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Nils Heinrich

Surfer unter der Oberfläche

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Für seine verbale Sezierkunst verlieh ihm Harald Schmidt den Kabarettpreis „Schwarzes Schaf“. Die Komik von Nils Heinrich entzündet sich am scheinbar Banalen. Er macht die porösen Oberflächen sichtbar – sehen Sie Ausschnitte aus seinem aktuellen Programm.
Online Banner, Quelle: G&J

Es gibt Kabarettisten, die mit der mehr oder weniger humorvollen Analyse von Tagespolitik ihr Publikum finden, und es gibt Comedians, die mit Witzen unterhalten, deren Gegenstand so vorhersagbar ist wie ihre Pointen. Es gibt aber auch Ausnahmen wie Nils Heinrich, der in Ablehnung von „staubtrockenem Polit-Kabarett“ einerseits und „08/15-Comedy“ andererseits die herkömmlichen Kategorien unterläuft und eine Art dritten Weg im verminten Feld der Komik einschlägt. Auf seinem Plakat steht zu lesen: „Kabarett? Comedy? Keine Ahnung.“ Der 39-jährige Stammgast der Comedyshow „Nightwash“, der auch im „Quatsch Comedy Club“, in „Ottis Schlachthof“ und „Mitternachtsspitzen“ auftritt, seziert in seinem aktuellen Programm alltägliche Phänomene so rücksichtslos präzise, bis ihr wahres Gesicht zum Vorschein kommt. Harald Schmidt, Hauptjuror des Kabarettpreises „Schwarzes Schaf“ 2010 befand: „Sehr gekonnt, sehr witzig, sehr frech – und sehr understatement.“

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1971 in Sangerhausen/Halle geboren, wuchs Nils Heinrich in Sachsen-Anhalt auf, lernte Konditor und hatte das „Privileg“, wie er sagt, „der DDR von innen heraus beim Zerbröseln zuzuschauen“. Zu erleben, wie eine Ordnung von heute auf morgen auf den Kopf gestellt wird, habe ihn als „Vereinigungskind“ geprägt. „Was mich von West-Kollegen unterscheidet, ist eine gewisse Abgeklärtheit, Autoritäten nicht zu vertrauen.“ Seine erste Station nach der Wende war Hannover, wo er seine Konditorlehre fortsetzte und, um dem Spott von Kollegen zu entgehen, sich seinen Dialekt abgewöhnte, den er bis heute nur sparsam einsetzt. Nach dem Zivildienst und Fachabitur folgte Nils Heinrich einem alten Traum und arbeitete zehn Jahre lang in Halle und München als Radioredakteur und Autor. Von München zog es ihn nach Berlin, wo er 2003 „Die Brauseboys“ gründete, eine eigene Lesebühne. „Im Unterschied zum Kabarett, wo man sofort auf dem Punkt sein muss, kann dort alles verwaschen sein. Die Zuschauer dürfen auch mal tagelang rätseln, was man da eigentlich gemacht hat.“

Wer live miterlebt, wie er die Milliardenkredite an Griechenland, das „Gewährleistungsgesetz im Rahmen des europäischen Stabilisierungsmechanismus“ und eine allzu vertraute Drängelsituation im Bus hochkomisch miteinander verzahnt, ahnt: Das ganz Kleine birgt oft das ganz Große.

Solo-Termine (Auswahl):

  • 5.8.Sangerhausen, Marienkirche
  • 2.9. Mainz, Unterhaus
  • 5.9. Frankfurt a.M., Ponyhof
  • 1.10. Dortmund, Cabaret Queue
  • 2.10. Stuttgart, Rosenau
  • 12.10. Köln, Atelier Theater
  • 21./22.10. München, Oblomov 

 

Letzte Aktualisierung: 09.07.2010

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heinrich

Mit Gespür für Rhythmus und Tonlage: Nils Heinrich.

Im Internet

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http://www.nils-heinrich.de/
http://www.dasschwarzeschaf.com/
http://www.brauseboys.de/index1.html
http://www.quatsch-comedy-club.de/
http://www.nightwash.de/

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