Ein Jahrhundert unter Dampf

Die Anfänge der Eisenbahngeschichte bis zum Ersten Weltkrieg

Wie kam die Eisenbahn nach Deutschland? Welche Auswirkungen hatte die Einführung des neuen Transportmittels auf das Leben der Menschen? Im ersten Teil unserer Dauerausstellung beantworten viele spannende Objekte die Grundfragen zur Eisenbahngeschichte.


Eine Draise steht aus Holzgleisen vor Plakaten

Unter dem Titel "Ein Jahrhundert unter Dampf" sind im Erdgeschoss auf 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Anfänge der Eisenbahngeschichte bis zum Revolutionsjahr 1919 modern inszeniert dargestellt.

Vorgeschichte und Anfänge der Eisenbahn in Deutschland

Mit dem Bau der Eisenbahn haben sich die Lebensverhältnisse der Menschen radikal verändert. Anhand von eindrucksvollen Exponaten, historischen Fotografien und einmaligen Objekten erleben Besucher, welche bis dahin unbekannte dynamische Entwicklung die Technik, die Wirtschaft, die Kultur sowie politische Verhältnisse mit dem neuen Verkehrsmittel Eisenbahn nahmen. Die Eröffnung der Strecke Nürnberg-Fürth im Jahr 1835 und die Entstehungsgeschichte der Ludwigsbahn spielt eine besondere Rolle. Ihre filmische Inszenierung ist ein Höhepunkt der Ausstellung. Das einsetzende "Eisenbahnfieber", der schwunghafte Ausbau des Streckennetzes, der Aufbruch Deutschlands ins Industriezeitalter und der einsetzende Lebenswandel für die Bevölkerung werden durch moderne Ausstellungstechnik in Szene gesetzt.

Vom Bau der ersten Strecke von Nürnberg nach Fürth von sechs Kilometern im Jahr 1835 wurden bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 62.000 Kilometer Gleise verlegt. Diese Bauleistung war mit einem immensen Aufwand verbunden: Tausende Tonnen Eisen, Holz und Steine wurden ebenso benötigt wie ein ungeheures Maß an Arbeitsleistung und gewaltige Einschnitte in die Landschaft mussten erfolgen.

Aufbruch ins Industriezeitalter

Mit der flächendeckenden Ausbreitung des Streckennetzes ging aber auch die technische Weiterentwicklung von Fahrzeugen, Signalen, eine beträchtliche Steigerung der Beschäftigungszahlen und die Verstaatlichung von zahlreichen Privatbahnen einher. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Eisenbahn zum Massentransportmittel auf. Die Eisenbahn förderte die allgemeinen Wanderbewegungen und beschleunigte den Prozess der Verstädterung mit all seinen Folgen für die individuelle Lebensgestaltung.

Landschaften, Städte und Menschen rückten durch das neue Transportmittel näher aneinander. Landbewohnern war es nun möglich schnell zum Arbeiten oder Einkaufen in die Städte zu kommen, während Stadtbewohner an den Wochenenden mit der Bahn ins Grüne gelangten. Im Postkutschenzeitalter konnten sich nur wenige Adlige und reiche Herrschaften eine Reise erlauben. Durch den wachsenden Wohlstand wurde im 19. Jahrhundert erstmals der eigentlichen Mittelschicht eine Fahrt in die "Sommerfrische" möglich. Von Beginn an war das Reisen ein einträgliches Geschäft, etwa für Hoteliers oder Verkäufer von Ansichtskarten.

Außerdem hielt die Eisenbahn Einzug in die Alltagskultur, in fast jedem Bereich des Lebens hinterließ sie ihre Spuren. Ob als Werbebotschaft, Kinderspielzeug oder Dekorationsartikel, keine andere Maschine symbolisierte die neue Zeit und den Fortschritt besser.

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Letzte Aktualisierung: 11.02.2011
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