Deutsche Bahn
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20.01.2016 München

Neues Leben für ungenutzte Bahnhofsgebäude

DB sucht Käufer für über 80 Bahnhofsimmobilien in Bayern • Kommunen werden zuerst informiert

Die Deutsche Bahn bietet im Freistaat Bayern in den nächsten Jahren über 80 Bahnhofsgebäude zum Verkauf an. Ein Großteil der Gebäude ist 80 bis 100 Jahre alt und für den heutigen Bahnbetrieb nicht mehr erforderlich. Die DB möchte die Gebäude gerne verkaufen, vorzugsweise an die jeweiligen Kommunen. 


Für die DB sind diese Gebäude nicht wirtschaftlich zu betreiben. Es gibt zahlreiche Beispiele, wie durch einen Verkauf neues Leben in oft brach liegende Immobilien eingezogen ist. So haben in den Bahnhöfen Baunach und Schliersee Restaurants eröffnet und in Kochel am See hat die Kommune ihr Tourismus-Büro untergebracht. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Landsberg am Lech wurde durch einen Investor zum „Bürgerbahnhof“ umgestaltet. Dieser Bahnhof wurde 2007 von der Allianz pro Schiene als Bahnhof des Jahres ausgezeichnet – so 2013 auch der Bahnhof Murnau, der ebenfalls verkauft und als Bürgerbahnhof umgestaltet wurde. Die Stadt Vilshofen hat 2011 das Bahnhofsgebäude samt dem Umfeld erworben und gestaltet das gesamte Ensemble zu einer attraktiven Mobilitätsdrehscheibe.

Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen vom Restaurant (Schliersee) über Museum (Ludwigsfelde) und Tourismusinformation (Kochel am See) bis hin zu Wohnhaus, Stadtbücherei (Luckenwalde) oder sogar Standesamt (Bad Saarow).

Ø  Verkaufsangebote (aktuelle Beispiele):

Unterfranken: Lohr am Main

Oberfranken: Neustadt bei Coburg

Mittelfranken: Fischbach bei Nürnberg

Oberpfalz: Beratzhausen, Obertraubling

Niederbayern: Geiselhöring, Radldorf

Schwaben: Harburg (Schwaben), Meitingen

Ø  Kommunen werden zuerst informiert

Die Bahnhöfe können die Visitenkarte und das Tor zur jeweiligen Stadt sein. Daher informiert die Bahn bei jedem Verkauf zuerst die Kommunen. In Bayern betreibt die Deutsche Bahn 1.015 Stationen. Davon haben 185 ein Empfangsgebäude im Eigentum der DB Station&Service AG. In den vergangenen Jahren wurden bereits rund 300 Empfangsgebäude verkauft.

Ø  550 Gebäude (bundesweit) bilden künftig das Bestandsportfolio

Bundesweit verfügen etwa 950 der rund 5.400 Bahnhöfe der DB Station&Service AG über ein Empfangsgebäude. Etwa 550 sollen langfristig im Bestand der DB bleiben, rund 340 stehen zum Verkauf. In den letzten Jahren wurden bereits rund 2000 Empfangsgebäude an Kommunen oder private Investoren veräußert, die damit auch die Verantwortung für das Erscheinungsbild übernommen haben.