Deutsche Bahn

Ländersteckbriefe

Die Deutsche Bahn in Baden-Württemberg

Die Pressestelle Stuttgart ist für das Bundesland Baden-Württemberg zuständig.

Fast 20.100 Menschen arbeiten derzeit im DB-Konzern in Baden-Württemberg. Zusätzlich werden 1.214 Auszubildende und dual Studierende für das Arbeitsleben im Unternehmen in vielfältigen Berufen mit Zukunft qualifiziert. Damit ist die Bahn mit über 21.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Nachwuchskräften einer der größten Arbeitgeber im Land. Mit einem Einkaufsvolumen von fast zwei Milliarden Euro 2016 in Baden-Württemberg sichert die DB darüber hinaus tausende weitere Arbeitsplätze. 

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Verkehrsleistungen und Angebot

444 Millionen Reisende waren 2016 mit den Zügen und Bussen der Bahn unterwegs – täglich mehr als 1,2 Millionen und damit über 11 Prozent der baden-württembergischen Bevölkerung. ICE/IC- und EC-Züge beförderten dabei rund 24,3 Millionen Fahrgäste (täglich fast 67.000), S-Bahnen und Regionalzüge rund 268 Millionen (täglich 734.000) und Busse der Bahn sowie der von der DB beauftragten Unternehmen über 152 Millionen (täglich 416.000).

Zwei große S-Bahnen fahren im Land: Im Ballungsraum Stuttgart bringt die
S-Bahn Stuttgart mit 157 modernen Triebzügen täglich rund 400.000 Menschen umweltfreundlich und sicher ans Ziel. Auf sieben Linien mit 215 Kilometer Länge und 83 Haltestellen sind so 121 Millionen Fahrgäste (2016) jährlich unterwegs.

Die S-Bahn RheinNeckar als Teil von DB Regio Südwest ist länderübergreifend in der Metropolregion Rhein-Neckar unterwegs. Auf sieben Linien verbindet sie Stationen im Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg.

Seit Juni 2007 bieten DB und SNCF gemeinsam direkte Hochgeschwindigkeits-verbindungen zwischen Deutschland und Paris (von Frankfurt am Main über Mannheim sowie von München über Stuttgart/Karlsruhe). Eine weitere Direkt-verbindung Frankfurt am Main–Mannheim–Karlsruhe–Baden-Baden–Marseille besteht seit 2012 über die Schnellfahrstrecke „Rhin-Rhône“. Mit Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Strasbourg–Betancourt im Juli 2016 hat sich die Reisezeit nach Paris nochmals um 30 Minuten auf jetzt 3 Stunden 10 Minuten verkürzt. Seit Juli 2016 sind auch ICE 3-Züge auf der Südachse im Einsatz.

Rund 14,7 Millionen Tonnen Güter transportierte DB Schenker Rail 2016 über baden-württembergische Gleise. Dabei nimmt die Rheintalbahn zwischen Mannheim und Basel eine wichtige Rolle als einer der Hauptkorridore für den Güterverkehr zwischen Nordeuropa und den deutschen sowie niederländischen Seehäfen mit der Schweiz und Italien ein.

Infrastruktur

Das Streckennetz der Bahn in Baden-Württemberg umfasst rund 3.350 Kilometer, darunter wichtige internationale Magistralen wie die Rheintallinie Mannheim–Basel für den Verkehr von und nach Frankreich via Kehl und den alpenquerenden Transit Schweiz/Italien via Basel sowie den ICE-Taktverkehr Richtung Schweiz oder die Ost-West-Verbindung über Stuttgart–Ulm Richtung München. Über die Betriebszentrale Netz Südwest in Karlsruhe wird der gesamte Zugverkehr im Südwesten ganzjährig rund um die Uhr überwacht und disponiert.

Mit dem Rangierbahnhof Mannheim befindet sich eine der größten Zugbildungsanlagen Deutschlands und eine der wichtigsten internationalen Drehscheiben für den Schienengüterverkehr in Baden-Württemberg. Auf einer Fläche von 200 Hektar (5,6 Kilometer Länge, 360 Meter) liegen 170 Kilometer Gleise und 550 Weichen. Mit modernster Rangier- und Zugbildungstechnik können täglich bis zu 5.600 Wagen sortiert und neu zusammengestellt werden.

