Deutsche Bahn
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08.03.2017 München

Barrierefreie Bahnhöfe in Bayern - Überblick

Bis 2021 weitere 115 Bahnhöfe im Programm • rund 86 Prozent der Reisenden kommen dann barrierefrei zum Zug

Der Freistaat Bayern und die Deutsche Bahn vereinbarten Ende 2016 den weiteren barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe in Bayern. Grundlage hierfür ist das vom Ministerrat beschlossene „Bayerische Aktionsprogramm für barrierefreie Stationsinfrastruktur 2021 (BABSI 21)“. Bestandteil des Programms ist das neugeschnürte Bayern-Paket II mit zwölf wichtigen Bahnhöfen in allen Regierungsbezirken. Insgesamt 115 Bahnhöfe in Bayern werden damit bis 2021 in unterschiedlichen Programmen des Bundes und des Freistaats barrierefrei ausgebaut.

Bund, Freistaat und DB lenken die verfügbaren Finanzmittel für den barrierefreien Ausbau. Für den Zeitraum 2009 bis 2018 belaufen sich die Investitionen auf rund 800 Millionen Euro. Etwa 80 Prozent der Reisenden in Fern- und Nahverkehr in Bayern und damit täglich über eine Million Menschen erreichen die Bahnsteige bereits heute barrierefrei. Nach dem erfolgreichen Ausbau der 115 weiteren Bahnhöfe erhöht sich der Wert auf über rund 86 Prozent.

Finanzierung erfolgt aus acht unterschiedlichen Töpfen

Bayern-Paket II

In diesem neuen Programm sollen von 2019 bis 2021 die Bahnhöfe Freilassing, Kaufering, Abensberg, Ansbach, Pleinfeld, Rottendorf, Donauwörth und Kempten barrierefrei ausgebaut werden. Bei den Bahnhöfen Amberg, Kronach, Pegnitz und Fürth werden die Planungen bis zur Baureife gebracht.

Bayern-Paket I

Das 2013 gestartete Programm umfasst 28 Stationen, die bis 2018 barrierefrei ausgebaut werden. Neben 15 Stationen in den S-Bahnsystemen München und Nürnberg werden u.a. die Bahnhöfe Schweinfurt, Coburg, Ebenhausen (Unterfr), Türkheim (Bay) Bahnhof, Straubing, und Weilheim (Oberbay) barrierefrei ausgebaut. Zusätzlich befinden sich im Programm auch Stationen, deren Planungen bis zur Baureife ausgeführt werden und im Folgeprogramm Bayern-Paket II für den Umbau vorgesehen sind (Kaufering, Donauwörth, Pleinfeld).

Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP) – Barrierefreiheit kleiner Stationen

Das ZIP umfasst in Bayern 13 kleine Bahnhöfe, die weniger als 1000 Ein-, Aus- und Umsteiger pro Tag aufweisen. Das Programm richtet sich auf solche Verkehrsstationen, in deren Einzugsgebiet Einrichtungen wie z.B. ein Seniorenheim oder eine Werkstätte für behinderte Menschen befinden und somit ein erhöhter Bedarf an Barrierefreiheit besteht. Dies sind u.a. Wörth am Main, Oberdachstetten, Sünching, Wörth (Isar), Hergatz und Bernried.

Stationsoffensive

Ab 2018 werden im Programm Stationsoffensive 20 neue Haltpunkte in Bayern gebaut. Typische Standorte sind vor allem Wohngebiete, aber auch Hochschulen, Gewerbegebiete, Einkaufszentren, Schwimmbäder, Krankenhäuser usw. Die neuen Stationen sind über alle Teile Bayerns verteilt, z.B. Hof Mitte, Aschaffenburg Ost, Würzburg Heidingsfeld Ost, Straubing Hafen, Lindau-Oberreitnau und Bad Reichenhall Nord.

Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) mit dem Bund

Mit Mitteln aus der LuFV II und III werden vsl. 16 Stationen barrierefrei neu- bzw. ausgebaut. Dies sieht u.a. den Neubau der Haltepunkte Rosenheim-Aicherpark und Feldolling, sowie den Ausbau Oberstaufen bzw. die Verlegung der Station Harburg (Schwaben) vor.

Barrierefrei Bahnhöfe

ABS Maßnahmen

Im Zuge der Ausbaustrecken (ABS) werden zusätzliche Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut. Z.B.

