Warschau
Im Club mit Chopin
Überspringen: Im Club mit ChopinIn der bewegten Geschichte des Landes wurde Frédéric Chopin – alias Fryderyk Szopen – zur polnischen Identifikationsfigur. Er wurde 1810 in dem kleinen Nest Żelazowa Wola im Landstrich Masowien geboren und verbrachte die Hälfte seines kurzen Lebens von nur 39 Jahren in Warschau, begann mit sieben Jahren zu komponieren, verblüffte schon als Achtjähriger die Zuhörer eines ersten Konzerts und entwickelte sich zu dem Musikgenie seiner Zeit.
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Zu seinem 200. Geburtstag ist er in der polnischen Hauptstadt omnipräsent – allein schon in den Schaufenstern. Im August wird im Nationalen Chopin-Institut in Warschau das Musikfestival „Chopin und sein Europa“ und im Oktober der Internationale Chopin-Wettbewerb stattfinden. Und ab dem 24. September präsentiert das Nationalmuseum die Ausstellung „Chopin und Frankreich“ – wo der Musiker seine zweite Lebenshälfte zubrachte. Das Veranstaltungsprogramm geht jedoch über klassische Ausstellungs- und Konzertangebote hinaus, es reicht von Jazz-Sessions und Tanz-Performances bis zu speziellen Arrangements für Kinder. Im neu eröffneten Chopin-Museum im Ostrogski-Palais kann man Chopin interaktiv erleben.
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Chopin-Fans: Jazzband Mainstreet Quartet im Warschauer Club „Tygmont“. |
Viele andere Orte an Warschaus Prachtstraße erinnern an die hier verbrachten Lebensjahre des Komponisten. Vor den wichtigsten Stationen dieses Parcours sind steinerne Bänke aufgestellt, die auf Knopfdruck passende Chopin-Melodien von sich geben. Von den zahlreichen Cafés, in denen Frédéric Chopin seinerzeit einzukehren pflegte, ist zum Beispiel das Restaurant „Honoratka“ in der ulica Miodowa erhalten geblieben. Im Palais Radziwiłł, heute Sitz des polnischen Präsidenten, hat er 1818 sein vermutlich erstes öffentliches Konzert gegeben. In dieser Zeit wohnte die Familie im nahen Kazimierowski-Palais, damals zum Lyzeum gehörig, an dem der Vater Französisch unterrichtete. Im Czapski-Palais bewohnte der junge Chopin ein eigenes Mansardenzimmer, bis er Warschau 1830 für immer verließ.
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Chopin erleben: interaktive Ausstellung im Chopin-Museum. |
Die Bürgervereinigung „Smolna-Assoziation“ veranstaltet im Juli und August täglich eine Abendveranstaltung, die sich ebenfalls durch interpretatorische Offenheit auszeichnet. Bei Salzburg denke man an Mozart, bei Bayreuth an Wagner – warum bei Warschau also nicht an Chopin, meint Mitorganisatorin Joanna Maklakiewcz, Pianistin an der Frédéric-Chopin-Musikhochschule. Hauptstadt-Clubs wie das „Tygmont“ hätten ihre Jam-Sessions – „auch bei uns darf jeder mitmachen, der adäquat musizieren kann.“ Das ist wohl das ultimative Chopin-Erlebnis: Nach Warschau fahren, nicht um Chopin zu hören, sondern um Chopin zu spielen.
Tipps für Warschau:
Anreise: Mit dem Europa-Spezial reist man bereits ab 39 € für die einfache Fahrt in der 2. Klasse. Auf bestimmten Strecken sogar noch günstiger, zum Beispiel dreimal täglich Berlin–Warszawa (Warschau) ab 29 €. Mit der BahnCard 25 gibt es zusätzlich 25 Prozent Rabatt. Familienkinder unter 15 Jahren fahren kostenlos mit. Mit dem EuroNight kommt man über Nacht im Schlaf-, Liege- oder Sitzwagen nach Warschau. Zustieg ist in Oberhausen, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Wuppertal, Dortmund, Hamm, Bielefeld, Hannover und Berlin möglich. Beide Angebote sind überall erhältlich, wo es Fahrkarten gibt und unter www.bahn.de. Nur solange der Vorrat reicht.
Hoteltipps: Das Sheraton Warschau***** bietet Bahnreisenden bei Übernachtungen von Freitag bis Montag gegen Vorlage ihrer Fahrkarte oder der Buchungsbestätigung einen Vorzugspreis: ab 42,50 € p.P. im DZ/F.
Ameropa bietet 1 Ü/F im Mercure Hotel Fryderyk Chopin*** ab 37 € p.P., Buchung (Leistungscode 928300) unter Tel. 06172/109-666 oder direkt hier am Ende der Seite.
Weitere Infos: Polnisches Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin, Tel. 030/21 00 92-0.
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Letzte Aktualisierung: 25.06.2010
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