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Kunst und Konzerte

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Melancholisch: Max Raabe singt auf seinem Soloalbum Lieder der Weimarer Ära. Mythos: Drei Ausstellungen widmen sich Königin Luise von Preußen. Multitalent: Mika macht die Bühnen unsicher. Meisterhaft: Vincent Tavenne folgt der Idee von Joseph Beuys.

Minimalist in Wort und Ton

Seit 23 Jahren steht Max Raabe mal mit, mal ohne Palast Orchester, aber stets im Frack gewandet auf der Bühne und interpretiert mit sanftem Bariton, rollendem R und unbewegtem Gesichtsausdruck Chansons, Couplets und Lieder der Weimarer Ära. Ob sie von brennender Leidenschaft, einsamen Stunden oder zehrender Sehnsucht handeln – gemeinsam ist ihnen der in der Schwebe gehaltene Charakter: Ein heiterer Grundton in Wortwitz und Melodie, durchweht von einer tiefen Melancholie. Besonders spürbar ist diese Schwermut auf Raabes erster Solo-CD „Übers Meer“, die er mit seinem Pianisten und langjährigem Begleiter Christoph Israel im Studio aufgenommen hat. Es sind Texte jüdischer Komponisten und Dichter wie Fritz Rotter, Hans May, Walter Reisch und Werner Richard Heymann, die in die USA emigrieren mussten.

Miss Preußen 2010

Wie lebte und wirkte die populärste Persönlichkeit der Hohenzollern-Dynastie? Zum 200. Todestag von Königin Luise illustrieren drei Ausstellungen in Berlin und Umgebung die Geschichte der einflussreichen Monarchin. „Leben und Mythos” im Schloss Charlottenburg (6. März bis 30. Mai) beleuchtet ihr familiäres, politisches und kulturelles Umfeld, auf der Potsdamer Pfaueninsel zeigen Werke internationaler Künstler die Atmosphäre der „Inselwelt der Königin” (1. Mai bis 31. Oktober).
„Die Kleider der Königin” (31. Juli bis 31. Oktober) im Schloss Paretz thematisiert schließlich Luises ausgeprägten Sinn für Schönheit.

gemälde

Königin Luise von Preußen, Josef Grassi, 1802, Öl auf Leinwand.

Hang zur Theatralik

„Englands größtes Wunderkind des neuen Jahrtausends “ (The Times) kam in Beirut zur Welt – und als Kriegsflüchtling nach London. Wie die Musik half, seine Einsamkeit zu überwinden, besang Michael Penimann alias Mika auf der Debüt-CD „Life in Cartoon Motion“. Sein Hang zur Theatralik setzt sich auf dem zweiten Album „The Boy Who Knew Too Much” (2009) fort. Der Entertainer gilt bereits als zweiter Robbie Williams.

mika

Verspielter Charakter: Pop-Newcomer Mika.

Soziale Plastik

Es sind vor allem seine Zeltobjekte aus Stoff, mit denen Vincent Tavenne zuletzt Aufsehen erregt hat. Jetzt widmet das Saarlandmuseum in Saarbrücken dem Franzosen und Wahlberliner vom 27. März bis 6. Juni seine erste museale Einzelausstellung. Tavenne begreift seine Kunst als soziale Plastik im Sinne des von Joseph Beuys postulierten erweiterten Skulpturbegriffs. Zugleich erschöpft sich eine Skulptur nicht im materiell Sichtbaren, sondern erhält ihre Bedeutung immer auch durch die Gesellschaft, in die sie eingebettet ist. Das heißt, jeder Besucher kann kraft seiner Kreativität und physischen Präsenz zum Kunstwerk etwas beitragen. In jedem Fall fordert Tavenne mit seinen Objekten den Betrachter dazu auf, den eigenen Körper ins Verhältnis zum Raum und zur Skulptur zu setzen.

bild

Ohne Titel, Vincent Tavenne, Stoff, 2008.

 

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Letzte Aktualisierung: 26.02.2010

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raabe und israel

Zwiegespräch: Max Raabe (l.) und Pianist Christoph Israel.

Im Internet

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http://www.maxraabe.de/de/live/
http://www.spsg.de/index.php?id=6736
http://www.mikasounds.com/shows/tours
http://www.vanityfair.de/articles/kultur/musik-cd/mika/2007/03/30/09932
http://www.saarlandmuseum.de/main.php?aid=230&nav=126&lang=1

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Bahnhofsuhren aus verschiedenen Epochen

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