Infrastruktur-Investitionen anhaltend hoch

Die Bahn plant 2017 Investitionen in Höhe von etwas mehr als zwei Milliarden Euro in die Infrastruktur in Baden-Württemberg, von 2016 bis 2020 sind auf Basis der derzeit gültigen Mittelfristplanung insgesamt bis zu 10 Milliarden Euro für Schienennetz, Bahnhöfe und Anlagen zur Energieversorgung vorgesehen. Diese Zahlen beinhalten sowohl Investitionen in die vorhandene Infrastruktur als auch für Neu- und Ausbaumaßnahmen. Allein die Investitionen ins Bestandsnetz betragen 2017 rund 430 Millionen Euro.

Netz

In den kommenden Jahren (bis 2019) sollen in Baden-Württemberg unter anderem rund 1.000 Kilometer Gleise, mehr als 1.200 Weichen und 82 Brücken erneuert werden.

Größte Einzelmaßnahme im Bestandsnetz noch bis 2018 ist die Erneuerung des Pforzheimer Tunnels (88 Millionen Euro). Große Modernisierungsmaß-nahmen gibt es unter anderem auf den Abschnitten Böblingen–Herrenberg (Erneuerung von 27 Kilometer Gleisen und 18 Weichen in den Oster-, Pfingst- und Sommerferien für rund 24 Millionen Euro) und Wiesloch-Walldorf–Bruchsal –Weingarten (Erneuerung von 35 Kilometer Gleisen und vier Weichen in zwei Phasen von März bis September 2017, Kosten rund 31 Millionen Euro). Auf der Schwarzwaldbahn erneuert die Bahn von Mitte September bis Ende November zwischen Offenburg und Hornberg insgesamt 29 Kilometer Gleise und 15 Weichen, führt Arbeiten an 13 Bahnübergängen und Anpassung der Oberlei-tung in den Bahnhöfen Gengenbach, Biberach, Haslach und Hausach durch (Gesamtaufwand rund 28 Millionen Euro). Im Knoten Mannheim beginnt die Bahn in diesem Jahr Ende Mai mit der Erneuerung des Kreuzungsbauwerks Mannheim-Friedrichsfeld, die Investitionen betragen 2017 rund 12 Millionen Euro.

Energieversorgung

In die Modernisierung der Energieversorgung für den Zugverkehr fließen allein in den nächsten Jahren fast 180 Millionen Euro, davon etwa 70 Millionen Euro für die 110 kV-Bahnstromleitungen Karlsruhe–Wiesenthal, Aalen–Amstetten und Aalen–Osterburken. Neu gebaut wird unter anderem auch die Umrichteranlage Kuppenheim (bei Rastatt) für knapp 28 Millionen Euro.

Bahnhöfe

684 aktive Verkehrsstationen betreibt die Bahn im Land. Zwischen 2017 und 2021 führt sie an über 200 Stationen rund 250 verschiedene Baumaßnahmen durch. Die Gesamtinvestitionen (Bund, Land, Bahn und Dritte) dafür betragen rund 575 Millionen Euro, davon 225 Millionen Euro aus LuFV II-Mitteln.

Beispiele sind die Modernisierung des Bahnhofs St. Georgen im Jahr 2017 mit Erneuerung der Bahnsteige inklusive Anpassung der Bahnsteighöhe, neuer Beleuchtung und Bahnsteigausstattung für rund 3,7 Millionen Euro.

Am Knotenbahnhof Esslingen (Neckar) werden im Rahmen des Bahnhofs-modernisierungsprogramms für rund 4,6 Millionen Euro bis November 2017 die Bahnsteige Gleise 2/3 und 5/6 mit einer Höhe von 76 Zentimetern neu gebaut, Bahnsteigausstattung, Beleuchtung und Bahnsteigdächer erneuert beziehungs-weise angepasst und die Personenunterführung gestalterisch aufgewertet.

Von März bis voraussichtlich Ende 2017 modernisiert die DB die Haltepunkte Markelfingen, Allensbach, Hegne, Reichenau und Konstanz-Wollmatingen entlang der seehas-Strecke. Die Bahnsteige an den jeweiligen Stationen werden auf einer Länge von 150 Metern (in Allensbach 210 Meter) auf 55 Zentimeter erhöht. Außerdem erneuert die Bahn die Bahnsteigausstattung wie zum Beispiel Beleuchtung, Wetterschutz und Sitzmöglichkeiten.

