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Sting

Unbequeme Position

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Die muss ein Künstler suchen, um Neues schaffen zu können. Sagt Sting, weltberühmter Popstar und ehemaliger Frontmann von The Police. Deshalb hat er seine Hits symphonisch aufbereitet und tourt mit Orchester. Mehr zum Album „Symphonicity“ in unserem Film.

Mit wegwerfender Beiläufigkeit verkündet der 58-Jährige seine Lieblingsprovokation, mit der er schon 2006 den stern irritierte: „Rockmusik ist tot.“ Dabei hat sich dieser Mann neben seinem Beruf als Grundschullehrer für Musik und Englisch in den 70er-Jahren lange als Bassist in halbprofessionellen Jazzrock-Kapellen versucht, bevor er 1977 endlich mit Stewart Copeland und Andy Summers die vielleicht einzige wirklich interessante New-Wave-Band gründete.

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„Ich habe wirklich das Gefühl, dass Rock’n’Roll ziemlich konservativ ist. Dabei gibt er sich rebellisch und tut so, als wäre das alles neu. Doch wenn wir ehrlich sind, passiert nur sehr wenig Neues. In diesem Sinn ist der Rock politisch tot. Er schließt sozusagen den Kopf, statt ihn zu öffnen.“ War früher alles anders, besser? „Ich denke schon. Der Rock hat sich fast in eine fundamentalistische Religion verwandelt. Es dürfen nur bestimmte simple Akkorde sein, es gibt keinen Fortschritt. Ich sehe Rock’n’Roll als Teil eines größeren Ganzen, und als solcher sollte er sich auch aus anderen Bereichen speisen. Wenn er immer nur wieder auf sich selbst zurückgreift, dann ist das redundant. Wie ein Hund, der sich selbst in den Schwanz beißt.“

Sting fühlt sich seit geraumer Zeit musikalisch längst in viel abseitigeren musikalischen Sphären zu Hause. Hatte er sich in den späten 80er-Jahren schon intensiv mit Kurt Weill beschäftigt, so übernahm er 1993 für eine Aufnahme der Deutschen Grammophon die Rolle des Erzählers bei „Peter und der Wolf“ mit Claudio Abbado. 2006 veröffentlichte er mit „Songs From The Labyrinth“ ein Album mit Liedern des britischen Renaissance-Musikers John Dowland: nur Gesang und Laute. Mit dem folkloristisch-getragenen „If On A Winter’s Night“ schien 2009 Stings Metamorphose vom „angry young man“ zum altersmilden Landedelmann endgültig abgeschlossen.

sting bei orchesterprobe, Quelle: action press/REX FEATURES LTD.

„Symphonicity”: Sting und das Royal Philharmonic Concert Orchestra.

In diesem Licht erscheint „Symphonicity“, die neue Einspielung der größten Sting- und Police-Hits mit Orchesterbegleitung, fast wie ein künstlerischer Ausverkauf. Was reizt Sting nun an einer Vermählung mit der klassischen Musik? „In der Klassik“, sagt er und rührt nachdenklich in seiner Tasse, „ist ja auch alles in Stein gemeißelt. Klassik ist eine wunderschöne, uralte, Ehrfurcht gebietende Kathedrale aus Musik. Und das ist das Problem. Da müssen die Wände raus.“

Zur Person: Sting

Geboren ist Gordon Matthew Thomas Sumner alias Sting 1951 in Newcastle Upon Tyne als Sohn eines Milchmanns und einer Friseurin. Nach dem Studium arbeitete er als Lehrer (Englisch und Musik) und spielte nach Feierabend in diversen Bands. 1977 gründete der Bassist und Sänger mit der unverwechselbaren Stimme The Police, die mit seinen Songs, zum Beispiel „Message In A Bottle“ und „Every Breath You Take“, in die Charts kamen. Er wurde zum Popidol und beliebten Darsteller diabolischer Außenseiter wie in dem The-Who-Film „Quadrophenia“ (1979) oder in David Lynchs „Dune – Der Wüstenplanet (1984). Damals trennten sich The Police, und Sting startete eine noch erfolgreichere Solokarriere. 1989 gründete er die Rainforest Foundation zum Schutz des Regenwaldes, setzte sich für Amnesty International, Erdbebenopfer und den Kampf gegen Aids ein. 2003 wurde Sting von der Königin von England zum „Commander of the British Empire“ ernannt. Er ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.

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Letzte Aktualisierung: 25.06.2010

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sting

Eroberer neuer musikalischer Sphären: Sting.

Im Internet

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http://www.sting.com/
http://www.laut.de/wortlaut/artists/s/sting/index.htm
http://www.lastfm.de/music/Sting/+wiki
http://www.rainforestfoundation.org/
http://www.laut.de/wortlaut/artists/p/police/index.htm

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