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Hartmut Warkus

Der Joypad-Pädagoge

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Damit auch Hans lernt, was Hänschen schon kann, hat Hartmut Warkus Deutschlands erste Computerspielschule gegründet. In einem Leipziger Gymnasium fördert er das gemeinsame Agieren vor dem Bildschirm – zur besseren Verständigung zwischen Kindern und Eltern.

Der Professor für Medienpädagogik an der Universität Leipzig ist seit Herbst 2008 der Gründer einer Computerspielschule, die im Humboldt-Gymnasium im Osten der Stadt untergebracht ist – die erste Einrichtung Deutschlands, in der Pädagogen Kindern und Eltern den Umgang mit PC- und Konsolenspielen zeigen.

Der 60-jährige Medienexperte ist überzeugt, dass Desinteresse den Kindern ebenso wenig nützt wie rigide Verbote. Er möchte stattdessen die Verständigung fördern, nach dem Motto: Was Hänschen kann, sollte auch Hans beherrschen. „Vielen Eltern ist gar nicht klar, dass so ein Spiel auch Kompetenzen fördert. Wenn Eltern und Lehrer das verstehen, dann können sie auch dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche das Wissen und die Fähigkeiten aus den Spielen auf Alltag und Schule übertragen.“

Der Besuch kostet einen Euro Eintritt für jedes Kind, das alleine in der Computerspielschule auftaucht. Mit den Eltern im Schlepptau ist das Angebot kostenlos. „Denn unsere Zielgruppe sind eigentlich die Erwachsenen“, sagt Warkus. „Wenn sie dann hier sind, versuchen wir, einen Dialog zwischen den Generationen anzukurbeln. Die Kinder sind oft mittendrin im Spiel, sie können es keinem Außenstehenden erklären. Die Eltern wollen dagegen eher die Strukturen dahinter verstehen.“ Fragt etwa eine Mutter, was der Sohn da genau mache, und der bleibt stumm, dann erklärt ein Mitarbeiter ihr das Ziel des Spiels – etwa, dass es darum geht, eine mittelalterliche Stadt aufzubauen und zu Ruhm und Reichtum zu kommen. Einmal im Bilde, gibt sie dem Sohn oft schon nach Minuten Tipps, auf die er mangels Wissen und Erfahrung nicht selbst gekommen wäre.

„Das Kind weiß nicht, dass es erst das letzte Mittel ist, Steuern zu erheben, dass eine Stadt vorher andere Methoden ausprobieren sollte, um an Geld zu kommen – die Mutter schon“, so Warkus. „In der nächsten Situation wird der Sohn sie dann schon von selbst fragen. Und wenn sie zu Hause sind, geht es so weiter, denn er merkt, dass es funktioniert.“ Die Erwachsenen erkennen, dass es eben keine sinnlose Daddelei ist, der sich ihre Sprösslinge hingeben. Umgekehrt denken auch die Kinder erstmals darüber nach, was sie tun. „Das Grundübel ist immer das gleiche: Die Kinder tun etwas, was die Großen nicht verstehen.“ Und auch die Lösung ist für ihn überall die gleiche: „Gemeinsam spielen!“, sagt er lächelnd. „Nur so kann man Konflikte aus der Welt schaffen.“

Letzte Aktualisierung: 22.01.2010

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warkus

Prof. Hartmut Warkus: Gemeinsam spielen - voneinander lernen.

Im Internet

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http://www.uni-leipzig.de/~compsp/Csl/index.html
http://www.spielbar.de/neu
http://www1.bpb.de/themen/ST72BG,0,0,Computerspiele.html
http://www.8bit-museum.de/?page=docs/play1sta1.htm
http://dok.uni-lueneburg.de/seminare/computerspiele/text.pdf

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