Laufende Projekte

Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel

Die 182 Kilometer lange Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel hat aufgrund ihrer geografischen Lage eine herausragende Funktion für den überregionalen und internationalen Schienenverkehr. Der viergleisige Ausbau macht Fortschritte. Derzeit konzentrieren sich die Bauarbeiten auf den Rastatter Tunnel mit den nördlichen und südlichen Anbindungsstrecken und auf die Abschnitte Haltingen–Weil am Rhein sowie Müllheim–Auggen.

S-Bahn RheinNeckar – 2. Ausbaustufe

Ziel der sich teilweise bereits in der Umsetzung befindlichen 2. Ausbaustufe ist die Ausweitung des S-Bahn-Netzes auf den vorhandenen Nord-Süd-Strecken. Dazu wird die bestehende Eisenbahninfrastruktur weitestgehend unter „rollendem Rad“ S-Bahn-gerecht ausgebaut. Insgesamt werden im Rahmen der 2. Ausbaustufe rund 90 Stationen ausgebaut.

Lärmsanierung

Seit 1999 wird die „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ von der Bundesregierung gefördert. Damit wurde die finanzielle Möglichkeit geschaffen, Schallschutzmaßnahmen auch entlang vorhandener Schienenwege umzusetzen. Auf dem knapp 33.400 Kilometer langen Streckennetz der Bahn sind 3.700 Kilometer besonders durch Schienenlärm belastet. Bis Ende 2016 wurden rund 1.580 Kilometer lärmbelasteter Strecken saniert. In Baden-Württemberg wurden zwischen 2001 und 2015 bereits 126 Teilprojekte realisiert und dabei 197 Kilometer Eisenbahnstrecke vollständig lärmsaniert. Von 2016 bis 2019 realisiert die Bahn im Land an 17 Ortsdurchfahrten aktive Schallschutzmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem Bad Friedrichshall, Herbolzheim und der Knoten Karlsruhe.

Bahnprojekt Stuttgart–Ulm

Für den Baufortschritt des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm war 2016 ein durchaus erfolgreiches Jahr. Für die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm sind mehr als die Hälfte der insgesamt 61 Kilometer Tunnel gegraben und ausgehoben. In Ulm wurde der Albabstiegstunnel durchgeschlagen. Im Projektabschnitt Albaufstieg ist die Tunnelvortriebsmaschine, die den Boßlertunnel auffährt, ins Filstal durch-gestoßen. Dadurch besteht bautechnisch schon heute eine Tunnelverbindung über die Schwäbische Alb. An der Filstalbrücke entsteht der erste Stützpfeiler. Für den Bau des Albvorlandtunnels ist der Start der beiden parallel arbeitenden Tunnelvortriebsmaschinen im ersten Halbjahr 2017 vorgesehen. Die Chancen sind weiterhin gut, dass der Bau der Neubaustrecke unterhalb des kalkulierten Budgets in Höhe von 3,26 Milliarden Euro abschließt.

Bei Stuttgart 21 wurde das erste Drittel des Vortriebs und des Aushubs von insgesamt 59 Kilometer Tunnelröhren bewältigt. Als erster von vier Tunneln hat der Fernbahntunnel Bad Cannstatt den neuen Durchgangsbahnhof erreicht. Im Filderbereich liegt für den Anschluss des Flughafens mit einem Fernbahnhof der Planfeststellungsbeschluss vor, für die neue Gäubahnführung über die Station 3. Gleis wurden die Unterlagen beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hatte im Mai 2016 ein unabhängiges Gutachten zur aktuellen Kosten- und Terminsituation des Projekts Stuttgart 21 in Auftrag gegeben. Nachdem sich der Aufsichtsrat intensiv mit den Ergebnis-sen des Gutachtens beschäftigt hatte, stellte er fest: Bei der Überprüfung der aktuellen Termin- und Kostensituation sind die bisherigen Feststellungen des DB-Vorstandes bezüglich Stuttgart 21 im Wesentlichen bestätigt worden. Die umfängliche Bestandsaufnahme der Bahn hatte zuvor ergeben, dass das Projekt Stuttgart 21 selbst dann im Finanzierungsrahmen von 6,526 Milliarden Euro bleibt, wenn auch alle neu identifizierten Kostenrisiken eintreten würden. Insbesondere aufgrund von aufwändigen Planänderungen für die Entrauchung und Entfluchtung des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs sind Gegensteu-erungsmaßnahmen notwendig, um zwei Jahre Verzug aufzuholen und wie geplant mit dem gesamten Projekt 2021 in Betrieb zu gehen