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Harriet Deris

Hübscher kochen

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Vierzehn Stunden am Herd bei glühender Hitze – und die Klamotten passten nicht: Das war Harriet Deris irgendwann zu viel. Die junge Köchin entwarf eine Kollektion mit bequemer, femininer Arbeitskleidung für die Küche. Ihre Modelinie heißt „Dancing Chef“.

Vor einem Jahr brauchte Harriet Deris ein paar Fotos für ihren Catering-Service – und landete auf einem Schlachthof. Beim Fototermin stand die Köchin aus Heidelberg zwischen den Rinderhälften und umtänzelte das Fleisch am Haken: „Dancing Chef“ war geboren, der Name ihrer Modelinie. Kochen und Mode gehören für Harriet Deris zusammen, seit sie eine Kollektion für „weibliche Ästhetik hinterm Herd“ kreierte, so die 29-Jährige. Statt dem üblichen festen Kattun ist bei ihr ein bisschen Seide in den Baumwollstoffen, die Kleider, Hosen, Schürzen und Jacken heißen „Lotus“, „Flügel“, „Hauptquartier“ oder „Wiege“ – und sehen sehr feminin aus.

modell

Weiblich und mit Stil: Harriet Deris präsentiert Teile ihrer Kollektion.

Harriet Deris entwirft alle Stücke selbst. Damit setzt sie ihr zweites Talent um, denn eigentlich ist sie Vollblutköchin, ausgebildet im Hamburger Nobelrestaurant „Rexrodt“. Schon als Fünfjährige briet sie zu Hause Fisch, absolvierte mit elf aber auch ihren ersten Nähkurs. Nun bringt sie beides zusammen. Ursprünglich wollte sie nach dem Abitur Gebärdendolmetscherin werden, dann Bildhauerin, machte schließlich ein Schneiderpraktikum und studierte zwei Semester Informatik. Bevor sie sich für Psychologie einschreiben konnte, wurde ihr beim Kellnern in jenem Hamburger Edelrestaurant klar: „Was da in der Küche passiert, dieser Zauber – das ist es, was ich will.“ Zwei Jahre fuhr sie als Luxus-Smutje für einen Milliardär über die sieben Meere, doch: „Kochkleidung für Frauen gab es nicht. Kochklamotten sind auf Männer zugeschnitten“, sagt sie. „Sie sind wie ein Sack zum Anziehen.“ Ihr Entschluss stand schnell fest: Diese Marktlücke wollte sie füllen.

Sie beherrscht die derbe Küchensprache aus dem Effeff. Neben ihrem Universalmesser gehören Nähmaschine und Skizzenblock zu ihren Arbeitsutensilien. Ideen für neue Kochkollektionen sind darin ebenso verzeichnet wie Rezeptentwürfe: „Ich fände es schade, wenn ich hauptberuflich immer das Gleiche machen müsste.“ Sie will, dass Köchinnen „nicht nur als hässliche Mamsellen wahrgenommen werden, die schwitzen und geschwollene Beine haben. Sie haben ein anderes Image verdient.“ Frauen in einer Männerdomäne haben Anspruch auf eigene Berufskleidung, meint Harriet Deris, und das ist vor allem eines: eine Frage von Respekt.

Letzte Aktualisierung: 31.10.2007

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frau mit weißer jacke

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http://www.wellenschlag.net/harriet_deris.php
http://www.dancing-chef.com
http://www.netzwissen.com/beruf-ausbildung/kochausbildung/index.php
http://www.restaurant-rexrodt.de
http://www.zu-tisch.de/home/home.aspx

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