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Pressemappe

Gäubahn

Neues Verkehrskonzept für die Gäubahn

In Stuttgart führt die Gäubahn vom Hauptbahnhof aus zunächst nach Norden. Nach einigen Kilometern wechselt sie in einer Linkskurve an den westlichen Talhang in die eigentliche Fahrtrichtung Süden. Auf einer stetig ansteigenden Strecke entlang der Innenstadt gewinnt sie bis Stuttgart-Vaihingen knapp 200 Höhenmeter. Ab Stuttgart-Rohr führt sie weiter nach Südwesten und streift zwischen Böblingen und Herrenberg den Naturpark Schönbuch. Von hier bis Eutingen führt sie durch das namensgebende Gäu. Ab Eutingen senkt sich die Strecke bis Horb in das Neckartal und streift hier die östlichen Ausläufer des Schwarzwalds. In Rottweil verlässt sie schließlich das Neckartal und wechselt in das Tal der Prim. Die Strecke durchläuft zwischen Rottweil und Tuttlingen die Landschaft der Baar am Fuße des Großen Heubergs. Bei Balgheim überquert die Gäubahn die europäische Hauptwasserscheide Rhein-Donau und folgt nun dem Lauf des Faulenbachs sowie der Elta bis Tuttlingen, wo sie die Donau überquert. Die Strecke verläuft nun bis zum Endpunkt Hattingen (Baden) in südlicher Richtung, im dortigen Betriebsbahnhof mündet sie in die Badische Schwarzwaldbahn ein. Bei Hattingen (Baden) überquert sie die europäische Hauptwasserscheide zwischen Donau und Rhein ein zweites Mal. 

Die Gäubahn durchquert neben der Stadt Stuttgart fünf Landkreise und ist in fünf unterschiedliche Verkehrsverbünde eingegliedert. In Stuttgart sowie im Landkreis Böblingen, also zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Bondorf, verläuft die Strecke im Bereich des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS). Der Bahnhof Ergenzingen befindet sich als einzige Betriebsstelle im Landkreis Tübingen und ist somit in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau(NALDO) eingegliedert. Zwischen Eutingen und dem Betriebsbahnhof Neckarhausen durchläuft sie den Landkreis Freudenstadt und dessen Verkehrsverbund, die Verkehrs-Gemeinschaft Landkreis Freudenstadt (vgf). Von Sulz am Neckar bis Rottweil-Neufra befindet sich die Strecke im Landkreis Rottweil und ist so im Verkehrsverbund Rottweil (VVR) integriert. Zwischen Aldingen und Tuttlingen durchquert die Gäubahn den Landkreis Tuttlingen und somit den TUTicket-Verkehrsverbund.



Folgende Presse-Informationen wurden zum Themen Gäubahn herausgegeben:   

Neues Verkehrskonzept für die Gäubahn: Ab Ende 2017 stündliche IC-Verbindungen mit modernen Intercity-Doppelstockzügen 

Investitionen von über 280 Millionen Euro in 17 neue IC Doppelstock-Züge für Baden-Württemberg • Anerkennung von Nahverkehrsfahrkarten in IC-Zügen zwischen Stuttgart und Singen

(Böblingen/Berlin, 6. Februar 2014) Ab Dezember 2017 wird die Deutsche Bahn (DB) auf der Gäubahn zwischen Stuttgart und Zürich stündlich Verbindungen mit modernen Doppelstock-Intercity anbieten. Auch Kunden des Regionalverkehrs werden davon profitieren, denn zukünftig können sie zwischen Stuttgart und Singen die IC-Züge mit Fahrkarten des Nahverkehrs ohne Aufpreis nutzen. Heute unterzeichneten Winfried Hermann, baden-württembergischer Minister für Verkehr und Infrastruktur, und Berthold Huber, Vorstandsvorsitzender der DB Fernverkehr, im Beisein von Wolfgang Lützner, Oberbürgermeister von Böblingen, Roland Bernhard, Landrat des Landkreises Böblingen, sowie des Konzernbevollmächtigten der DB für das Land Baden-Württemberg, Eckart Fricke, den Vertrag zum neuen Verkehrskonzept.

Wesentlicher Bestandteil des neuen Angebotskonzepts ist eine Takt- und Tarifintegration der Fernverkehrsleistungen in das Nahverkehrsangebot. Dabei wird ab Dezember 2017 zwischen Stuttgart und Singen der stündliche Fernverkehr die heute alle zwei Stunden verkehrenden Regional-Express (RE)-Züge ersetzen. Damit verkehren auf der Strecke Stuttgart–Singen–Zürich zukünftig ungefähr doppelt so viele IC-Züge wie heute. Folglich muss das Land keine RE-Leistungen auf dem Abschnitt Stuttgart–Singen bestellen. Für die Freigabe der Fernverkehrszüge für Nahverkehrskunden wird das Land der DB einen Ausgleich für die Mindereinnahmen zahlen, die sich aus der Anerkennung der Nahverkehrstarife ergeben. Zusätzlich haben Reisende aus Herrenberg, Gäufelden, Bondorf (b. Herr.), Sulz (Neckar), Oberndorf (Neckar), Spaichingen und Engen neu eine Direktverbindung nach Zürich, da die IC-Züge alle zwei Stunden auch die Halte der heutigen RE-Züge bedienen werden.

