Ines Papert
In eisige Höhen
Überspringen: In eisige HöhenIn Bad Reichenhall, im südöstlichsten Winkel der Republik, ist Ines Papert, die beste Eiskletterin der Welt, seit 15 Jahren zu Hause. Aus der „Zuagroasten“ wurde binnen weniger Jahre nicht nur die vierfache Weltmeisterin im Eisklettern. Die 34-Jährige sorgt auch mit spektakulären Begehungen im Eis-, Fels- oder Mixed-Klettern für Schlagzeilen.
Ihre Begeisterung für den Extremsport begann 1993: Ein Prospekt des Reha-Zentrums Loipl animierte die Physiotherapeutin aus Sachsen, sich auf eine Stelle am Fuß des Watzmanns zu bewerben. Dort schloss sie sich nach Feierabend den Bergtouren der Berchtesgadener Kollegen an. Zwischen ihrer ersten Überschreitung des Watzmann-Massivs im Sommer 1994 und der Besteigung des Aconcagua in den argentinischen Anden liegen drei Jahre, 4200 Höhenmeter und jede Menge Training. Im Eis hat sie „ihr Element“ gefunden. Es gibt ihr anders als der Fels nicht die Route vor: Sie kann frei wählen, erkennt schon am Klang und der Struktur die Qualität des fragilen Untergrunds. 2000 wird sie Zweite im Eiskletter-Weltcup. Sohn Emanuel ist zu diesem Zeitpunkt fünf Monate alt, die ersten Sponsoren stehen vor der Tür, und den Job als Physiotherapeutin gibt sie bald auf. 2006 gewinnt sie in Ouray in Colorado den wichtigsten amerikanischen Eiskletterwettbewerb vor der männlichen Konkurrenz.
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Ines Papert: die beste Eiskletterin der Welt. |
Doch Ines Paperts Profession birgt auch große Gefahren: Im Juli 2005 stürzte sie in der Marmolada-Südwand 20 Meter tief und verletzte sich schwer am Unterschenkel. Seitdem komme für sie Sicherheit vor Schnelligkeit. Aufhören? Daran hat sie nie gedacht: „Klettern macht mich glücklich.“ Ihre letzte Weltcup-Saison hat die Extremsportlerin 2006 mit dem Gewinn des Gesamt-Weltcups – mit maximaler Punktzahl – beendet. Sie ist aus diesem Wettbewerb ausgestiegen, um in höheren und noch wenig bekannten Kletter-Regionen ihre Grenzen auszuloten. Bis Ende Januar wird sie mit ihren kanadischen Kolleginnen Jennifer Olsen und Audrey Gariepy im Khumbu Valley in Nepal unterwegs sein. Das Trio plant unter anderem die Erstbegehung der 1300 Meter hohen Eislinie eines Sechstausenders – im Schatten des Mount Everest. Im Sommer möchte Ines Papert eine neue Felskletterroute am kanadischen „Lotus Flower Tower“, einem über 2500 Meter hohen Granitpfeiler, ausfindig machen. Dann geht’s laut ihrem Terminplan zum „Deep Water Soloing“ auf Mallorca: zum Klettern an den Steilklippen über dem Meer – ohne Seil.
Letzte Aktualisierung: 21.12.2008
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