Vegetationskontrolle
Vegetationskontrolle bei der Deutschen Bahn
Überspringen: Vegetationskontrolle bei der Deutschen BahnKönnen denn zarte Pflanzen wirklich den Bahnbetrieb beeinträchtigen? Was für Bahnreisende als Kulisse schön anzusehen ist, birgt für die Fahrzeugführer und die Mitarbeiter bei der Instandhaltung der Strecken Probleme. Letztlich kann sogar die Verkehrssicherheit leiden, wenn die Vegetation entlang von Bahnstrecken und auf Betriebsanlagen nicht ständig kontrolliert und begrenzt wird. Im Gleiskörper soll der Aufwuchs komplett verhindert werden. Denn Pflanzen können das Schotterbett in seiner Funktion beeinträchtigen, so dass es zu erhöhten Unterhaltskosten kommt. Verrotten die Pflanzen im Herbst, dringt Humus in die Hohlräume, zusammen mit Wurzelresten schränkt er die Entwässerung des Schotters ein. Um diese negativen Auswirkungen zu verhindern, wird der Pflanzenwuchs im Gleis durch chemische Mittel unterbunden.
Drei Wirkstoffe für die chemische Vegetationskontrolle im Gleis
Diese so genannten Herbizide sind speziell für den Gleisbereich von den zuständigen Behörden zugelassen. 2007 wurden die folgenden drei Wirkstoffe eingesetzt: Flazasulfuron, Flumioxazin und Glyphosat. Aber nicht nur die Zulassung der eingesetzten Wirkstoffe, sondern auch die Anwendung selbst wird behördlicherseits streng kontrolliert.
Zusammen mit anderen europäischen Eisenbahnen und der Industrie hat die Deutsche Bahn seit einigen Jahren nicht-chemische Methoden der Vegetationskontrolle für den Bereich im Gleis geprüft. Vor allem aus Gründen der Arbeitsgeschwindigkeit und der hohen Kosten stellen diese Verfahren bisher keine Alternative zur chemischen Vegetationskontrolle dar.
Rückschnitt- und Stabilisierungszone sichern weitere Flächen
Auf den Flächen außerhalb der Gleisanlagen, also sowohl auf Bahnsteigen und Zugängen wie auch auf freier Strecke neben dem eigentlichen Gleiskörper werden keine chemischen Mittel eingesetzt. Für die von der Deutschen Bahn weiterentwickelten Grundsätze zur Bewirtschaftung (Leitbilder) stehen die Sicherheitsanforderungen des Bahnbetriebes im Vordergrund. Sie sind jedoch mit den Belangen des Naturschutzes gut vereinbar. Der sicherheitsrelevante Bereich teilt sich in eine Rückschnittzone und eine Stabilisierungszone: Der Umfang der Rückschnittzone ist beispielsweise abhängig von Anforderungen an Sicherheitsabstände zu den Gleisen und Strom führenden Leitungen sowie der Wuchsleistung der Pflanzen und schließt sich links und rechts der Gleise an. Hier wird die Vegetation regelmäßig zurückgeschnitten.
Anders als die Rückschnittzone liegt die sich anschließende Stabilisierungszone oftmals nicht auf Deutsche Bahn-Grundstücken. Sie kann gehölzreich sein und wird dann waldbaulich bewirtschaftet. Diese Gehölzbestände sind überwiegend älter als zehn Jahre. Rückschnittmaßnahmen (Niederwaldwirtschaft) oder Pflege- bzw. Durchforstungsmaßnahmen erfolgen im mehrjährigen Turnus. Grenzt an die Rückschnittzone gehölzfreies Gelände an, entfällt selbstverständlich die Stabilisierungszone.
Im vegetationsfreien Gleisbett, der Rückschnittzone und der Stabilitätszone können aufgrund der durchgeführten Unterhaltsmaßnahmen seltene, meist wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten siedeln. Entlang der Gleise entstehen durch die regelmäßige Bewirtschaftung Naturlebensräume aus Menschenhand. Beispielsweise Niederwälder: früher in der Kulturlandschaft weit verbreitet, gibt es sie heute kaum noch.
Letzte Aktualisierung: 25.03.2009
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