Die Fahrzeit der IC-Züge zwischen Stuttgart und Zürich wird bei etwa drei Stunden bleiben. Die Intercity-Züge werden jedoch ab Dezember 2015 in einer anderen Zeitlage verkehren und daher im Stuttgarter Hauptbahnhof künftig deutlich bessere Anschlüsse haben, zum Beispiel in Richtung Köln, Frankfurt (Main), Berlin, Nürnberg und München. Auch Böblingen profitiert dann von stündlichen Direktverbindungen nach Stuttgart und Zürich.

"Mit diesem Konzept machen wir einen großen Schritt zur Verbesserung der Verkehrsanbindung auf der Gäubahn. Besonders die Nahverkehrskunden profitieren von der neuen IC-Zugqualität im Stundentakt, die Anschlüsse an den Fernverkehr in Stuttgart und Zürich werden – wieder – erreicht. Um eine deutliche Fahrzeitverkürzung auf der Gäubahn zu erreichen, bedarf es jedoch weiterer Ausbaumaßnahmen. Wir halten an dem im Vertrag von Lugano beschriebenen Ziel einer Reisezeitverkürzung auf 2 Stunden 15 Minuten fest. Insoweit ist dieses Konzept für uns eine gute Interimslösung", so Winfried Hermann.

„Unsere Kunden erwartet ab 2017 auf der Gäubahn eine deutliche Angebotsverbesserung: Mehr Verbindungen mit neuen Zügen. Die Doppelstockwagen der neuesten Generation werden im Vergleich zu den heutigen IC-Wagen wesentlich moderner und komfortabler ausgestattet sein, vor allem auch für Familien und mobilitätseingeschränkte Reisende“, so Berthold Huber.

Ein Zug wird aus jeweils einem Steuerwagen 2. Klasse, drei Mittelwagen 2. Klasse und einem Mittelwagen 1. Klasse bestehen. Pro Zug gibt es 465 Sitzplätze, davon 70 in der 1. Klasse. An jedem Doppel- und Einzelsitz wird es eine Steckdose geben, Mobilfunkrepeater sorgen für einen besseren Empfang. Die Beinfreiheit ist in beiden Klassen mindestens so groß wie im ICE. Mit neun Fahrradstellplätzen ist auch die Fahrradmitnahme in den Zügen möglich. In jedem Wagen wird es große Gepäckregale geben. Im Mehrzweckbereich des Steuerwagens ist unter anderem Platz für Kinderwagen sowie ein extra Familienbereich mit acht Sitzplätzen an zwei Tischen, zusätzlichem Platz für Gepäck und ein Wickeltisch im WC vorgesehen.

Besonders für mobilitätseingeschränkte Kunden wird das Reisen mit den neuen Doppelstockzügen einfacher: Im Einstiegsbereich wird es taktile Orientierungshinweise geben und im Fahrgastraum werden die Platznummern auch in Brailleschrift angezeigt. Die Steuerwagen verfügen über eine fahrzeuggebundene Einstiegshilfe. Damit sind die beiden Rollstuhlplätze barrierefrei zu erreichen.

Die neuen Fahrzeuge werden nicht nur auf der Gäubahn sondern auch auf der IC-Linie Karlsruhe–Pforzheim–Stuttgart–Aalen–Nürnberg zum Einsatz kommen. Für alle Reiseverbindungen der IC-Doppelstockzüge können die Kunden Sitzplätze auch gezielt im Ober- oder Untergeschoss reservieren.

Neues Fahrplankonzept bringt bereits ab 2017 deutliche Verbesserungen für die Kunden

(Stuttgart, 25. Juni 2014)  Die Gäubahn von Stuttgart über Singen nach Zürich ist für die DB eine wichtige internationale Verbindung in die Schweiz und nach Italien. In einem Spitzengespräch mit dem Vorsitzenden des Interessenverbandes Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn, Landtagspräsident Guido Wolf, hat sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, nochmals deutlich zum Ausbau der Strecke Stuttgart–Singen–Grenze D/CH (Gäubahn) bekannt und damit die Irritationen über die Berichterstattung der vergangenen Tage ausgeräumt. „Die Bahn steht unverändert zum Ausbau der Gäubahn, auch wenn absehbar keine Neigetechnikfahrzeuge einsatzbereit zur Verfügung stehen“, betonte Grube.

Im Februar dieses Jahres hat die Bahn gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg ein verbessertes Angebot ohne Neigetechnikzüge im Fern- und Nahverkehr vorgestellt.

Dieses Fahrplankonzept sorgt in zwei Etappen für deutliche Verbesserungen: Mit angepassten Abfahrts- und Ankunftszeiten in Stuttgart und Zürich werden ab Ende 2015 bessere Anschlüsse geboten. Ab Ende 2017 werden stündlich neue IC-Doppelstockzüge zwischen Zürich und Stuttgart fahren. Mit diesem Interimskonzept verdoppelt die Bahn ihr heutiges Fernverkehrsangebot.

Mit dem neuen Fahrplankonzept werden jedoch keine Reisezeitverkürzungen erreicht. Es stellt damit keine Verbesserung dar im Sinne des Staatsvertrags von Lugano – eine im Jahr 1996 geschlossene Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Beschleunigung der verkehrlichen Achse Stuttgart–Zürich.

„Die Beschleunigung der Reisezeit zwischen Stuttgart und Zürich ist und bleibt das Ziel“, forderte Wolf. Bahn und Interessenverband sind sich daher einig, dass der weitere infrastrukturelle Ausbau der Strecke zwingend notwendig ist.