit dem Regional- und Fernverkehr der DB verknüpft. 2022 soll der Tunnel in Betrieb gehen, die Kosten liegen bei 143,5 Millionen Euro, zuzüglich Baukostenindex und Risikopuffer. Das Projekt wird anteilig von den Stadtwerken Augsburg, der DB Station&Service AG und der Stadt Augsburg finanziert und von Bund und Freistaat aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) zu einem ganz erheblichen Teil (rund 80 Prozent der förderfähigen Kosten) gefördert.

Die Bahn investiert mit Bundesförderung insgesamt über 150 Millionen Euro in die Zukunft des Augsburger Hauptbahnhofs

Die Deutsche Bahn investiert mit ihren beiden Infrastrukturunternehmen DB Netz AG und DB Station&Service AG teilweise mit Bundesmitteln in Summe über 150 Millionen Euro in das Projekt Augsburg City Hauptbahnhof. Mit 45 Millionen Euro (inklusive Förderung) beteiligt sich DB Station&Service an den Ausbaumaßnahmen im Bereich der Bahnsteige und Unterführungen. Davon fließt ein Kostenanteil von 25,5 Millionen Euro in die Gesamtkosten der Mobilitätsdrehscheibe Augsburg Hauptbahnhof in Höhe von 143,5 Millionen Euro.

Weitere rund 50 Millionen Euro fließen in den Regio-Schienen-Takt. Ebenfalls fast 50 Millionen Euro werden in Betriebsanlagen der DB Netz AG wie neue Oberleitungen, Gleisfeldbeleuchtung oder ein Überwerfungsbauwerk investiert. Schließlich sorgen fast 10 Millionen Euro aus dem Lärmsanierungsprogramm dafür, dass die Anwohner zukünftig weniger durch den Bahnbetrieb gestört werden.

Ein Teil der Baumaßnahmen der Bahn wird bis zur geplanten Fertigstellung des neuen Tunnels unter dem Augsburger Hauptbahnhof bis Ende 2022 fertig gestellt. Andere Baumaßnahmen wie etwa die Erneuerung von Teilbereichen der Bahnsteige, die Sanierung der südlichen Bahnsteigunterführung oder die Errichtung von Schallschutzwänden werden im Anschluss an die Arbeiten an der Mobilitätsdrehscheibe der swa umgesetzt.

Hauptbahnhof wird Schnittstelle zum europaweiten Bahnverkehr

Parallel zum Projekt Augsburg City Hauptbahnhof wird die europäische Fernverkehrslinie Paris – Stuttgart – München – Wien – Budapest ausgebaut. Neben dem Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ werden zum Beispiel die Streckenabschnitte Stuttgart – Ulm oder München – Salzburg neu oder ausgebaut. Auf dem deutschen Abschnitt entsteht eine Technologie-Achse Süd rund um die Wirtschafts- und Universitätsstandorte Karlsruhe, Stuttgart, Ulm, Augsburg und München. Der Augsburger Hauptbahnhof ist die Schnittstelle zu dieser Technologieachse und zu den Zielen im Ausland.

Die Baumaßnahmen im Rahmen des Regio-Schienen-Taktes bilden die Grundlage dafür, dass der Regionalverkehr weiter ausgebaut werden kann. Besteller für die Zugleistungen im Regionalverkehr im Freistaat ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft BEG. 


Der Augsburger Hauptbahnhof wurde in den Jahren 1843 – 1846 gebaut. Mit dem 1869 umgebauten Bahnhofsgebäude besitzt Augsburg das älteste noch in Betrieb befindliche Empfangsgebäude einer deutschen Großstadt. Die Verkehrsstation verfügt über neun Hauptgleise, rund 450 Weichen und mehr als 250 Signale. Die Stellwerkstechnik wurde zu den Olympischen Spielen 1972 modernisiert.

Rund 44.000 Fahrgäste nutzen täglich die ca. 900 Personenzüge, die am Augsburger Hauptbahnhof halten, davon 240 Fern- und 660 Regionalzüge. 

Tunnellänge

gesamt: 405 Meter

zzgl. Rampe Halderstraße: 120 Meter

 

Gleisanlagen Straßenbahn

Tramgleise unterirdisch inkl. Rampe Halderstraße (Hauptfahrweg): 1.060 Meter

Anzahl Tramweichen: 10 Stück

 

Stationsbauwerk

Anzahl der Aufzüge: 8 Stück

Anzahl der Fahrtreppen: 20 Stück

 

Baubereich Mitte (Stationsbauwerk und Tunnel West)

Erdaushub: 125.000 Kubikmeter (ca. 1.000 2-Zimmerwohnungen mit 50 Quadratmeter)

Beton Rohbau: 25.000 Kubikmeter