ABS Hanau – Nantenbach

ABS 48 München – Lindau

ABS 38 München – Mühldorf – Freilassing

Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 (VDE 8)

Auch im Zuge des Neu- bzw. Ausbaus der Strecke der VDE 8 wurden bzw. werden etliche Stationen barrierefrei ausgebaut. Z.B. Breitengüßbach, Forchheim und Hirschaid.

Barrierefreier Ausbau von S-Bahn Stationen (München/Nürnberg)

Außerhalb des Bayern-Pakets werden im Bereich der S-Bahnen München und Nürnberg 17 Stationen neu-, ausgebaut bzw. geplant.

Würzburg und Augsburg
Zusätzlich wird der Würzburger Hbf derzeit bis zur Landesgartenschau im April 2018 teilweise barrierefrei ausgebaut. Ein weiteres großes Projekt findet in den kommenden Jahren in Augsburg statt. Im Zuge der neuen Straßenbahnunterführung wird der Hauptbahnhof bis 2022 barrierefrei werden.

Pilotprojekt „Kamelbuckel“
An den zwei Stationen Bodenmais und Neuendettelsau sollen in Pilotprojekten sogenannte „Kamelbuckel“ (Teilaufhöhung des Bahnsteigs) für eine einfachere und schnellere Bauweise für einen barrierefreien Zugang getestet werden. 

Barrierefrei bedeutet mehr als Aufzüge und Rampen

Für blinde und sehbehinderte Menschen sind bisher rund 45% Prozent der Bahnsteige mit einem taktilen Leitsystem aus Bodenindikatoren ausgestattet. 

Zudem gibt es in einigen Bahnhöfen wie beispielsweise in Ingolstadt, Nürnberg, Rosenheim, München Ost und München-Pasing an den Treppen zu den Bahnsteigen Handlaufbeschriftungen mit Prismen- bzw. Brailleschrift und in der Nürnberger Bahnhofshalle Tafeln mit taktilen und mit der Hand ertastbaren Lageplänen. Darüber hinaus verfügen alle neu eingebauten Aufzüge über tastbare Bedienelemente sowie über ein Sprachmodul.

Die DB im regelmäßigen Dialog mit Behindertenvertretern

An den wichtigsten Bahnhöfen bietet die DB im Freistaat einen Ein-, Um- und Aussteigeservice an, den im Jahr 2016 rund 50.000 Personen nutzten. Diese Stationen sind mit 170 mobilen Hubgeräten oder Elektromobilen ausgerüstet. Rund 235 Servicemitarbeiter im Bahnhof sind für die Unterstützung von Fahrgästen mit Handicaps im Einsatz. Außerdem beteiligen sich die Bahnhofsmissionen und weitere Kooperationspartner an diesem Service.

Reiseplanung aus einer Hand: die Mobilitätsservice-Zentrale

Die Mobilitätsservice-Zentrale gibt täglich von 6 Uhr bis 22 Uhr unter der Telefonnummer 01806 512512*), per Fax unter 01805 159357 und per E-Mail msz@bahn.de Informationen und Hilfestellungen bereits vor der Fahrt. 36 DB-Mitarbeiter beraten Reisende mit Handicap persönlich, organisieren die Reise und schicken die gebuchten Fahrkarten auf Wunsch per Post ins Haus.

Die Mobilitätsservice-Zentrale verfügt auch über aktuelle Informationen, auf welchen Bahnhöfen der barrierefreie Zugang zum Bahnsteig möglich ist und wo Hublifte und DB-Mitarbeiter zur Verfügung stehen, um zum Beispiel Rollstuhlfahrern das Ein-, Aus- und Umsteigen zu ermöglichen.

Alle Serviceangebote der Bahn sind auch im Internet unter www.bahn.de/handicap verfügbar.

 

Neue App DB Barrierefrei erleichtert das Reisen

Mit der App „DB Barrierefrei“ erleben Reisende mit kognitiven, körperlichen oder Sinnesbehinderungen in Zukunft eine neue Art des Reisens. Ob Anzeigen und Durchsagen in Bahnhöfen und Zügen, Informationen zur Funktionsfähigkeit von Aufzügen oder einen Bahnmitarbeiter im Zug um Hilfe bitten - mit der App „DB Barrierefrei“ kommen Reisende in den Genuss umfassender Services.


Im Sinne eines Designs für alle bieten diese Services auch allen anderen Reisenden einen Mehrwert und können schrittweise im Laufe des Jahres 2017 über das Smartphone oder Tablet bequem genutzt werden.
Weitere Informationen unter: www.bahn.de/app-barrierefrei


*) 20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunknetz max. 60 ct/Anruf